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Menschen

Große Ehre für den Further Franz Seidl

Für sein Engagement für die Jugend erhielt das Bergwacht-Urgestein die höchste Auszeichnung des bayerischen Jugendrotkreuzes.
Von Evi Paleczek

  • Franz Seidl (links) und der Further Bereitschaftsleiter Dominik Schönberger (rechts) mit der Further Abordnung beim Jugendcamp Unterammergau 2016 Foto: Schweitzer
  • Die Verantwortlichen in der Further Bereitschaft haben sich immer darum bemüht, ihren Jugendlichen ein buntes Programm anbieten zu können. Dazu gehörte neben Wanderungen und Skifahrten auch einmal ein Ausflug zum Wasserskifahren. Foto: Seidl
  • Beim Landeswettbewerb 2007 von Jugendrotkreuz und Wasserwachjugend belegte die Further Bergwacht-Jugend den ersten Platz. Foto: Seidl
  • 2002 fand das erste bayernweite Jugendcamp der Bergwacht statt, initiiert von Franz Seidl, die Örtlichkeit war Furth im Wald. Foto: Seidl
  • An der Further Veranstaltung war die Bergwacht – und auch ihre Jugend – natürlich von Anfang an beteiligt. Foto: Seidl

Furth im Wald.Sein Name ist mit der Further Bergwacht-Bereitschaft eng verbunden: Im Alter von 18 Jahren beigetreten war Franz Seidl bald Ausbilder, jahrelang Kassier und stellvertretender Bereitschaftsleiter und stand auch zehn Jahre lang als 1. Bereitschaftsleiter an der Spitze des Vereins. Daneben leitete er von 1996 bis 2000 die von ihm gegründete Jugendgruppe und war von 2001 bis 2017 bayernweiter Ansprechpartner für die Bergwacht-Jugend. Für dieses Engagement in der Nachwuchsarbeit hat das Bayerische Jugendrotkreuz, dem die Bergwacht-Jugend angegliedert ist, dem 59-Jährigen am Donnerstag seine höchste Auszeichnung verliehen: das Ehrenzeichen in Gold.

Freuten sich mit Seidl über die Auszeichnung: der Further Bergwacht-Bereitschaftsleiter Dominik Schönberger, BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, BRK-Präsident Theo Zellner und Bürgermeister Sandro Bauer (v. li.). Foto: Archiv/Paleczek
Freuten sich mit Seidl über die Auszeichnung: der Further Bergwacht-Bereitschaftsleiter Dominik Schönberger, BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, BRK-Präsident Theo Zellner und Bürgermeister Sandro Bauer (v. li.). Foto: Archiv/Paleczek

Er hatte keine Ahnung von der Ehrung, die ihn riesig freut, sagt der Zollbeamte im Gespräch mit unserem Medienhaus. Mit dem 1. November 1975 hat er sofort das Datum parat, als er vor nun fast 43 Jahren der Further Bereitschaft beitrat. Und er sei gleich begeistert gewesen von dem Verein, erzählt er. Schon bald hat er begonnen, sich in Ausbildung und Vorstand zu engagieren. Zusammen mit Burghard Lang hat er dann angefangen, sich Gedanken um die Nachwuchsproblematik zu machen und 1996 ein Schnupperklettern für Jugendliche am Kathlfelsen in Geigant organisiert.

Bayernweit erste Jugendgruppe

Mit großem Erfolg: 40 junge Leute meldeten sich an, die Bereitschaft musste sämtliche Ausbilder und Gerätschaften aufbieten, um die Veranstaltung stemmen zu können. Gelohnt hat sich das ganze aber, denn etwa 25 der 40 Jugendlichen traten dann im Oktober 1996 nach einem Informationstag für sie und ihre Eltern der neu gegründeten Jugendgruppe bei. Viele dieser Gründungsmitglieder sind noch heute in führenden Positionen aktiv, freut sich Seidl. Natürlich ist immer wieder jemand ausgetreten, es sind aber auch ständig neue junge Leute dazugekommen. Derzeit ist die Further Jugendgruppe etwa 20 Mann beziehungsweise Frau stark; in den Anfangszeiten hatte sie mehr männliche Mitglieder, mittlerweile sind die jungen Frauen in der Überzahl.

Wanderungen auf kleine und große Berge stehen auch für die jungen Bergwachtler natürlich regelmäßig auf dem Programm. Foto: Seidl
Wanderungen auf kleine und große Berge stehen auch für die jungen Bergwachtler natürlich regelmäßig auf dem Programm. Foto: Seidl

Die Further Jugendgruppe war bayernweit die erste „richtige, offizielle“, sagt der 59-Jährige. In anderen Bereitschaften hat es schon auch junge Leute gegeben, die liefen bei den Erwachsenen halt so mit, in der Grenzstadt gab es die erste Jugendgruppe mit eigener Leitung, die anfangs er übernahm und dafür auch eigens ausgebildet wurde, berichtet Seidl. Und durch die Übernahme der Absperrungen am Kinderdrachenstich hatten die Jugendlichen zudem eigenes Geld in der Kasse.

Aus der Laudatio

  • Franz Seidl

    hat im Rahmen des Besuchs von Gerda Hasselfeldt im Rettungszentrum am Freitag das Ehrenzeichen in Gold des Bayerischen Jugendrotkreuzes, dessen höchste Auszeichnung, erhalten.

  • Seidl

    sei ein Urgestein des Jugendrotkreuzes und der Bergwacht, sagte Theo Zellner.

  • Er sei der Gründungsvater

    der Bergwacht-Jugend in Furth im Wald. In Bergwacht-Kreisen sei überhaupt noch nicht an eine eigene Jugendarbeit gedacht worden, als er bereits begann, nach Wegen zu suchen, um die Jugend in die Bereitschaft einzubinden.

  • Das habe in Furth im Wald

    hervorragend funktioniert. Die damaligen Jugendlichen seien heute aktive Bergwachtfrauen und -männer in der Further Bereitschaft.

  • Der Abschnitt Bayerwald

    der Bergwacht sei auf die Arbeit von Seidl aufmerksam geworden und habe ihn diesbezüglich zum bayernweiten Ansprechpartner gemacht.

  • Auch

    etwa das erste Jugendcamp der Bergwacht Bayern habe in Furth im Wald stattgefunden.

  • Seit mehr als vier Jahrzehnten

    leiste Seidl in diesem Bereich wertvolle Arbeit.

Er selbst wurde 2001 zum bayernweiter Ansprechpartner für die Bergwacht-Jugend, sagt der Zollbeamte, und hat mitgeholfen, weitere Jugendgruppen in anderen Bereitschaften aufzubauen. Er hat bayernweite Jugendgruppenleiter-Lehrgänge organisiert und 2002 das bayernweite Bergwacht-Jugendcamp ins Leben gerufen. Zudem wurden bayernweit einheitliche T-Shirts und Jugendgruppenausweise eingeführt – und das alles von Furth im Wald aus, betont Seidl.

Das Schönste sind die Kontakte

Rückblickend auf die Jugendarbeit ist für ihn das Schönste, dass der Kontakt zu den ehemaligen Jugendlichen noch so gut ist, freut sich der 59-Jährige. Dass er noch dazugehört, obwohl er jetzt kein Amt mehr bekleidet, und nicht nur irgendwann mal was gewesen ist.

Auch an der Bayern Tour Natur war die Bergwacht-Jugend beteiligt. Foto: Seidl
Auch an der Bayern Tour Natur war die Bergwacht-Jugend beteiligt. Foto: Seidl

Und dass mit der Jugendarbeit in der Bergwacht nicht in erster Linie Nachwuchs gesichert, sondern etwas geschaffen wurde, wo die jungen Leute gut aufgehoben sind und Sozialverhalten lernen, sagt er. Eine Bergwacht braucht Teamplayer, keine Einzelgänger. Und der Verein hat den Jugendlichen viel zu bieten: Sie werden etwa in Erster Hilfe, im Sanitätsdienst, in Luftrettung und Naturschutz ausgebildet und betätigen sich körperlich beim Klettern, Skifahren und Tourenskigehen. Als Wanderziele und für Übernachtungen stehen schöne Berghütten zur Verfügung. Ein neues Steckenpferd der Further Bergwacht ist die Drohne.

Gruppenfoto mit MdB Marianne Schieder auf Burg Trausnitz Foto: Seidl
Gruppenfoto mit MdB Marianne Schieder auf Burg Trausnitz Foto: Seidl

All das und vor allem die Kameradschaft tragen dazu bei, dass auch die, die mal ein paar Jahre bei der Bergwacht waren und dann aufgehört haben, noch ein gutes Bild von dem Verein haben und vielleicht sogar Förderer geworden sind, freut sich Seidl.

Bei den bayernweiten Jugendcamps, die Franz Seidl initiiert hat, waren die Further Bergwacht-Jugendlichen stets mit von der Partie, so wie auf diesem Foto in Bad Tölz. Foto: Seidl
Bei den bayernweiten Jugendcamps, die Franz Seidl initiiert hat, waren die Further Bergwacht-Jugendlichen stets mit von der Partie, so wie auf diesem Foto in Bad Tölz. Foto: Seidl

Das Engagement in der Bergwacht und vor allem in der Jugendarbeit habe ihm viel bedeutet, betont der 59-Jährige. Möglich war es ihm nur durch die Unterstützung seiner Familie. Seine Frau Monika hat ihm stets den Rücken freigehalten, die Söhne Christian und Stefan waren immer zur Stelle, wenn er Hilfe brauchte und sonst grade keiner da war, sagt Seidl.

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