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Neubau

Grundstein für Bildung in Cham gelegt

Nach dem Spatenstich im Mai ist jetzt der Grundstein für die Marienrealschule gesetzt. Die Namensdebatte hallt noch nach.
Von Anna Heidenreich

Bürgermeisterin Karin Bucher (von links), Landrat Franz Löffler, Domdekan Johann Neumüller, Schulleiter Josef Maier und Architekt Markus Weber legten symbolisch den Grundstein der Marienrealschule. Foto: Anna Heidenreich
Bürgermeisterin Karin Bucher (von links), Landrat Franz Löffler, Domdekan Johann Neumüller, Schulleiter Josef Maier und Architekt Markus Weber legten symbolisch den Grundstein der Marienrealschule. Foto: Anna Heidenreich

Cham.Trotz dicker Wolken und Regen starteten die Gäste heiter in die Grundsteinlegung der neuen Marienrealschule in Cham: „Dieser Tag soll fröhlich sein wie ein heller Sonnenschein“, sang die Chorklasse der Gerhardinger-Realschule. Auch Schuldirektor Josef Maier, Landrat Franz Löffler und Bürgermeisterin Karin Bucher betonten, dass das ein Tag der Freude sei. Nur bei der Diözese sitzt der Stachel wegen der Namensdebatte offenbar noch tief.

So begann Domdekan Johann Neumüller sein Grußwort mit dem Bibelzitat „Von der falschen und der rechten Sorge“. Hier werde die Frage gestellt, was wichtiger ist: die Kleidung, also der Besitz, oder der Leib. Er kritisierte, dass es in den Medien „nur um die Kleidung ging und nicht um den Kern“. Der sei, dass die Diözese eine neue Schule baue. „Das wäre in dem Fall der Leib“, sagte Neumüller. Die Medien hätten „von oben herab“ den Vorschlag des Bischofs kritisiert, den dieser mangels besserer Vorschläge gemacht habe.

Dann kamen auch bei ihm der Stolz und die Freude über die neue Schule hervor. „Gerade bei einem Stein kommt es darauf an, was man daraus macht“, sagte er. Der Grundstein an der Schule bilde das Fundament einer Treppe. Für Neumüller ist die ein Symbol für mehr Bildung. „Und Bildung ist ja nur ein anderes Wort für Chancen schaffen.“

Grundstein der Marienrealschule ist gelegt

Arbeiten sind etwas im Verzug

Das sei der Grund, warum dieses Projekt der Diözese, der Stadt und dem Landkreis so sehr am Herzen liege. „Wir wollen Talente und Begabungen hier fördern und Defizite abbauen. Es ist eine schöne Vorstellung, dass bald Schüler über die Gänge laufen, im Lehrerzimmer die Kaffeemaschine zischt und der Hausmeister die Snacks anbietet - natürlich nur ökologisch korrekt.“

Das wird aber noch etwas dauern. Laut Architekt Markus Weber sind die Arbeiten ein paar Wochen in Verzug. Trotzdem sei, fast ein halbes Jahr nach dem Baustart, der Baufortschritt schon deutlich zu sehen. „Wir sehen schon den neuen Vorplatz der Schule mit dem künftigen Haupteingang. Das neue Atrium als geplantes Zentrum und Herz der Schule zwischen Alt- und Neubau ist langsam zu erahnen.“ Noch heuer sollen alle Decken im Neubaubereich abgeschlossen werden, sagte Weber.

Im Studienheim laufen laut dem Architekten gerade die Entkernungs- und Rückbauarbeiten. Außerdem müsse bei der Statik nachgebessert werden. Finanziell laufe es gut: „Trotz der schwierigen Konjunktur bewegen wir uns im Kostenrahmen.“

In den nächsten Wochen werde ein weiteres Ausschreibungspaket veröffentlicht. Dann gehe es um die Vergabe der Arbeiten an den Außenanlagen, Fassaden, Fenstern und Dächern des Neubaus, sagte Weber. „Auf der Baustelle geht es mit ein paar winterbedingten Einschränkungen weiter.“

Der Schwerpunkt werde dann im Studienheim liegen. Ab Januar sollten dann die Technikfirmen mit ihrer Arbeit beginnen, nach dem Winter sei das Dach des Atriums und die Gebäudehülle des Neubaus dran. Wenn alles klappt, werde der erste Bauabschnitt 2021 abgeschlossen sein. 2023 soll planmäßig der Schulbetrieb starten.

Freiheit für eigenes Denken

Ähnlich wie der Domdekan betonten auch Bürgermeisterin und Landrat, wie wichtig Bildung sei. Für Karin Bucher ist die der Schlüssel zur Freiheit. „Auf deutsche Verhältnisse bezogen meine ich jetzt nicht die Reisefreiheit oder die Freiheit, zu sprechen.“ Es sei die Freiheit gemeint, nicht „irgendjemandem nachzulaufen, der irgendwelche extremistischen Tendenzen verfolgt“. Deshalb freue es sie sehr, dass die Diözese hier eine Bildungseinrichtung schaffe.

Franz Löffler sprach von einem „bedeutenden Tag“: Eine Grundsteinlegung sei etwas Dauerhaftes. „Bildung ist auch etwas auf Dauer“, sagte der Landrat. Besonders die Realschulen hätten im Landkreis einen großen Stellenwert. In vielen Gegenden gebe es mehrheitlich Gymnasiasten. In der Region rund um Cham gingen dagegen überdurchschnittlich viele Schüler auf die Realschule.

Nach den Grußworten in der Aula wanderten die Gäste in den Neubau. Dort legte Domdekan Neumüller nach einem Gebet die Zeitkapsel mit den aktuellen Ausgaben der Tageszeitungen, einer Urkunde und einem Plansatz als Zeitdokumente in das vorgesehene Loch in der Wand. Zusätzlich landete ein Münzsatz in dem kupfernen Rohr. Er soll für Glück und Reichtum sorgen.

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