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Vortrag

Grundrente ist Respektrente

Die SPD möchte eine Grundrente ohne Einkommensprüfung, die Union besteht auf dieser. Wie sieht das für die Rentner aus?
von Monika Kammermeier

Referentin und Bezirksrätin Brigitte Scharf (links) mit der Bürgermeisterkandidatin der SPD, Claudia Zimmermann  Foto: Monika Kammermeier
Referentin und Bezirksrätin Brigitte Scharf (links) mit der Bürgermeisterkandidatin der SPD, Claudia Zimmermann Foto: Monika Kammermeier

CHAM.Der SPD ist die Grundrente sehr wichtig. Darum hat am Freitagnachmittag im Hotel am Regenbogen mit Bezirksrätin Brigitte Scharf ein Vortrag dazu stattgefunden, der den zahlreichen Gästen das Prinzip der Grundrente erklärte. Die Grundrente, besser gesagt die Respektrente, wie es Landratskandidat Sebastian Meier nach MdB Hubertus Heil (SPD) sagte, soll die Lebensleistung von Menschen anerkennen, die jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben. Sie soll ihre Bezieher auch vor Altersarmut schützen. Das Geld fließe ja auch wieder in die Wirtschaft ein, so war sich SPD-Bürgermeisterkandidatin Claudia Zimmermann sicher. Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass ein Grundrentenzuschlag in einer Staffelung von 33 bis 35 Beitragsjahren ansteigend berechnet wird. Die Regierungsparteien hätten schon den Starttermin für Bestands- und Neurentner zum 1.1.2021 festgelegt, so die Referentin.

Scharf berät seit Jahrzehnten Betroffene in Rentenangelegenheiten und kennt die Situation gerade von Bedürftigen. Sie hielt einen erhellenden Vortrag, übertitelt mit: „So funktioniert die neue Grundrente.“ Zimmermann sagte eingangs, dass diese Veranstaltung zur Grundrente akute Brisanz erfahren habe, da die Regierungskoalition nicht in der Lage sei, einen Kompromiss zu finden. Die Union bestehe auf Einkommensprüfung und die „seriöse Finanzierung“. Störfeuer gebe es auch aus der Rentenversicherung, die sich in Bezug auf die Einkommensprüfung technisch nicht in der Lage sehe, alle Einzelfälle schnell zu prüfen.

Die geplante Einführung der Grundrente zum 1.1.2021 werde wahrscheinlich nicht haltbar sein, so Zimmermann. Ein Schlag ins Gesicht vieler älterer Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet hätten und eine Anerkennung ihrer Lebensleistung verdient hätten. Eine große Enttäuschung auch für viele Frauen, die gearbeitet haben, Angehörige gepflegt, Kinder erzogen, für den Haushalt gesorgt haben und nun mit einer Minirente dastehen, sagte Zimmermann. 60 Prozent der berechtigten Rentner würden gar keinen Antrag auf Grundsicherung im Alter stellen. Sie könnten ihr Einkommen um durchschnittlich 220 Euro steigern. Der bürokratische Aufwand schrecke hier ab.

Scharf sagte, dass die Grundrente ein Zuschlag, beziehungsweise eine Zulage zur bestehenden und künftigen Rente ist. Von diesem Zuschlag werden in erster Linie Alleinstehende und Verwitwete mit geringer Rente profitieren. Eine Voraussetzung für diesen Zuschlag seien 35 Versicherungsjahre oder 420 Versicherungsmonate und die Punkte. Gedanke der SPD war es, dass derjenige, der gearbeitet habe, das ausgeglichen bekommen müsse. Betroffen seien 1,4 Millionen Menschen und davon 74 Prozent Frauen. Eine Bedürftigkeitsprüfung, wie von der Union angedacht, könne und dürfe von der Rentenversicherung als solche nicht durchgeführt werden. Jetzt wolle man eine Einkommensprüfung per Datenabgleich über das Finanzamt. Das Einkommen des Partners spielt eine Rolle.

Scharf erläuterte, wer das bundesweite Durchschnittseinkommen hat, habe einen Punkt, wer 80 Prozent davon verdiente, erhält 0,8 Punkte. Ab 0,3 bis 0,8 Punkte werde bezahlt. Bei einem 450-Euro-Minijob, zehn Jahre ausgeführt, bedeute das 1,331 Rentenpunkte und keinen Zuschlag, weil keine 30 Prozent erreicht worden seien, erklärte Scharf. Der Freibetrag für Alleinstehende betrage 1250 Euro, für Verheiratete 1950 Euro. Wer 80 Prozent der derzeitigen Durchschnittsrente nicht erreiche, brauche den Zuschlag. Kurzum, so Scharf, es zählen die anbezahlte Rente und Kapitalerträge.

Berechnung

  • Wert:

    Es lässt sich der eigene Punktewert ausrechnen, wenn man den derzeitigen Rentenstand durch 33,05 teilt.

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