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Grünschnäbel auf Erkundung

Erstmals trifft sich die Kindergruppe des OGV Walderbach. Die Gärtner inspizieren die Beete und lernen viel über Johanniskraut.
Ulrike Niklas

  • Nachdem die Nachwuchsgärtner die kleinen gelben Blüten säuberlich abgezupft und in große Gläser gefüllt hatten, wurde mit Sonnenblumenöl aufgefüllt. Nach etwa vier Wochen Reifezeit ist das heilende Rotöl fertig. Foto: Ulrike Niklas/Ulrike Niklas
  • Anschauungsunterricht im Kreislehrgarten: Die „Wald- und Wiesenfrau Stoegi Waldbaumoos“ alias Brigitte Stosiek zeigt den Kindern, woran man das Johanniskraut erkennt. Foto: Ulrike Niklas/Ulrike Niklas

Walderbach.Mit dem verheißungsvollen Slogan „Die Grünschnäbel kommen!“ haben die Verantwortlichen des Obst- und Gartenbauverein Walderbach zu Beginn des Jahres interessierte Kinder für ihre neue Nachwuchsgruppe gesucht.

Die Resonanz war groß, mehr als 30 NachwuchsgärtnerInnen meldeten sich an. Im März wollten die Grünschnäbel sich erstmals treffen. Doch dann machte die Corona-Ausgangsbeschränkung allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung und sämtliche Planungen mussten für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt werden.

Mitte Juni erlaubten die Lockerungen nun endlich die Jugendarbeit in den Vereinen, und es gab grünes Licht für den Start der grünen Schnäbel. Am Samstagnachmittag trafen sich die kleinen Naturfreunde zum ersten Mal. Mit den Corona-Regeln durch Schule und Kindergarten bestens vertraut, hielten sich die Kids mustergültig an Gruppenaufteilung, Maskengebot und Abstandsregeln. Am alten Schulgarten im Kreislehrgarten konnten sich die jungen Naturfreunde zunächst ihre Beete anschauen. Während der Coronapause mussten die Gruppenleiterinnen die Beete ohne die Kinder vorbereiten und haben für jeden Grünschnabel eine Sonnenblume gepflanzt. Die Blumen haben zwischenzeitlich eine stattliche Größe erreicht und warten darauf, von ihren „Besitzern“ mit Stäben gestützt zu werden.

Rote Finger nach „Wutzltest“

In den Erdbeerbeeten gab es für die Flinken noch die letzten roten Früchte zu ergattern. Bald sammelten sich die Kinder aber um die große Kräuterspirale, denn dort wartete die „Wald- und Wiesenfrau Stoegi Waldbaumoos“, die Kräuterexpertin im Raum Reichenbach/Walderbach. Sie stellte den Kindern das Johanniskraut vor, das derzeit in voller Blüte steht. Der „Wutzltest“ bescherte allen Kids dunkelrote Finger und lieferte den Beweis, dass aus gelben Blüten rotes Öl werden kann.

Die Gruppe marschierte mit den Betreuerinnen Michaela Bräu, Silvia Zaglmann, Steffi Weber und Beate Kagerer zum Pfarrheim und pflückte auf dem Weg noch Johanniskraut ab. Unter den Bäumen im Pfarrheimgarten ging es schließlich an die Kräuterküche. Viele kleine, flinke Finger zupften in Windeseile die gelben Blütensternchen von den Stielen und füllten sie in große Gläser. Dann wurde mit Sonnenblumenöl aufgegossen. Ungefähr vier Wochen muss das Öl nun an einem sonnigen Platz reifen.

Die Wald- und Wiesenfrau erklärte den Kindern die Wirkungsweise und Anwendung von Johanniskraut. Dabei lernten die Kinder auch noch weitere Pflanzen mit ähnlichen Wirkstoffen wie zum Beispiel den Spitzwegerich kennen. Am Beispiel des ebenfalls gelben Kreuzkrautes erfuhren die Junggärtner, dass man sehr genau hinschauen muss, da sich viele Pflanzen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Nächstes Treffen im August

Damit die Gartenfreunde immer wieder nachschauen können, wie das Johanniskraut aussieht und wofür es verwendet wird, hatte das Leitungsteam ein Merkblatt über die Heilpflanze vorbereitet. Dieses konnten die Kinder gleich in ihre nagelneue „Grünschnäbel-Mappe“ einheften. Als Gründungsmitglieder der OGV-Nachwuchsgruppe erhielten sie außerdem eine Urkunde und einen Anstecker mit dem OGV-Jugendmaskottchen „Flori“. Im August steht das nächste Treffen der Gruppe an. Bis dahin ist auch das Johanniskraut-Rotöl fertig. (run)

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