MyMz
Anzeige

Politik

Grüne wollen in Waldmünchens Stadtrat

Bündnis 90/Die Grünen gehen erstmals mit einer Stadtratsliste ins rennen. Einen Bürgermeister-Kandidaten stellen sie nicht.
Von Petra Schoplocher

Sie sind die Gesichter hinter „Mehr Grün für Waldmünchen“: Die beiden Kreisvorsitzenden Michael Doblinger (links) und Andrea Leitermann (vorne links) freuen sich, dass diese Frauen und Männer ihre Kandidatur auf der Stadtratsliste zugesagt haben. Fotos: Schoplocher
Sie sind die Gesichter hinter „Mehr Grün für Waldmünchen“: Die beiden Kreisvorsitzenden Michael Doblinger (links) und Andrea Leitermann (vorne links) freuen sich, dass diese Frauen und Männer ihre Kandidatur auf der Stadtratsliste zugesagt haben. Fotos: Schoplocher

Waldmünchen.Kämpferisch und selbstbewusst, so betraten die Grünen am Donnerstag Abend offiziell das politische Parkett in Waldmünchen. Die Partei wird bei den Kommunalwahlen im März eine eigene Liste ins Rennen schicken, kündigte Kreisvorsitzender Michael Doblinger an. Und schob gleich entschlossen nach, dass zwei, drei Sitze schon das Ziel seien. Damit „hätten wir eine Stimme, mit der man etwas zu sagen hat.“

Ansatzpunkte für „Mehr Grün in Wüm“ – so lautete auch der Titel der Informationsveranstaltung, mit der Bündnis 90/Die Grünen aufmerksam machen wollten – gebe es laut Doblinger genug. Ein virtueller Stadtrundgang zeigte, wo. Etwa an der Fassade des sanierten Gasthauses Kamm.

Ärger wegen Bürgerspital und Bahnhof

Grüne wollen Stadtratsliste aufstellen Foto: Schoplocher
Grüne wollen Stadtratsliste aufstellen Foto: Schoplocher

Diese bezeichnete er als nicht zeitgemäß. „Da scheint irgendetwas nicht angekommen zu sein“, meinte er zu fehlenden klimafreundlichen Maßnahmen. Auch müsse hinterfragt werden, ob man es sich in der heutigen Zeit noch leisten könnte, Photovoltaik-Anlagen in der Altstadt zu verbieten. „Die öffentliche Hand könnte zeigen, dass sie die Bauern nicht alleine lässt“, kommentierte er reine Rasenflächen. Sauer stieß ihm auf, dass den Versprechungen zu Bürgerspital und Bahnhof keine Taten gefolgt seien. Es sei viel geredet worden, er selbst „glaubt nicht mehr daran“.

„Mehr Grün in Wüm“

  • Liste:

    16 Frauen und Männer haben schon zugesagt, auf der Liste von Bündnis 90/Die Grünen zu kandidieren. Mit 20 Namen, soviel, wie es Sitze im Stadtrat gibt, wäre sie voll.

  • Nominierung:

    Wenn die Liste steht, soll es eine weitere Versammlung geben und weitere grüne Themen.

  • Bürgermeister:

    Einen Kandidaten wird die Partei nicht stellen.

Der Kreisvorsitzende, der die Stadt bereits seit seiner Berufschulzeit vor 30 Jahren kennt, sah aber auch viel Positives, Schätze, die es zu bewahren gebe. Um sie zu entdecken, lohne sich ein Blick hinter die Fassaden. In der Jugendbildungsstätte steckten Werte, im Inneren einer Bäckerei werde Integration gelegt. Den Stadtwerken falle eine besondere Rolle bei der Energiewende zu, diese gäben einer Kommune ganz andere Möglichkeiten und seien deshalb ein Schatz.

„Man ist motivierter, wenn man spürt, dass da was geht“

Sepp Karl

Dass die Partei nun mit einer eigenen Liste antritt, erklärte Doblinger vor allem mit zwei Namen, die sich am Ort engagieren: Unternehmer Sepp Karl und Doris Hillebrand, Schriftführerin im Kreisverband. „Das gibt’s doch nicht“, sei deren Reaktion gewesen, nachdem sie gehört hatte, dass es bis dato keine grüne Liste gab. Es folgte ein Austarieren und die rasche Erkenntnis, dass die entsprechende Bereitschaft vorhanden ist. „Außerdem passiert einem heutzutage ja nichts mehr, wenn man bei den Grünen auf die Liste geht“, schob Doblinger augenzwinkernd nach.

Idee für „Waldmünchen von morgen“

Für Sepp Karl nahm das Unternehmen „Stadtratsliste“ schnell Fahrt auf. „Man ist motivierter, wenn man spürt, dass da was geht“. Und was da geht: 16 Namen hatte die Partei bereits vor dem grünen Info-Abend auf der Liste, Doblinger gab sich zuversichtlich, dass er aus Reihen der Interessierten noch die ein oder andere Zusage bekommen werde.

Co-Kreisvorsitzende Andrea Leitermann hielt ein leidenschaftliches Plädoyer. „Wir haben eine Idee für einen Landkreis und eine Stadt Waldmünchen von morgen“, machte sie deutlich. Es gehe um eine gute Zukunft für alle, dieses Ziel verlange Umwelt- und Naturschutz ebenso wie eine nachhaltige Verkehrspolitik und neuen Schwung für die Energiewende. Leitermann regte Klimaschutzmanager und kommunale Energiesparkonzepte an. „Uns reicht es nicht, eine bessere Welt zu beschreiben, wir verbessern die Wirklichkeit.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht