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Notfall

Haus im Chamer Zentrum steht in Flammen

Mehr als 200 Rettungskräfte verhinderten die Zerstörung einer ganzen Häuserzeile, als ein Gebäude komplett ausbrannte.

Als die Feuerwehr eintraf, brannten 1. Stock und Dachstuhl bereits lichterloh. Die Nachbarhäuser blieben unbeschädigt.Foto: Schiedermeier
Als die Feuerwehr eintraf, brannten 1. Stock und Dachstuhl bereits lichterloh. Die Nachbarhäuser blieben unbeschädigt.Foto: Schiedermeier

Cham.„Es gab einen riesen Knall und dann flogen die Fenster auf die Straße!“ Der Schreck steht der Mitarbeiterin einer Zeitarbeitsfirma immer noch ins Gesicht geschrieben, während gegenüber das Gebäude Propsteistraße 1o lichterloh in Flammen steht. Der Knall um 16.24 Uhr war die Durchzündungsexplosion eines Brandes, der zuvor wohl bereits längere Zeit unbemerkt im inneren des Hauses gewütet hatte. Eine Stunde später war die Propsteisstraße 10 Geschichte. „Gut, dass das die Reiserer-Schwestern nicht mehr erlebt haben“, erinnerte sich ein Anlieger an die alten Besitzerinnen.

Großbrand im Chamer Stadtzentrum

Der Dachstuhl war völlig ausgebrannt. Foto: Schiedermeier
Der Dachstuhl war völlig ausgebrannt. Foto: Schiedermeier

Die Nachbarn verdanken die Existenz ihrer Häuser dem glücklichen Zufall und dem schnellen Einsatz der Rettungskräfte. Da war die Besatzung eines Rettungswagens, die zufällig vor Ort war und besonnen die Straße räumte, als die Eternitplatten in der Hitze explodierten und brennende Dachteile auf die Straße regnete. Da war die Feuerwehr, die unter Leitung von Kreisbrandmeister Marco Greil gerade im Stadion die Jugendwettspiele aufbaute und nach dem Knall praktisch vor dem Alarm auf Sicht ausrückte. Beim Anblick des Feuers alarmierte Greil sofort nach.

Das Leserfoto von Josef Kerscher zeigt die Dimension des Brandes.
Das Leserfoto von Josef Kerscher zeigt die Dimension des Brandes.

So waren innerhalb kürzester Zeit mehr als 200 Feuerwehrleute vor Ort und die Besetzungen von 13 Rettungswagen samt Polizei und THW. Sie räumten geführt von Rettungsdienstleiter Mich Daiminger die angrenzenden Häuser und betreuten zehn Personen. Zwei davon erlitten leichte Verletzungen. Der Notarzt behandelte eine Rauchgasvergiftung und einen Kreislaufzusammenbruch.

Feuer in der Chamer Altstadt

Leserfotograf Josef Kerscher hat den Brand von der Rossschwemme aus fotografiert.
Leserfotograf Josef Kerscher hat den Brand von der Rossschwemme aus fotografiert.

In der Zwischenzeit hatte die Feuerwehr drei Hydranten angezapft und durch die Hinterhöfe drei weitere Leitungen zum Regen verlegt und brachte das Feuer unter Kontrolle, bevor es auf die angrenzenden Häuser übergreifen konnte. Einsatzleiter Markus Reittinger, der Kommandant der Chamer Feuerwehr, erteilte angesichts des einbrechenden Dachstuhles Betretungsverbot für den Brandherd. „Als wir kamen, schlugen die Flammen bereits aus Hauseingang und Dach und die Holztreppe brach in sich zusammen“, berichtete er. Die Einsatzkräfte wurden auch durch die 26 Grad Außentemperatur an ihre Grenzen gebracht. Im Dachstuhl des angrenzenden Hauses hatten die zur Brandwache eingesetzten Wehrmänner unter Atemschutz rund 50 Grad auszuhalten. Wie Chams Vizepolizei-Chef Fischer mitteilte, liegt der Schaden nach ersten Schätzungen bei rund 300 000 Euro. Die Ermittlungen wegen der bisher unbekannten Brandursache wird wohl die Kripo übernehmen. Wegen der Einsturzgefahr war bis zum Schluss nicht klar, ob sich noch jemand im Haus aufgehalten hatte.

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