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Kommune

Grüne wollen ins Waldmünchner Rathaus

Die Grünen schicken je zehn Frauen und Männer ins Rennen um die Stadtratssitze. Die präsentieren sich selbstbewusst.
Von Petra Schoplocher

Sie wollen für mehr grün sorgen, im Stadtrat und Waldmünchen: Die 20 Frauen und Männer, die auf der Liste kandidieren. Angeführt wird sie von Isabel Scheuerer (Fahnenmitte). Links neben ihr die Kreisvorsitzende Andrea Leitermann, ihr „Co.“ Michael Doblinger steht rechts hinten. Foto: Schoplocher
Sie wollen für mehr grün sorgen, im Stadtrat und Waldmünchen: Die 20 Frauen und Männer, die auf der Liste kandidieren. Angeführt wird sie von Isabel Scheuerer (Fahnenmitte). Links neben ihr die Kreisvorsitzende Andrea Leitermann, ihr „Co.“ Michael Doblinger steht rechts hinten. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Von außen passt sie ihnen schon sehr gut, die Farbe des Rathauses. „Da sollte aber auch grün drin sein und was Grünes rauskommen!“ – finden jedenfalls die knapp 20 Frauen und Männer, die am Donnerstag Abend zum ersten Mal in der Geschichte Waldmünchens eine grüne Stadtratsliste aufgestellt haben.

Und die große Ziele haben: „Zwei Sitze plus x“ sind laut Ortsvereinsvorsitzendem Sepp Karl anvisiert. Er zeigte sich begeistert, wie schnell das Vorhaben „grüne Liste“ an Fahrt aufgenommen habe. Als ihn Kreisvorsitzender Michael Doblinger vor Monaten gefragt hatte, wie er denn die Chancen einschätze, das Minimun von sieben Kandidaten zu schaffen, habe er erst einmal gegrübelt und Namen im Kopf gewälzt. Dass nun 20 pariat stünden, sei fantastisch. Er dankte den grünen Freunden und Freundinnen für ihr Bekenntnis, denn: „Es kann schon mal sein, dass man blöd an’gredt werd“.

An Ideen mangelt es den Grünen nicht, wenngleich Sepp Karl nicht allzu viel verraten wollte. Aber Innenstadtbelebung, „Kümmerangebote“ für Zugezogene oder die Förderung von Direktvermarktung sind Schlagworte über die klassischen Umweltthemen hinaus. „Wir wollen nicht nur reingewählt werden, sondern uns auch einbringen“, verdeutlichte der Holzbau-Unternehmer. Zum besseren Austausch ist zudem ein „grüner Monatsratsch“ für alle Bürger angedacht.

´Premiere

Grün schlägt in Waldmünchen Wurzeln

Am Montag gründete sich der erste Ortsverband im Landkreis. Die „Motoren“ Doris Hillebrand und Sepp Karl sind die Sprecher.

28-Jährige an der Spitze

Angeführt wird die Liste von der 28-jährigen Isabel Scheuerer. Sie wohnt erst seit April in der Heimat ihres Mannes, hat aber schon Handlungsbedarf ausgemacht, etwa beim Öffentlichen Nahverkehr. Damit lag sie bei ihrer Vorstellung voll auf einer Wellenlänge mit Kreisvorsitzender Andrea Leitermann, die im Selbstversuch gerade aufs Auto verzichtet. „Ich hab einen Leihwagen abgelehnt und das schon bereut“, berichtete sie. Zweieinhalb Stunden mit dem Bus für eine Autostrecke voin 15 Minuten, nannte sie ein Highlight. Dabei sei Mobilität ein Grundbedürfnis aller Menschen, ärgerte sie sich. Der Landkreis habe in ihren Augen enormen Nachholbedarf.

Die Kandidaten

  • Fifty-fifty:

    Den Grünen ist es als erster Liste bisher gelungen, je zehn Frauen un Männer zu nominieren. „Damit setzen wir ein Zeichen“, freute sich Ortsvorsitzende Doris Hillebrand.

  • Liste:

    Namen und Plätze waren vorberaten und wurden einstimmig angenommen. 1. Isabel Scheuerer, 2. Günther Mittelmaier, 3. Lena Gröbner, 4. Sepp Karl, 5. Ingrid Balk-Lintl, 6. Demian Wolfering, 7. Doris Hillebrand, 8. Matthias Eiber, 9. Marianne Schenk, 10. Kwadwo Okore, 11. Sabine Mittelmaier, 12. Sebastian Karl, 13. Gabriele Appelt, 14. Michael Schrattenthaler, 15. Helena Probst, 16. Robert Kurzmann, 17. Claudia Tost, 18. Rüdiger Hillebrand, 19. Sabine Seuß, 20. Christian Henzler.

Die Vorstellungsrunde der Kandidaten - sechs waren verhindert - geriet zu einem bunten Potpourri aus persönlichen Geschichten und politischen Zielen. Günther Mittelmaier, auf Platz zwei der Liste und laut Selbstbeschreibung „sozial, liberal und konsersativ eingestellter Grüner“ betonte, dass ein bayerischer Ministerpräsident mit ein paar grünen Flecken nicht darüber hinweg täuschen könne, dass „die Grünen die Kompetenz für grüne Themen haben“.

Position beziehen

Michael Schrattenthaler betonte, dass die Liste eine wunderbare Gelegenheit sei, Stellung zu beziehen. Dies sei in Zeiten, in denen Kräfte wie die AfD derart stark seien, besonders wichtig. Sepp Karl arbeitet seit 30 Jahren konsequent ökologisch. „Es funktioniert, man muss nur wollen“, betonte er. Ingrid Balk-Lintls Motivation: „Eigentlich sind wir nicht vorangekommen“, meinte die freischaffende Grafikerin, trotz „Ökoregion“ und dem Slogan „Jute statt Plastik“. Lena Gröbner hat der Sommer vor Augen geführt, dass sich schnell was ändern muss. Insektensterben, Klimawandel, aber auch Müllvermeidung sind ihre Themen.

Doris Hillebrand schwebt ein Jugendparlament vor. Sie wies auf die U18-Wahlen im Mai hin mit dem „bedenklichen“ Ergebnis von fast 20 Prozent für die AfD.

Michael Doblingers Zusammenfassung der Statements lautete: „Grün ist absolut wählbar“. Den Waldmünchnern machte er Mut: „Des wird ebbs, ihr werdet schauen, was da für ein großer Erfolg rauskommt.“

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