MyMz
Anzeige

Wahlkampf

Grüne Frauen wollen „nur mitentscheiden“

Der Aktionskreis „Frauen machen Politik“ des Bezirksverbands von Bündnis 90/Die Grünen lud zur Podiumsdiskussion.

Die Frauen vom Podium (v. r.): Claudia Ried, Doris Hillebrand, Andrea Leitermann, Claudia Müller-Völkl, Hannah Quaas, Yvonne Rösl, Gabi Mutzbauer, Yvonne Rössl, Sonja Probst und Tina Winklmann  Foto: Edmund Speiseder
Die Frauen vom Podium (v. r.): Claudia Ried, Doris Hillebrand, Andrea Leitermann, Claudia Müller-Völkl, Hannah Quaas, Yvonne Rösl, Gabi Mutzbauer, Yvonne Rössl, Sonja Probst und Tina Winklmann Foto: Edmund Speiseder

Cham.Der Aktionskreis „Frauen machen Politik“ des Bezirksverbands Oberpfalz Bündnis 90/Die Grnen veranstaltete am Donnerstag im Hotel am Regenbogen in Cham eine Podiumsdiskussion mit Frauen, die aktiv in der politischen Verantwortung stehen bzw. stehen wollen. Chams Kreisvorsitzender Michael Doblinger begrüßte als einer der zwei Vorsitzenden der Doppelspitze die Gäste. Seine Kollegin Andrea Leitermann, die für den Kreistag kandidiert und Landrätin werden will, war als Teilnehmerin auf dem Podium vorgesehen.

Bezirksvorsitzende Tina Winkl-mann freute sich über die Vielzahl derer, die der Einladung gefolgt waren. Im Besonderen nannte sie Veronika Fischl, die im Landkreis Passau für das Amt der Landrätin kandidiert. Bewusst eröffnete Winklmann die Versammlung mit ihrem T-Shirt mit dem Konterfei von Frauen, das „Frauen als Helden“ tituliert, und leitete damit zum Kern der Veranstaltung hin:

„Die Damen, die nach Cham kamen, stehen alle als Heldinnen Tag für Tag ihre Frau und wollen weiter Verantwortung mittragen.“ Das war auch die Botschaft, die die Diskussionsrunde den Zuhörern mit auf den Weg gab. „Frauen wollen nicht Emanzen sein und wollen nicht die Männer ausboten“, so Winklmann. Es gehe lediglich um das Wahrnehmen der Gleichwertigkeit. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt!“, wie es in Art. 3 in den Grundrechten unserer Verfassung zu lesen ist.

Doris Hillebrand erzählte, als sie in München mit dem Jurastudium begann und in der ersten Vorlesung der Professor prüfend ins Auditorium blickte und überwiegend Frauen entdeckte, sich zu der Bemerkung habe verleiten lassen: „So viele Damen, wir werden doch nicht auf das Niveau von Friseurinnen herabfallen!“ „Da wusste ich“, so die Staatsanwältin, „dass noch manches im Argen liegt.“

Tina Winklmann thematisierte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und befragte die Frauen auf dem Podium, wie sie diese Hürde im Alltag meistern. Grundsätzlich wurde dieses Thema als problematisch und herausfordernd angesehen. „Aber“, so Hannah Quaas, die das Amt der Bürgermeisterin in Teublitz anstrebt, „wenn Mann und Frau die gleiche Qualifikation haben, wenn auch die Fähigkeiten, die jeder in die Beziehung bringt, gefördert werden, dann ist das auch im Alltagsleben hinzukriegen. Mein Mann unterstützt mich dabei, und das ist doch schön.“

Chams Landratskandidatin Andrea Leitermann bestätigte das und meinte, dass das auch für eine Alleinerziehende möglich sei. Vieles sei nur eine Frage der Organisation. Diese Erfahrung habe sie mit drei Kindern immer schon gemacht. Unsere Gesellschaft, so die einhellige Meinung auf dem Podium, müsse die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Sabine Rössl und Gabi Mutzbauer, Stadträtinnen in Sulzbach, sagten, sie stellten fest, es werde immer wieder die einhellige Meinung artikuliert: „Kinderbetreungsangebote, das brauchen wir bei uns nicht.“ Dieser Wahrnehmung stimmte Sonja Probst zu, die sagte, dass sie dies im Gemeinderat in Wackersdorf auch immer wieder höre. Claudia Müller-Völkl, die in Nittenau Bürgermeisterin werden will, erklärte, sie wolle vor allem für die Energiewende in der Kommune eintreten.

Die ganz große Herausforderung, so stellten auch die Zuhörer fest, sei der wertschätzende Umgang miteinander, vor allem in den politischen Gremien. Claudia Ried brachte es auf den Punkt, indem sie forderte: „Männer müssen keine Angst haben, dass wir ihnen etwas wegnehmen wollen. Wir möchten nur mitentscheiden dürfen, wir wollen nicht übernehmen, sondern nur unseren anderen Blickwinkel auf Fragen der Gesellschaft äußern und einbringen dürfen.“ Tina Winklmann wünschte sich, dass sich das durch die nächste Stimmabgabe ändern möge und bedankte sich mit einem Präsent bei den Frauen auf dem Podium. (csp)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht