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Verkehr

Günstige Tickets für Senioren?

Der ÖPNV im Landkreis soll seniorenfreundlicher werden, beschließt der Bau- und Umweltausschuss.
Von Hans Schmelber

Einsteigen an der ÖPNV-Haltestelle – und ohne Auto den Landkreis Cham erkunden Foto: Landratsamt
Einsteigen an der ÖPNV-Haltestelle – und ohne Auto den Landkreis Cham erkunden Foto: Landratsamt

Cham.Der Bau- und Umweltausschuss des Landkreises Cham tagte kürzlich im großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Beraten wurde über den einzigen Punkt im öffentlichen Teil, einen Antrag der SPD auf Einführung eines vergünstigten Seniorentickets für den öffentlichen Personennachverkehr (ÖPNV) im Landkreis Cham.

„Der Arbeitskreis Mobilität Arbeit ist seit einiger Zeit daran, die Situation des ÖPNV im Landkreis Cham zu verbessern. Einige Maßnahmen sind bereits umgesetzt. Wir sind der Meinung, dass eine weitere Maßnahme ohne großen Aufwand zügig umgesetzt werden könnte“, schrieb Wolfgang Kerscher, seines Zeichens Fraktionssprecher der SPD, in seinem Antrag und begründete den auch damit, dass künftig mehr ältere Personen auf den ÖPNV angewiesen sein werden und viele Ältere nur eine geringe Rente beziehen. „Wir beantragen deshalb für Seniorinnen und Senioren im Bereich des Verkehrsbundes Landkreis Cham (VLC) eine verbilligte Fahrkarte einzuführen. Die Verbilligung soll 50 Prozent betragen“, stand im Schreiben.

„Wir können das als Prüfauftrag weitergeben und wir können dieses Thema durchaus in die weiteren Verhandlungen und Gespräche miteinbeziehen“, stellte darauf Landrat Franz Löffler fest. „Wir müssen aber auch noch berücksichtigen, was machen wir mit Leuten, die noch nicht 65 sind, aber bedürftig?“, führte er noch aus. Für Löffler stand aber auch fest, dass „wir das nur bestimmen können für den ÖPNV in unserem Landkreis“.

Abstimmung mit anderen

Es gebe aber auch eine ganze Reihe von Busverbindungen, die an die Rändern des Landkreises hinaus funktionieren. „Deswegen ist es dingend notwendig, mit den Nachbarlandkreisen in Bezug auf die Tarifsysteme darüber zu reden, ob sie in diesem Bereich auch dazu bereit wären.“ Das wäre vorher abzuklären.

Der beste Tarif nütze gar nichts, wenn das Angebot nicht da ist. „Das Angebot aber kann nicht ein großer Bus mit 50 Sitzen und warmer Luft und wenig Leuten sein. Man muss innovative Lösungen finden wie den Rufbus.

Wir haben den Rufbus schon auf neun Stecken eingesetzt. Drei weitere sollen folgen, man hat auf diesen Strecken schon eine gute Frequenz. Das ist schon ein guter Weg in der ländlichen Region mit erweiterter Palette mit diesen Rufbussen. Natürlich muss das Tarifsystem das Ganze auch attraktiv gestalten.“

Thomas Ederer, Sachgebietsleiter für dieses Thema, interpretierte dazu Tarifbestimmungen zu einem Seniorentarif mit einer kurzen Präsentation. Wichtig dazu ist ein einfaches Handling. Gegen Vorlage eines Altersnachweises erhalten Personen ab 65 Jahre bzw. Versorgungsempfänger mit Nachweis eine Ermäßigung auf den Regeltarif in allen VLC-Bussen sowie der Oberpfalzbahn und ALEX im VLC. Möglich wäre eine Variante mit 25 bis 27 Prozent auf Regeltarif und Variante B mit Ermäßigung von 50 Prozent. Ederer führte aber auch aus, dass der Seniorentarif nicht üblich ist und von großen Verbündeten wie MVV und VGN nicht angeboten wird.

Durchaus aber in einigen ländlichen Regionen wie Deggendorf mit 25 Prozent und auch Weiden/Neustadt/Tirschenreuth. Den Erlösausfall zahlt dort komplett der Aufgabenträger an die Verkehrsunternehmen. Die Länderbahn würde dafür als Einführungskosten 800 Euro verlangen. Bei Variante B würden bei neuer Tarifgattung Bus und Bahn einmalige Kosten in Höhe von 9000 Euro anfallen. Orientiert an dem Deggendorfer Modell würden sich für den VLC Mindererlöse bei Variante A in Höhe von 21 500 Euro und bei Variante B mit 43 000 Euro pro Jahr ergeben.

Ederer wies aber in einer Folie auch darauf hin, dass bereits 2016 in der Arbeitsgruppe Mobilität Argumente auftraten wie unübersichtlicher Tarifdschungel, und eine Einführung sei schwer zurückzunehmen.

Satzung wäre notwendig

Des Weiteren erklärte Ederer, dass dieser Seniorentarif über eine Satzung erlassen werden müsste und dann im VLC-Tarif geregelt würde, der sich auch teilweise bis in die Landkreise Regen und Schwandorf erstreckt. Alle anderen würden über eine Vereinbarung mit den anderen Nachbarlandkreisen geregelt und von denen mitgetragen werden. Unabhängig der Zustimmung von diesen könnte der Landkreis Cham alleine das Zusatzangebot einführen, würde statt 85,7 dann 100 Prozent der Kosten tragen.

Landrat Franz Löffler erinnerte aber nochmals, dass man in einem riesengroßen Flächenlandkreis lebe. Man müsse innovativer werden. Deshalb: Rufbus-System weiter entwickeln, aber gleichzeitig auch einen Prüfauftrag an die Verwaltung geben.

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