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MZ-Serie

Handyfreies Wochenende! Schaffen Sie es?

Wie abhängig sind Sie von Ihrem Smartphone? In Ihrer Kolumne schlägt Birgit Zwicknagel ein besonderes Experiment vor.
Von Birgit Zwicknagel

Birgit Zwicknagel hat zwei Jahre lang versucht, eine komplette Schulklasse in Ostbayern zu finden (ab 7. Klasse), die geschlossen das Handy für acht Tage abgibt – ohne Erfolg. Foto: oneinchpunch/B2X Care Solutions/obs |
Birgit Zwicknagel hat zwei Jahre lang versucht, eine komplette Schulklasse in Ostbayern zu finden (ab 7. Klasse), die geschlossen das Handy für acht Tage abgibt – ohne Erfolg. Foto: oneinchpunch/B2X Care Solutions/obs |

Cham.Überall fand man Anfang November die Meldung „WhatsApp ist down“, begleitet von Sätzen wie „Viele Nutzer waren sicher GESCHOCKT heute…“ oder „Keine Panik, ihr müsst euch nicht vor einem WhatsApp-losen Wochenende FÜRCHTEN“. Und das alles nur, weil WhatsApp in einigen Teilen Deutschlands vorübergehend nicht funktionierte. Eine große Computerzeitschrift widmete dem Thema sogar einen eigenen Ticker und meldete permanent den aktuellen Störungsstatus.

Da stellt sich doch die Frage, wie abhängig wir eigentlich inzwischen von diesen Medien geworden sind. Wie oft stellen wir denn im Umfeld fest, dass Leute im Bus/Zug/Wartezimmer/Restaurant sitzen und jeder schaut in sein Handy, statt miteinander zu reden. Und das bemerke ich sowohl bei jungen Leuten, als auch bei Erwachsenen! Kennen Sie das auch: Man fühlt sich „nackt“, weil man das Handy vergessen hat? Man wird nervös, weil der andere nicht sofort auf meine Nachrichten antwortet. Man ist genervt, wenn man längere Zeit keinen oder sehr schlechten Empfang hat…

Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik
Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik

Eigentlich sollten diese Neuen Medien UNS zu Diensten sein – nicht umgekehrt. Warum also nicht mal sich selbst testen, ob man nicht schon einen winzig kleinen Hang zur Mediensucht zeigt. Fangen wir mit Kleinigkeiten an: KEIN Handy am Esstisch (das Handy muss sogar in einem anderen Raum liegen beim Essen), kein Handy nachts im Kinder-/Schlafzimmer, beim geselligen Zusammensein Handy in der Tasche lassen usw.

Und wer da kein Problem hat, kann einen Schritt weiter gehen: Einen GANZEN handyfreien Tag! Oder wie wäre es mal mit einem handyfreien Wochenende… Sie werden sehen, dass das gar nicht so einfach ist, wie es sich hier liest.

Dass das für viele Jugendliche inzwischen UNMÖGLICH ist, zeigt das Scheitern unseres Projekts „Handyfreie Woche“. Wir haben zwei Jahre lang versucht, eine komplette Schulklasse in Ostbayern zu finden (ab 7. Klasse), die geschlossen das Handy für acht Tage abgibt – ohne Erfolg! Einzelne ja, aber ALLE – keine Chance. Vielleicht haben Sie im Familienkreis ja mit einem solchen Versuch mehr Erfolg! Probieren Sie es einfach mal aus, bevor wir – wie es in den Medien anfangs hieß – GESCHOCKT sind, weil WhatsApp mal ein paar Stunden ausfällt. Bevor wir verlernen, die Dinge OHNE die Hilfe von Handy & Co. zu regeln und sozial komplett verarmen.

Die Neuen Medien sind sinnvoll und machen auch viel Spaß – aber nur, solange wir uns nicht versklaven lassen davon …

Birgit Zwicknagel hält in Schulen regelmäßig Vorträge über Gefahren im Internet. Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel vom Verein die Computermäuse im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam und schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Eine Hilfe und eine Broschüre zum Thema gibt es unter www.clever-ins-netz.de

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