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Region Cham
Donnerstag, 19. April 2018 24° 1

Ausstellung

„Gratwanderung“ sensibilisiert

Kunst im Medbo Zentrum für Psychiatrie überwindet Grenzen. Zu sehen sind 38 Exponaten von 29 Künstlern.

  • Elke Seinberger von der KJF, Ursula Wohlfeld vom Bezirk Oberpfalz Kultur, Klaus Nuißl vom Verein „Irren ist menschlich“, Dr. Dr. Helmut Hausner Medbo-Vorstand und das Gipsy-Swing-Duo (von links) bei der Eröffnung der Ausstellung.
  • Ein Bild von Barbara Muhr

CHAM.Die Ausstellung „Gratwanderung“ ist eine Wanderausstellung und hat erstmals in der Galerie St. Klara auf dem Gelände eines inklusiven Wohnareals der KJF in Regensburg im Oktober 2017 stattgefunden. Am Donnerstag fand die Ausstellung mit 38 Exponaten von 29 Künstlern im Medbo Zentrum für Psychiatrie statt. Das Gipsy-Swing-Duo mit Kontrabass und Gitarre gab den musikalisch feierlichen Rahmen. Erika Pietsch von der Sozialarbeit der Medbo-Außenstelle begrüßte die Gäste. Elke Steinberger von der katholischen Jugendfürsorge, Ursula Wohlfeld vom Bezirk Oberpfalz für Kultur, Klaus Nuißl vom Verein „Irren ist menschlich“ und Medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner sprachen die Grußworte. Zudem stellte sich der Künstler Hope vor, der den zweiten Preis für sein Kunstprojekt „Stuhl“ erhielt. Es sprach sehr anschaulich über sich und seine seelische Erkrankung. Steinberger sagte, dass die Katholische Jugendfürsorge diese Wanderausstellung gerne begleite, weil Kunst Grenzen überwinde, Brücken baue und Menschen verbinde. Die Galerie St. Klara biete Künstlern mit und ohne Einschränkung Zugang zum Kunstbetrieb und Gelegenheit, ihre Kunstwerke auszustellen. Alle Menschen gehörten zusammen. Antidiskriminieren, das gehe am besten über die Kunst. In der KJF arbeite man daran, dass das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Beeinträchtigungen als Bereicherung erlebt werde. Dr. Hausner sprach darüber, dass es Medbo ein großes Anliegen sei, dass Betroffene über ihre Krankheit sprechen könnten und Unterstützung annehmen könnten. Er bewundere die Power von diesen Menschen, das Stigma zu überwinden. Er wünsche ihnen, sich weiter Unterstützung zu holen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Dr. Hausner bedankte sich bei den Verantwortlichen, dass man den Standort für die Ausstellung hier, bei der Medbo in Cham gewählt habe. Gemeinsam mit Anna Magin vom Bezirk Oberpfalz, Ursula Wohlfeld, Johannes Magin und Michael Eibl, Direktor der KJF habe Klaus Nuißl vor etwa drei Jahren überlegt, wie die Inklusion von psychisch erkrankten Menschen besser gelingen könne.

Da sei die Idee der „Gratwanderung“, des Wettbewerbs und der Wanderausstellung geboren worden. Die erhöhte Sensibilität von psychisch erkrankten Menschen in ihren psychotischen und gesunden Phasen brauchten Ausdruck und eben der könne kreativ umgesetzt werden.

Dadurch könnten Krisen gemeistert werden aber auch provoziert. Es stellten sich dabei Fragen wie: Was ist normal, was verrückt und was ist außergewöhnlich? Damit die Künstler der Stigmatisierung entgehen können, wählten einige ein Pseudonym. „Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns bewegen“, sagte Nuißl.

Bezirkstagspräsident und Landrat Franz Löffler konnte der Ausstellung als Schirmherr nicht beiwohnen. Der Anteil am Leben psychisch Kranker liege Löffler sehr am Herzen, richtete Dr. Hausner aus. (kmo)

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