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Handarbeitsboom

„Häkelnadel-Notstand“ im Landkreis

Wollmützen im myboshi-Stil sind der Renner – bisweilen gibt es Material-Engpässe. Eine Expertin sagt: Soviel Wolle habe ich noch nie verkauft.
Von Martin Hladik

  • Dicke Häkelnadeln gehören zum Mützentrend, zeigt Marie-Luise Altmann.
  • Die Woi-Pfedschen sind auch auf der Fensterbank Schmuckstücke

Haibühl. Draußen ist ideales Mützenwetter. Es schneit wie verrückt. Drinnen in Marie-Luise Altmanns Handarbeitsstüberl in Haibühl gibt es alles, was man und frau für die Mütze brauchen. Wir haben Altmann aufgesucht, um von ihr zu erfahren, wie sie den Mützenboom erlebt: „Ich habe noch nie so viel Wolle verkauft wie letzte Saison“, sagt die Frau. Hinter und vor ihr sind etliche Mützen aufgebaut. Vor Weihnachten habe es sogar vier Wochen lang Schwierigkeiten gegeben, schwarze Wolle zu kaufen. Und jetzt noch sei es nicht einfach, Häkelnadeln der Größe 6 zu finden.

Altmann übertreibt nicht mit ihrer Darstellung. Ein kurzer Anruf beim Nadelhersteller Prym Consumer macht das deutlich. Die junge Frau aus dem Marketing weiß sofort, was gemeint ist. „Sie meinen die Stärke 6 Prym myboshi“, sagt sie. Das „Phänomen myboshi-Hype“ habe tatsächlich zu einem starken Anstieg der Verkaufszahlen geführt. (Siehe oben stehenden Artikel)

Zurück nach Haibühl: Marie-Luise Altmann berichtet, dass sie seit drei Jahren das steigende Interesse am Häkeln und Stricken spürt. Da sie ihren Handarbeitsladen seit 1997 betreibt, weiß sie, worüber sie spricht. Der Boom geht sogar soweit, dass die 57-Jährige jetzt plant, ihre Mützen über eine eigene Internetseite www.woi-pfedschn.de zu verkaufen. Für Nicht-Niederbairisch-Sprechende wie mich: „Woi Pfedschn“ sind Wollmützen. Bisher sind ihre Mützen ausschließlich über die Handarbeits-Plattform DaWanda unter MalusHandarbeitsshop zu erhalten.

„Häkeln und Stricken kann jeder Mann und jede Frau“, sagt Altmann. Der jetzige Boom fürs Häkeln mit großen Nadeln liege daran, dass es einfach und schnell ist. Stricken sei ein bisschen schwieriger. Selbst ein Anfänger schaffe seine erste Mütze in rund drei Stunden. Sie brauche für die Mütze eine halbe Stunde und dann nochmal eine halbe Stunde, um die Restarbeiten wie das Vernähen zu machen. „Eine Bommel zu machen dauert genau so lange“, sagt Altmann. Sie merkt Unverständnis beim Gegenüber: „Das Wickeln und Aufschneiden der Fäden ist schon viel Arbeit“.

Für Altmann ist Stricken eine nicht aus ihrem Leben zu wegzudenkende Leidenschaft. „Das ist eine Sucht“, sagt sie. Und sie berichtet, dass Wolle und Nadeln auch im Urlaub nicht fehlen dürfen. „Oft nimmt das mehr Platz ein, als die Kleidung“, sagt sie. Während es bei dem jetzigen Mützentrend oft um einen schnellen Häkelerfolg geht, ist das beim Profi ein bisschen anders: „Je komplizierter das Muster ist, desto lieber stricke ich“, sagt Altmann.

Trendfarbe bei den derzeit aktuellen Wintermützen sind Neonfarben, oft in Kombination mit Schwarz und Braun. Altmann hat ein Prospekt vor sich liegen. Die Farben des Sommers sind nicht ganz so knallig. Und um auch ohne Winterwetter die schöne Kopfbedeckung ausführen zu dürfen, werden die Mützen aus Baumwolle gehäkelt.

Für alle, die ebenfalls im „Mützenfieber“ sind, startet das Bayerwald-Echo eine Mützen-Foto-Aktion, bei der es Wolle und (Häkel) Nadel zu gewinnen gibt.

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