MyMz
Anzeige

Kommune

Handymast: Lixenrieder kritisieren Pläne

Die Bürger von Lixenried befürchten, die acht Meter hohe Anlage der Telekom werde das Ortsbild nachhaltig beeinträchtigen.

An dieser weithin sichtbaren Stelle würde ein Acht-Meter-Mobilfunkmast auf dem Dach des Anwesens Schindbühlweg 9 das Ortsbild von Lixenried nachhaltig beeinträchtigen, kritisierten Bürger und Bürgermeister, nachdem sie erstmals den Plan von der Telekom zu Gesicht bekamen. Fotos: fer
An dieser weithin sichtbaren Stelle würde ein Acht-Meter-Mobilfunkmast auf dem Dach des Anwesens Schindbühlweg 9 das Ortsbild von Lixenried nachhaltig beeinträchtigen, kritisierten Bürger und Bürgermeister, nachdem sie erstmals den Plan von der Telekom zu Gesicht bekamen. Fotos: fer

Furth im Wald.Rund 40  Bürger folgten am Freitagabend der Einladung von Bürgermeister Sandro Bauer, zu einem Informationsabend über den geplanten Mobilfunkmaststandort auf dem Anwesen Schindbühlweg 9. Als Referenten eingeladen waren Dr. Thomas Kurz und Erwin Walch. Er habe diesen Informationsabend organisiert, weil Bürger mit ihren Sorgen wegen des Mobilfunk-Antennenstandorts an ihn herangetreten seien, sagte Bauer.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Telekom, die Antennenträger für den Mobilfunk plant, realisiert und vermarktet. Die Gemeinden werden nur informiert, wenn ein neuer Mobilfunkmast aufgestellt werden soll. Ein Mitspracherecht haben sie nicht.

Nicht genehmigungspflichtig

Bei dem geplanten Funkmast handle es sich um eine Antennenanlage, die bis zu einer Höhe von zehn Metern vom Dachaustritt gemessen, nicht genehmigungspflichtig sei. Bauer dankte Walch, dass mit dem Bau der Sendeanlagen gewartet wurde, damit Prof. Dr. Matthias Wuschek, der an der TH Deggendorf Nachrichtenübertragungstechnik, Mobilfunktechnologie sowie Hochfrequenz- und Nachrichtenmesstechnik lehrt und Sachverständiger für EMVU (Elektromagnetische Umweltverträglichkeit) ist, im Auftrag der Stadt Messungen für eine Prognose der Leistungsabgabe der geplanten Sendeanlage machen konnte. Die Prognose ergab, dass selbst bei der höchstmöglichen Leistungsabnahme der Anlage nur 20 Prozent des zulässigen Grenzwerts erreicht würden. Diese Messungen werden nach der Installation des Mobilfunkmasts von denselben Messpunkten wiederholt und gegenübergestellt.

Lesen Sie hier: Lixenried macht mobil gegen Funkmast

Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und Telekombeauftragter Erwin Walch (von links) erläuterten den Lixenriedern auf Einladung von Bürgermeister Sandro Bauer die Planung für Lixenried. Fotos: fer
Dr. Thomas Kurz vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und Telekombeauftragter Erwin Walch (von links) erläuterten den Lixenriedern auf Einladung von Bürgermeister Sandro Bauer die Planung für Lixenried. Fotos: fer

Dr. Kurz sagte, die Mobilfunkstrahlen zählen zu den nicht ionisierenden Strahlen, die bei der Übertragung von Signalen zwischen Handy und Mobilfunk-Basisstation entstehen. Der Wert für Spezifische Absorptionsraten (SAR) gibt einen Anhaltspunkt, wie viel dieser elektromagnetischen Strahlung von einem Handy oder einer Mobilfunk-Sendeanlage ausgeht. Um gesundheitliche Auswirkungen auszuschließen, soll die Spezifische Absorptionsrate eines Handys nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen. Dieser Höchstwert wird seit 1998 von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung empfohlen; die deutsche Strahlenschutzkommission und die EU-Kommission schlossen sich dem 1998 an. Die intensiven Forschungen der vergangenen Jahre brachten keine Ergebnisse, die die Kommissionen zur Anpassung der SAR-Grenzwerte veranlassen mussten. Der SAR-Basisgrenzwert für Mobilfunksendeanlagen liegt deutlich unter den 2 W/kg für die Endgeräte (Handy, Smartphone, Tablet).

Gemessen an den früheren analogen Mobilfunknetzen konnte die Sendeleistung von Basisstationen und Handys immer weiter minimiert werden. Grund sind die engmaschigeren Netze, die niedrige Sendeleistungen ermöglichen, und die Technik der automatischen Leistungsreduzierung, mit der Handys und Basisstationen arbeiten. Sowohl Mobiltelefone als auch Basisstationen senden nur so stark wie nötig, um eine Sprach- oder Datenverbindung bei gleichbleibend guter Qualität aufrechtzuerhalten, betonte Walch. Die Basisstation ermittelt rund 1500 Mal in der Sekunde die geringstmögliche Sendeleistung, die für eine funktionierende Verbindung zum Handy benötigt wird. Auch das Handy passt seine Leistung ständig der Qualität der Verbindung an und kommt so bei guter Netzversorgung mit einem Bruchteil der maximalen Sendeleistung aus. Nach den Vorträgen fragten Teilnehmer, wie der Mobilfunkmast auf dem Gebäude im Schindbühlweg aussieht, und Walch präsentierte den Bauplan. Der Plan zeigte das Gebäude im Querschnitt und die Antennenkonstruktion, die vom Dachaustritt aus etwa acht Meter in den Himmel ragt. Die Lixenrieder und Bürgermeister Bauer, der die Planung ebenfalls zum ersten Mal zu Gesicht bekam, äußerten sich bestürzt über die Dimension der Antenne, die nach ihrer einhelligen Meinung an dieser weithin sichtbaren Stelle das Ortsbild nachhaltig negativ beeinträchtigen würde.

Alternativer Standort

Walch verwies darauf, dass rechtlich gesehen uneingeschränktes Baurecht besteht, und alle Maßnahmen für einen sofortigen Baubeginn schon im Gange sind. Der Mobilfunk-Akquisiteur der Telekom habe seinerzeit die möglichen Standorte in Augenschein genommen und die in Frage kommenden Hausbesitzer kontaktiert.

Stadtrat Michael Engl verwies auf die Aussagen zur Leistungsminimierung durch eine direkte Funkverbindung und wandte ein, dass bei der Antennenausrichtung auf Gleißenberg der Kälberbühl im Weg ist. Engl und mehrere andere Redner brachten einen nur wenig entfernten und etwas höher gelegenen Alternativstandort am Ortsrand in die Debatte ein, der auch eine ungestörte Sichtverbindung in Richtung Gleißenberg aufweise.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass es in dem fortgeschrittenen Stadium wohl schwierig werden wird, den Baubeginn noch zu stoppen. Er wolle aber im Hinblick auf das massiv beeinträchtigte Ortsbild jede noch so kleine Chance wahrnehmen, den aufgezeigten Alternativstandort zu realisieren. Wenn die Stadt etwas dafür tun könne, werde sie das machen, betonte er und bat Walch, sich dafür einzusetzen, mit dem Baubeginn noch einmal zu arten und den Alternativstandort zu prüfen. Auch wenn er kaum eine Möglichkeit dafür sehe, sagte Walch zu, sich in seinem Hause dafür zu verwenden. (fer)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht