MyMz
Anzeige

„Good Times“ mit Oldies im Netz

Hans-Dieter Kietzer aus Roding lebt seine Passion als Moderator im Web-Radio aus und „bestückt“ er zwei Sendungen auf www.oldie-radio.de.
Von Rupert schlecht

Hans-Dieter Kietzer im „Web-Radio-Studio“, das er in einer Wohnzimmer-Ecke eingerichtet hat. Fotos: R. Schlecht

Roding. Er verquickt die Radio-Moderation im Internet mit seiner Leidenschaft für Oldies. Nach seinen Engagements für die Sender www.radiosuperoldie.com sowie www.radiosimbach.de (wir berichteten) hat Hans-Dieter Kietzer bei www.oldie-radio.de angeheuert, einem Portal im World Wide Web, dessen Hörerzahl im vierstelligen Bereich liegt. Dazu können das Web-Radio rund 160.000 Leute in Neubrandenburg, Landau in der Pfalz und Bayern via Kabel zu empfangen.

Hans-Dieter Kietzer hat sein Studio nach wie vor in seinem Rodinger Wohnzimmer. Von dort aus ist er alle 14 Tage samstags von 20 bis 22 Uhr mit der Sendung „Power Oldies“ und jeden Sonntag von 18 bis 20 Uhr mit „Good Times“ im Netz unterwegs. Die Reichweite des „Oldie-Radios“ ist enorm. „Im Monat“, berichtet Kietzer, „wird die Homepage fünf bis sieben Millionen Mal aufgerufen.“

„Im Olymp des Web-Radios“

Kietzer sagt‘s frei heraus: „Ich bin mittlerweile im Olymp des Web-Radios angekommen.“ Was aber nicht heißt, dass er als Web-Radio-Moderator seinen Lebensunterhalt bestreitet. Moderator zu sein, ist finanziell gesehen nach wie vor ein „Non-Profit-Job“. Dem gelernten Krankenpfleger liegt aber fern, sich deswegen zu grämen. Seine Passion von klein auf ist Musik, insbesondere die aus den 1950ern und 1960ern. Die lässt er im Netz klingen.

Kietzer nimmt Platz an seinem Schreibtisch, der passgenau in und an der Ecke nahe des Fensters steht. Am Tisch ist der PC, auf dessen Festplatte 160.000 Songs gespeichert sind. So ist Kietzer auch in den allermeisten Fällen in der Lage, Hörerwünsche aus der „Wunschbox“ zu erfüllen. Kietzers weiteres Arbeitsgerät ist am Kopf, das Headset mit Mikro. Abgesehen von minimalem Grundrauschen funktioniert die Kombination einwandfrei.

Glücksfall dank Image

Seit einem halben Jahr ist der 49-Jährige jetzt Moderator bei www.oldie-radio.de.– ein Glücksfall für ihn, der bei genauerem Hinsehen/-hören eigentlich auf seinem guten Image in der Szene gründet. Nachdem www.radio-simbach.de Ende Juni 2012 Schluss gemacht hatte, stieß Kietzer auf seiner Facebook-Seite auf eine Anfrage von www.oldie-radio. Hoppla, dort hieß es, man beobachte ihn schon eine geraume Weile und wolle ihn gern zu einer Probesendung am Standort des Senders in Rüsselsheim einladen.

„Ich war erstmal baff“, erzählt Kietzer, der sich jedoch rasch bewusst war, dass sich ihm eine prima Chance eröffnete. So reiste er mit seiner Frau nach Hessen, wo es ihm gelang, im „professionellen Radio-Studio“ die Macher des „dienstältesten und größten Oldie-Radios im Internet“ von sich und seiner Arbeit als Moderator zu überzeugen. „Die Chemie hat gleich gepasst. Wir sind sehr freundschaftlich aufgenommen worden.“

Kietzer durfte gleich zwei Stunden senden, mit Songs aus den 50ern und 60ern, „was bei den Hörern sehr gut ankam“. Weil er in der Web-Radio-Szene kein absoluter Frischling ist, scheute er sich nicht, seine Begehr zu äußern: „Ich möchte eine eigene Konzept-Sendung.“ Und diese namens „Good Times“ hat er dann auch bekommen.

Als Web-Radio-Moderator fühlt sich Kietzer in den sozialen Netzwerken des Internets „wie daheim“. Um mit Hörern und Musikern in Kontakt zu bleiben, nutzt er Facebook ebenso wie Twitter. Er weiß die globale Reichweite des World Wide Web zu schätzen. Und umgekehrt schätzen seine Hörer auch in fernen Ländern–in Indien, in den USA, in Panama, in der Dominikanischen Republik...–Kietzers Sendungen. „Das sind überwiegend Deutsche, die entweder ausgewandert sind oder im Ausland arbeiten.“Über Facebook und Twitter bekommt der Rodinger dementsprechend Feedback. Und er hat reichlich Follower.

Playlist ist kein Schnellschuss

Im Internet mal eben eine zweistündige Sendung aufzuziehen, ist nicht. Dazu bedarf es der akribischen Vorbereitung, welche sich bei Kietzer stundenweise sogar über einige Tage hinziehen kann. Zuvorderst kümmert er sich um die „Playlist“, sprich die Lieder, die er in der Sendung spielen will. Klar sind darunter auch „Juwelen“ von den Beatles und den Stones. Dabei ist Kietzer penibel darauf erpicht, nicht nur den Mainstream–also die allseits bekannten Hits–abzuspulen. Kietzers Kompendium geht weit darüber hinaus: zum Beispiel Songs von B-Seiten und „Ohrgefälliges“ von alten Langspielplatten mit nicht immer allseits bekannten Songs von Bill Haley, Elvis, Ricky Nelson, Doo Wop...

Zwischen den Liedern informiert Hans-Dieter Kietzer über Musiker und deren künstlerische Arbeit, gibt Anekdoten zum Besten..., ähnlich wie es Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Fritz Egner moderativ in den 70ern und 80ern auf Bayern 3 gemacht haben. Natürlich behält Kietzer seinen eigenen Stil bei. Um seine Hörer, die auf Oldies stehen, bei der Stange zu halten, redet er maximal nur eine Minute. Schließlich ist‘s keine Plauder-, sondern eine Musiksendung.

Reinhören unter www.oldie-radio.de lohnt allemal und ist nur ein paar Mouse-Klicks entfernt. Obwohl Kietzer rundum glücklich ist, gerade weil er reichlich Zuhörer hat, gilt‘s dennoch ein „kleines Manko“ zu beklagen. Mit vier bis fünf regelmäßigen Hörern aus Roding hören für seinen Geschmack noch zu wenig Rodinger zu. Wäre also schön, wenn sich dies in Zukunft etwas ändern würde.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht