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Notfall

Großbrand im Rodinger Industriegebiet

Die Maschinenhalle der MBO stand lichterloh in Flammen. Am Samstagmorgen brannte es erneut. Es entstand ein hoher Schaden.
Von Bastian Schreiner und Michael Gruber

Aus dem Gebäude im Rodinger Industriegebiet schlagen Flammen. Foto: Bastian Schreiner
Aus dem Gebäude im Rodinger Industriegebiet schlagen Flammen. Foto: Bastian Schreiner

Roding.Ein Großalarm in Roding und Umgebung schreckte am Freitagabend die Anwohner auf – die Maschinenhalle der Firma MBO im Industriegebiet stand in Flammen. Erst in den späten Abendstunden konnte der Brand augenscheinlich vollständig gelöscht werden – und doch blieben Glutnester zurück. Und so stiegen am Samstagmorgen erneut Flammen und Rauch auf.

Nach dem turbulenten Abend heulten am Samstagmorgen gegen acht Uhr die Sirenen der Feuerwehren auf. Über die Drehleiter der Rodinger Wehr wurde ein Löschangriff mit Schaum vorgenommen, um die Flammen und den Rauch zu bekämpfen.

Am Samstagmorgen brannte es erneut, die Feuerwehr suchte das Dach nach Glutnestern ab. Foto: Bastian Schreiner
Am Samstagmorgen brannte es erneut, die Feuerwehr suchte das Dach nach Glutnestern ab. Foto: Bastian Schreiner

Am Vormittag beratschlagten die Führungskräfte der Feuerwehr, Vertreter der Mühlbauer Group, Polizei und Bürgermeister dann über das weitere Vorgehen. Die Einsatzkräfte begannen, das Dach an einigen Stellen aufzuflexen, um die Glutnester besser lokalisieren und ablöschen zu können. Zudem traf am Vormittag die Kriminalpolizei aus Regensburg ein und nahm die Ermittlungen auf.

In der Bildergalerie finden Sie Eindrücke von der Lage am Einsatzort:

Großbrand in der MBO-Maschinenhalle

Messwerte im grünen Bereich

Außerdem war der Messzug aus Cham erneut vor Ort, um die Luft zu untersuchen. Wie Bürgermeister Franz Reichold am späten Samstagvormittag mitteilte, seien bei den Messungen alle Werte im grünen Bereich gewesen, die Bevölkerung müsse sich also keine Sorgen machen.

Bei dem Brand entstand sowohl in der Werkhalle als auch an den Maschinen ein massiver Sachschaden. Nach vorläufigen Schätzungen, dürfte sich der Schaden im unteren zweistelligen Millionenbereich bewegen. Es waren 450 Einsatzkräfte vor Ort, um der Flammen Herr zu werden, darunter 350 Kräfte von den Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis sowie 75 BRK-Rettungskräfte. Als mögliche Unfallursache nannte die Polizei am Abend einen technischen Defekt an einer der Maschinen.

Eindrücke vom Abend sehen Sie im Video:

Eindrücke der Einsatzkräfte und des Bürgermeisters

Rückblick auf den Abend

Am Abend stiegen meterhohe schwarze Rauchwolken in die Luft. Ein Großaufgebot an Rettungskräften aus dem ganzen Landkreis rückte gegen 20.30 Uhr an, darunter Feuerwehr, Polizei, THW und BRK-Kräfte. Besonders gefährlich war die Lage deshalb, da sich chemische Stoffe im Gebäude befanden. Die MBO GmbH ist Spezialist für Oberflächenbehandlungsmethoden mit Galvanik und Lackiererei.

Gegen 21.45 Uhr schlugen immer noch meterhohe Flammen aus dem Gebäude. Der Brand war noch nicht unter Kontrolle zu bringen. Durch die Hitze hatte sich das Flachdach des Produktionsgebäudes, der Galvanik-Halle, gehoben. Die Feuerwehren aus Roding, Cham und Nittenau waren mit Drehleitern vor Ort. Unzählige, mehrere 100 Meter lange Schlauchleitungen wurden gelegt.

Keine Personen in Werkhalle

Selbst aus etlichen Kilometern Entfernung war die riesige Rauchwolke zu sehen. Foto: Simon Tschannerl
Selbst aus etlichen Kilometern Entfernung war die riesige Rauchwolke zu sehen. Foto: Simon Tschannerl

Rodings Bürgermeister Franz Reichold traf am Abend ein, um sich ein Bild vom verheerenden Brand zu machen. Zudem lief ein Krisengespräch mit Firmenvertretern und Vertretern der städtischen Betriebe sowie Kreisbrandrat Michael Stahl.

Die Feuerwehrkräfte versuchten, die Scheiben einzuschlagen, um durch das Innere des Gebäudes an den Brandherd zu gelangen. Immer mehr Atemschutzträger wurden in die Halle beordert. Nach Auskunft von Rettungsdienstleiter Mich Daiminger wurden acht Personen medizinisch betreut, darunter befand sich ein Verletzter. Bei den Personen handelte es sich um Mitarbeiter der Firma. In der Werkhalle selbst hatte sich während des Ausbruchs des Feuers zum Glück niemand aufgehalten, wie die Polizei mitteilte. Auch seien umliegende Gebäude nicht gefährdet gewesen.

Weitere Eindrücke sehen Sie in diesem Video:

Schwarze Rauchsäulen über der MBO-Maschinenhalle

Sicherheitsmaßnahmen am Abend

Wegen der Gefahr von giftiger Rauchentwicklung mussten am Freitagabend Türen und Fenster geschlossen gehalten werden. Zwei Streifenwägen der Polizei waren in den Stadtgebieten Oberdorf, Mitterdorf, Mittenkreith und Altenkreith unterwegs und forderten die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsage zu dieser Vorsichtsmaßnahme auf. Einheiten der Feuerwehr waren in den besonder betroffenen Ortsteilen um das Industriegebiet unterwegs, um Luftmessungen durchzuführen. Es konnten nach Polizeiangaben jedoch keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe in der Luft festgestellt werden, weshalb Anwohner am Samstagmorgen ihre Fenster und Türen nicht mehr geschlossen halten müssen. Das gab die Rodinger Polizei am Morgen auf Nachfrage bekannt.

Die Rettungskräfte waren mehrere Stunden im Einsatz. Foto: Bastian Schreiner
Die Rettungskräfte waren mehrere Stunden im Einsatz. Foto: Bastian Schreiner

Aufgrund der Chemikalien im Gebäudeinneren war die Feuerwehr mit dem Abrollbehalter Sonderlöschmittel angerückt. Die Einsatzkräfte setzten Löschschaum und Spezialflüssigkeiten zur Brandbekämpfung ein. Gegen 22 Uhr erfolgt ein Löschangriff von Innen. Gegen 23 Uhr konnten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle bringen. Bei einer Pressekonferenz konnte die Einsatzleitung vermelden, dass der Brand gelöscht sei. Die Nacht über war eine Brandwache im Einsatz.

Informiert wurde auch der Notfallmanager der Bahn, da sich das betroffene Gebäude der Mühlbauer Group in der Nähe der Bahngleise befindet. Ob die Strecke Schwandorf – Furth im Wald am Abend kurzzeitig gesperrt werden musste, ist nicht klar.

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