MyMz
Anzeige

Politik

Glyphosat bleibt ein Streitthema

Die Verwendung des Pestizids war Thema eines „Runden Tischs“ der Grünen im Chamer Hotel am Regenbogen.

  • Ein Landwirt sprüht mit einem Traktor und Ausleger selektive Herbizide zur Vernichtung von Unkraut auf einem Feld. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Glyphosat war jetzt bei den Grünen Streitthema . Foto: cai

Cham.Dass der Glyphosatverzicht von Lieferanten auf Anordnung ihrer Molkereien noch viele Fragen offen lässt, das zeigte der Runde Tisch der Grünen im Chamer Hotel am Regenbogen.

Geladen hatte der Kreisverband Cham, Anlass war der publizierte Verzicht auf das Herbizid von Goldsteig. Kreisvorsitzender Michael Doblinger moderierte den Abend und konnte hochrangige Vertreter aus der Partei, der Bauernverbände sowie der Molkerei begrüßen. Auch MdL Gisela Sengl, Sprecherin für Agrarpolitik und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, nahm gerne den Weg nach Cham auf sich.

Kontrovers und emotional

Die Diskussion um Glyphosat war vor Beginn an kontrovers und emotional. Unterschiedliche Standpunkte zeigten, welch Brisanz in dem Thema steckt. Das Herbizid wird in Bezug auf seine Anwendung und insbesondere die Auswirkung auf die Umwelt immer wieder kritisch hinterfragt. Dabei wird es von den unterschiedlichen Akteuren im Bereich der Landwirtschaft in verschiedener Frequenz genutzt. Laut einer Statistik benutzen ca. 90 Prozent der Landwirte Glyphosat als Streumittel zur Bodenbewirtschaftung, die negativen Auswirkungen sind beispielsweise Pflanzenvernichtung und Pestizidbelastung. Hinzu kommt, dass das Herbizid als möglicherweise krebserregend gilt. So ist es wenig verwunderlich, dass Gisela Sengl um Alternativen wirbt. Die Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis Traunstein hat selbst einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb und verzichtet vollständig auf den Einsatz von Glyphosat: „Es muss dringend gehandelt werden“, mahnt Sengl. Die Landwirte müssten dahin kommen, weniger chemisch-synthetische Mittel zu verwenden. Zu negativ seien die Belastungen für die Artenvielfalt. Politisch betrachtet hätte laut Sengl der Ausstieg längst beschlossen werden sollen. Während der Ausstiegsphase hätte die Abgeordnete eine Umstiegsplanung befürwortet. Auch andere Wortführer waren der Ansicht, dass nur die Politik etwas ändern könne. Der Verbraucher sei überfordert und reagiere häufig nur auf das Angebot. Ergänzend zu einer Steuerung der Politik könnten beispielsweise die Brauereien mehr Gerste produzieren.

Besser mit Ressourcen umgehen

Markus Schmidberger vom LBV fordert daran anknüpfend ein besseres Zusammenspiel aller Akteure. Die Menschen müssten mit den verfügbaren Ressourcen endlich besser umgehen. Nicht angehen könne es, dass der Bauer immer der Leidtragende sei.

Beim Bauernverband sieht man die Sickation als größtes Problem im Zusammenhang mit Glyphosat an. Auch ohne Molkereiverbot sollte das Mittel immer so sparsam wie möglich eingesetzt werden. Ein Goldsteig-Vertreter erklärte, dass die Verwendung in der Landwirtschaft gar nicht so ausgeprägt sei. Die eingesetzten Pestizide seien prozentual gering. Dennoch habe das Unternehmen nun Abstand vom Glyphosat genommen. Wenig Verständnis hatte er dafür, dass Goldsteig – wie viele andere Molkereien auch – immer noch für den Einsatz von Glyphosat aus der Vergangenheit kritisiert werde.

Im Verlauf des Runden Tisches wurde es nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Interessen und Erfahrungen mit dem Thema Glyphosat häufiger emotional. Dennoch wurde die geforderte Sachlichkeit an den Tag gelegt. Gisela Sengl verwies darauf, dass gewisse Fakten keine Grundlage unsachlicher Diskussionen seien.

Dies war zuvor bemängelt worden. Glyphosat bietet nach wie vor reichlich Zündstoff und wird auch in Zukunft immer wieder thematisiert werden. (cia)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht