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Harte Zeiten nach dem Krieg

Bei der Wiederbelebung der Rodinger Schützengesellschaft scheiterte der erste Versuch. Doch dann ging es aufwärts.
Von Jakob Moro

Eine große Fahnenparade fand bei der 300-Jahr-Feier der Schützen am Esper im Juni 1970 statt.  Fotos: Moro
Eine große Fahnenparade fand bei der 300-Jahr-Feier der Schützen am Esper im Juni 1970 statt. Fotos: Moro

Roding.Im dritten Teil unserer Serie zum Jubiläum 350 Jahre Schützengesellschaft Roding befassen wir uns mit der Zeit seit der Wiedergründung der Schützengesellschaft nach dem 2. Weltkrieg. Als nach der Lockerung der Besatzungsbestimmungen und der Wiederherstellung der deutschen Souveränität ein vereinsmäßiger Zusammenschluss wieder möglich war und auch der Besitz von Luftgewehren wieder erlaubt war, entstanden überall die früheren Schützenorganisationen.

In Roding scheiterte der erste Versuch von Altschützen und Schützenkönig Baumer, den Schießsport wieder zu beleben, an dem Desinteresse der Bürger. Die Alten verdammten alles, was mit Gewehren und Schießen zusammenhing, als Krieg – und davon hatten sie die Nase voll. Es lag also an der jüngeren Generation, das Schützenleben in Roding wieder aufleben zu lassen. Die Söhne der Vereinsgründer von ehedem waren es, Karl Mangelkramer und Walter Pongratz, die nach längerer Vorbereitung einen neuen Start wagten, schrieben die Chronisten. Beide besorgten aus der „eigenen Tasche“ das erste Luftgewehr nach dem Krieg.

Am 24. September 1953 fand im Gasthaus Blümelhuber die erste Generalversammlung statt. Die Neugründungsmitglieder waren Hubert Angerer, Emmerich Artmann, Longin Brantl, Josef Brantl, Heinrich Deschl, Willi Fischer, Toni Gschwendner, Hans Hamperl, Georg Juglreiter, Josef Kellermeier, Christof Kleas, Helmut Koch, Hans Lobmeyer, Albert Loidl, Adolf Mangelkramer, Karl Mangelkramer, Rupert Marx, Albert Oswald, Walter Pongratz, Albert Schmidbauer, Heiner Schmidbauer, Alwin Schrembs, Hans Steffl, August Straßburger, Hans Straßburger, Justin Wittmann, Roman Wittmann und Erich Zierer.

Die Bedeutung des Eisenharts

Die ersten Schützenkönige in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Helmut Koch, Walter Pongratz, Willi Fischer, Andi Berger, Michael Pavars, Konrad Hofinger und Fritz Schmidbauer. 1954 wurde eine neue Satzung mit dem Zusatz „Eisenhart“ beschlossen. Begründet wurde dies damit, weil der an die Rodinger Fluren angrenzende Staatsforst Eisenhart nach einer Urkunde aus dem Jahre 1002 zum ehemaligen Königsgut Roding gehörte. Der Eisenhart ist auch heute noch für die Rodinger von großer Bedeutung. Der Beiname Eisenhart rechtfertige sich auch aus dem Rodinger Wappen, welches den Rodinger Bürgern 1432 durch Pfalzgraf Johann für treue Dienste verliehen wurde.

Der Ritter in eisenharter Rüstung und mit dem Streithacken in der Hand versinnbildlicht den wehrhaften, verteidigungsbereiten Bürger. Der Verein blühte zusehends auf, berichtete der Chronist. 1955 fand ein größeres Preisschießen statt. Das Vereinslokal wechselte vom Greiner, Lobmeyer, Schnellbögl und Blümelhuber (Hamperl), die alle Mitglieder des Schützenvereins waren. Doch nicht lange, da die notwendigen Sicherheiten nicht alle erfüllten. 1956 wurde auf Initiative der Rodinger der Schützengau Roding gegründet. Diesem schlossen sich die Schützenvereine Waldeslust, Roding/Bahnhof, Kreuzbräu-Mitterdorf, Wildschütz-Mitterkreith, Immergrün-Michelsneukirchen, Kürnburg-Stamsried, Gußstoa-Kirchenrohrbach, Edelweiß-Stamsried, Freischütz-Stamsried und Eisenhart Roding an.

Der Bau eines Schützenheims

Förderlich war dies für den eigenen Verein nicht, so der Chronist, eine Flaute bei den Rodinger Schützen stellte sich ein. Bei der Generalversammlung 1957 waren nur vier Mitglieder anwesend. Doch nicht lange – mehrere Schützenmeister wechselten und jeder neue Schützenmeister brachte neue Mitglieder, die Mitgliederzahl stieg innerhalb von zehn Jahren auf 57 an.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse beim Blümelhuber wechselten die Schützen 1965 ihr Stammlokal mit einer dreiständigen Schießbahn in den „Pferdestall“ des Gastwirts Martin Schröder. Doch heimisch wurden die Schützen dort nicht. Da bot Altschütze Sepp Brantl an, ein eigenes Schützenheim zu bauen. Der Verein nahm dies dankbar an und sicherte zu, wöchentlich einen Schießabend dort zu halten. Das Schützenheim wurde mit einem Standeröffnungsschießen eröffnet, an dem 28 Vereine teilnahmen. 1970 wurde 300 Jahre Schützengesellschaft 1670 mit Fahnenweihe gefeiert. Als Patenverein wählten die Rodinger die Schützengesellschaft 1866 Furth im Wald. Die Mitgliederzahl wuchs auf 65 an.

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