MyMz
Anzeige

Günstiges Wild für Grill und Pfanne

Die Wildbretvermarktung wird heuer für Jäger schwierig. Der BJV bittet um Zusammenarbeit bei der Kitzrettung.
Von Alois Dachs

Wildbret eignet sich hervorragend zum Grillen, zeigte vor den Kontaktbeschränkungen Metzgermeister Hubert Wittl bei einer Schulung für Jäger.  Foto: A. Dachs
Wildbret eignet sich hervorragend zum Grillen, zeigte vor den Kontaktbeschränkungen Metzgermeister Hubert Wittl bei einer Schulung für Jäger. Foto: A. Dachs

Bad Kötzting.Am 1. Mai endet die Schonzeit für Rehböcke und Schmalrehe, auch Wildschweine dürfen erlegt werden. Die Einzeljagd ist trotz Corona-Einschränkungen erlaubt. Die Wildbretvermarktung könnte nach Ansicht des Landesjagdverbandes vielen Jägern in diesem Jahr Probleme bereiten. Gastronomische Betriebe, die Hauptabnehmer für Wildbret von Reh und Wildschwein, sind geschlossen, der Wildhandel rechnet deshalb mit einem Überangebot aus heimischer Wildbahn. Dementsprechend niedrig sind die Preisangebote.

Für den Vorsitzenden der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting, Bruno Ebner, bietet die in der Corona-Krise vielfach neu entdeckte Freude am Kochen eine Chance, gutes Essen mit Fleisch von Wildtieren auf den Tisch zu bringen. Denn Wildfleisch erfüllt alle Kriterien, die gute Ernährung ausmachen. Es ist nicht fett und leicht verdaulich, kalorienarm, reich an wichtigen Nährstoffen und bietet sowohl bei der klassischen Küche, wie auch bei der Verwendung zum Grillen alle Voraussetzungen für die leichte Sommerküche. Durch einen Direkteinkauf bei einem Jäger bleibt auch die Wertschöpfung am Ort, im Gegensatz zu verschiedenen Supermarkt-Angeboten von Billig-Wildbret aus Neuseeland oder Chile.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Direktvermarktung ist aber die Bereitstellung von Wildbret in Metzgerqualität, also die küchenfertige Vorbereitung des hochwertigen Lebensmittels. Die Verbraucher dürfen von ihren Jägern ein Angebot in küchenfertigen, handlichen Portionen erwarten, wobei „Bio“ natürlich selbstverständlich ist, denn kein Wildtier erlebte eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Schlachtung nach Transport-Stress. Fachgerecht erlegtes Wild stirbt einen „Sekundentod“, dementsprechend hoch ist die Fleischqualität. Bei Wildschweinen ist die Untersuchung auf Trichinen ebenso vorgeschrieben, wie ein Test auf Verstrahlung als Folge des Tschernobyl-Atomunfalls. Fleisch vom Wildschwein, das mehr als 500 Mikrosievert Cäsium 134 aufweist, darf grundsätzlich nicht an Verbraucher abgegeben werden.

Trotz der hohen Anforderungen – eine geflieste Wildkammer mit Kühlung ist bei Jagdpächtern ebenso Standard, wie absolute Wildbrethygiene – ist frisches Fleisch von Rehen oder Wildschweinen sehr günstig zu erwerben. Gratis dazu gibt es verschiedene Grillrezepte. Die BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting bietet auf ihrer Homepage und durch einen Link auf entsprechende Seiten des Landesjagdverbandes die Möglichkeit, die Wildkammer registrieren zu lassen und direkt Wildbret für den Endverbraucher vor Ort anzubieten. Wer frisches Wildbret abgeben will, sollte sich mit Webmaster Helmut Krieger (info@helmutkrieger.com) in Verbindung setzen. Jagdgenossen, Waldbesitzer und Landwirte sollten die Direktvermarktung zum Kunden unterstützen, wäre ein Wunsch der Jäger.

Jungwild Retten

  • Aktionen:

    Absuchen von Wiesen, in denen Rehkitze vermutet werden, Aufstellen von Wildscheuchen und Blinklichtern am Abend vor einer geplanten Mahd sind ebenso geeignet wie die Befliegung von Wiesen mit Drohnen und Wärmebildkamera. Mähgeräte sollten zudem mit Anbauten zur Wildrettung ausgestattet werden, rät der BJV. (al)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht