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Region Cham
Samstag, 24. Februar 2018 3

Natur

Großer Ärger mit dem Fischotter

Die Tiere holten sich bei den Schwarzachfischern Fische im Wert von 1600 Euro aus dem Weiher. Jetzt musste ein Zaun her.

Die drei Geehrten (v. l.) Franz Beer, Siegfried Decker und Robert Malterer, Vorsitzender Georg Ruhland, dahinter Vereinsmeister 2017, Stefan Kuftner, und Jugendwart Heribert Zeiser mit dem Sieger der Fischhitparade, Tim Eisenrieth Foto: woa

Schönthal.Viele zufriedene Gesichter gab es bei der Jahresversammlung der Schwarzachfischer in der Klosterschänke. Das hatte Gründe: Der Verein ist so mitgliederstark wie nie (138), die Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) klappt bestens, die Schulden werden laut Kassier Konrad Christl – wenn es weiter so gut läuft – in zwei Jahren getilgt sein und die Jugendarbeit läuft bestens (18 Jungfischer). Dies alles bekamen die 50 anwesenden Anglerfreunde zu hören. Auch dass der Vereinsbeitrag gleich bleibt und seit 25 Jahren unverändert ist. Allerdings muss heuer eine Aufnahmegebühr von 100 Euro verlangt werden (wurde zuletzt ausgesetzt).

Die großen Ausgaben, die der Verein jährlich hat – nicht zuletzt für die Rückzahlung des Darlehens zum Bau der Fischerhütte – werden letztlich durch die Einnahmen des Fischerfests, des Steckerlfischgrillens sowie die Mitgliedsbeiträge gedeckt. Dass da viel Arbeit dahintersteckt, zeigte der Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Georg Ruhland. Das Hauptaugenmerk galt dem 7,5 Kilometer langen Fischwasser Schwarzach sowie den beiden Ledererweihern und dem Füchselweiher. Am kleinen Ledererweiher wurden zur Aufstellung eines Metallzaunes zur Fischotterabwehr die Ufergehölze gerodet – bis auf einzelne größere Bäume. Seit vergangenem Jahr werden die Aktivitäten von Fischotter und Co. mit einer Wildkamera festgehalten.

Es gab eine Entschädigung

Denn der Schaden, den der Fischotter am Ledererweiher angerichtet habe, sei immens. Die Tiere hätten im Besatzzeitraum April 2015 bis Herbst 2016 Fische im Wert von 1600 Euro aus dem Weiher geholt. Nach vielen Kontakten und Fischotterberatungen wurden eine Schadensforderung gestellt und eine Entschädigung gezahlt.

Man habe aber auch erklärt, dass Schadensforderungen in Zukunft nur noch Erfolg haben, wenn Präventivmaßnahmen getroffen sind. Also musste ein Zaun errichtet werden. Georg Ruhland meinte, dass sich das lohne, weil man den Ledererweiher noch acht beziehungsweise zwölf Jahre in Pacht habe und der Fischotterberater eine Förderung in Aussicht gestellt habe. „Leider wurde dann der Förderantrag abgelehnt, da mit diesem Programm nur Erwerbsbetriebe unterstützt werden. Um aber unsere Ansprüche für die Zukunft zu wahren, wurde vorerst ein E-Zaun errichtet und der Weiher mit Schnüren zur Kormoran-Abwehr überspannt“, informierte er. Jetzt wolle man weitersehen.

Einige Zahlen zum Verein

  • Präsentation:

    Gewässerwart Korbinian Mauerer gab eine Präsentation zum Vereinsgewässer Schwarzach zum Besten.

  • Fang:

    Der Besatzwert lag demnach bei 4400 Euro, der Fang betrug 388 Kilo Fische (378 Stück), wobei 92 wieder zurückgesetzt wurden.

  • Angler:

    Im Durchschnitt waren 1,42 Angler täglich an der Schwarzach.

Jugendwart Heribert Zeiser berichtete unter anderem vom Zeltlager, das vom 28. bis 30. Juli in Cham stattfand. Vereinsmeister 2017 wurde Stefan Kuftner. Ruhland gratulierte ihm außerdem zu seinem Erfolg als Fischerkönig und Landkreisfischerkönig. Sieger der Fischhitparade (der schönste Fisch des Jahres) wurde Tim Eisenrieth – er fing ein wunderschönes Rotauge.

Bürgermeister Ludwig Wallinger attestierte den Schwarzachfischern eine gute Arbeit. Den Verein bezeichnete er als „sehr aktiv und rührig“. Im Anschluss fanden Ehrungen statt. Siegfried Decker junior war von 1996 bis 2006 Schriftführer der Fischer. Er erhielt von Georg Ruhland eine Ehrenurkunde und ein Präsent. Für 35 Jahre als Vereinsmitglied wurde auch Franz Beer mit einer Urkunde ausgezeichnet, ebenso Robert Malterer.

2. Vorsitzender Werner Lubinski berichtete von den Arbeiten des WWA an der Schwarzach bei Thurau. Dort wurden zwölf Kiesbänke eingebracht, „damit die Kieslaicher wieder Plätze zum Ablaichen haben“. Gefördert mit dem Artenhilfsprogramm des Fischereiverbands, werden jährlich für 2000 Euro einjährige Nasen, Barben und Nerflinge in die Schwarzach bei Schönthal eingesetzt. Großes Lob erhielt Flussmeister Dessinger, der Verständnis zeige für die Verbesserungsvorschläge der Fischerei. Heuer wolle man ein Stück Altarm, das verlandet sei, wieder aktivieren.

Gut 230 Euro draufgezahlt

Gewässerwart Korbinian Mauerer berichtete, dass man beim Abfischen am 8. April wieder einen großen Verlust gesehen habe – von 1200 eingesetzten K1 seien 348 K2 übrig gewesen. Die Zander seien alle weg gewesen. Letztlich habe man gut 230 Euro draufgezahlt. Im Ledererweiher leben Schuppenkarpfen, Spiegelkarpfen und Zander. Im Frühjahr wird dort abgefischt. „Damit man sieht, was drin ist und ihn dann neu besetzen kann“, sagte Mauerer. Ruhland versicherte, man wolle den Ledererweiher künftig anders bewirtschaften. Man habe ein Programm ausgearbeitet, bei dem man andere Gesichtspunkte berücksichtige. (woa)

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