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Requiem

Grafenwiesener Wehr trauert um Pionier

Bürgermeister Dachs und die Vereinsvorsitzenden würdigten den Bürgermedaillenträger Franz Schamberger am offenen Grab.

Franz Schamberger †
Franz Schamberger †

Grafenwiesen.Wie Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil zu Beginn des Requiems schilderte, ging Franz Schamberger am 23. Mai heim zum himmlischen Vater. In seiner Traueransprache zitierte der Priester Dietrich Bonhoeffer, den evangelischen Pfarrer, der in Flossenbürg hingerichtet wurde: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qualen der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich“.

Franz Schamberger hat am 4. Dezember 1930 in Grafenwiesen als zweites von vier Geschwistern seinen Lebensweg begonnen. Nach der Schulausbildung in Grafenwiesen erlernte er die Schneiderei bei Josef Dachs. Später war er bis zur Pension bei der Post beschäftigt. 1959 heiratete er Hermine Mühlbauer aus Rimbach. Aus der Ehe gingen die fünf Kinder hervor. Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod eines Sohns im Alter von 14 Jahren. Auch seine sieben Enkelkinder machten ihm viel Freude. Franz Schamberger war sehr aktiv im kirchlichen und gemeindlichen Leben. Durch sein ehrenamtliches und soziales Wirken hat er viel für die Dorfgemeinschaft geschaffen und bewegt. So gehörte er seit 1949 der MMC an. Die Botschaft von Pfarrer Peter an die Angehörigen: Ihr Mann, ihr Bruder, Papa und Opa hat an Jesus Christus geglaubt, er wird ihm das ewige Leben schenken. Roland Häring gestaltete mit dem Kirchenchor gesanglich das Requiem mit und rührte die Herzen der Trauergemeinde. Nach einer nachdenklichen Meditation von Pfarrer Peter gaben die Trauergäste dem Verstorbenen das letzte Geleit auf den Gottesacker.

Bürgermeister Josef Dachs würdigte Franz Schamberger, der das Ehrenamt gelebt habe und eine große Stütze und Säule in der Gemeinde darstellte. Sein Engagement werde noch lange fortwirken. Besonders sein unermüdlicher Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Grafenwiesen, in der er 70 Jahre Mitglied war, sei Beispiel für sein Wirken für alle Mitbürger, so Dachs. Schamberger war lange Zeit die Führungspersönlichkeit in der Wehr. Über eine Generation war er Vorsitzender. Die Gemeinde würdigte den Verstorbenen bereits 1999 mit der Verleihung der Bürgermedaille. Franz Schamberger war einer der ersten Bürgermedaillenträger Grafenwiesens.

Der erste Vorsitzende des SV Grafenwiesen, Josef Dachs jun., dankte dem Gründungsmitglied Schamberger für 70 Jahre Treue zum Verein. 1948 trat er dem SV bei und fungierte als Mannschaftsbetreuer. Für den Heimat- und Volkstrachtenverein „Regentaler“ sprach Peter Krupitschka Dankesworte. Abteilungsleiteer Martin Kolbeck des FFW-Spielmannszuges würdigte das Gründungsmitglied und früheren Spielmann und Kassier für seine aktive Unterstützung. Stephan Wagner, Vorsitzender der Feuerwehr Grafenwiesen hob insbesondere die über 70-jährige Mitgliedschaft und die vielen Funktionen und Ämter bei der Wehr hervor. Die Vereinsfahnen senkten sich zum letzten Gruß, während die Blaskapelle Lecker den „Guten Kameraden“ erklingen ließ. (khp)

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