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Tierwelt

Heimat für zehn Säbelschnäbler

Wenn die Vögel zusammen „mähen“, ergibt das ein ziemlich lustiges Bild – zu sehen im Bayerwald-Tierpark Lohberg.
Von Maria Frisch

Diese Säbelschnäbler zogen im Sommer 2019 in den Bayerwald-Tierpark in Lohberg um.  Foto: Maria Frisch
Diese Säbelschnäbler zogen im Sommer 2019 in den Bayerwald-Tierpark in Lohberg um. Foto: Maria Frisch

Lohberg.Die zoologische Leiterin des Bayerwald-Tierparks sichtet regelmäßig die Abgabelisten anderer Einrichtungen, um passende Neulinge auszuloten oder eventuelle Blutauffrischungen in die Wege zu leiten. Die Verantwortungsträger helfen sich auf diese Weise gegenseitig, bei einer entsprechenden Nachfrage fündig zu werden beziehungsweise die eigenen Tiere gut unterzubringen.

Als Claudia Schuh 2019 auf einer Abgabeliste eines Aachener Zoos zehn Säbelschnäbler entdeckte, fiel ihr spontan ein, dass diese Vogelgattung in der Saison häufig am Drachensee zu beobachten ist. Damit war bereits bewiesen, dass sie mit den Lebensbedingungen des Bayerwaldes gut zurechtkommen. Deshalb nahm Schuh mit dem Tierpark Kontakt auf, dessen Führungskräfte ihr die Tauglichkeit für das hiesige Klima in den wärmeren Monaten bestätigten.

In der kalten Jahreszeit behilft man sich mit einer Infrarot-Lampe in einem Innenraum, in den sie sich zurückziehen können. Die Entscheidung für die Vögel fiel bei der Furtherin vor allem auch wegen der Bodennester, die von den Besuchern besser einsehbar sind. Die Brutzeit fällt in die Monate Mai/Juni. Das Nest ist eine offene Bodenmulde - in freier Wildbahn auf einer Sand- oder Schlammbank – und wird mit Gräsern und anderen Pflanzenteilen ausgelegt. Die Paare bleiben nur eine Brutsaison zusammen. Die Jungenaufzucht teilen sich beide Eltern.

Absolut vorteilhaft fand Schuh, dass Aachen gleich zehn Jungtiere zur Verfügung stellte, so dass man sie in einer Gruppe halten kann. Allerdings waren die Neulinge geschlechterspezifisch noch nicht untersucht worden. „Wir könnten theoretisch in Bälde Zuwachs bekommen. Die Jungvögel brüten erstmals im zweiten Lebensjahr“, hofft die Leiterin.

Der Säbelschnäbler erreicht eine Größe von 40 bis 48 Zentimetern. Mit seinem schwarz-weißen Gefieder, dem deutlich aufwärts gebogenen, schlanken Schnabel und den graublauen Beinen ist er sehr auffallend. Allerdings besteht keine unmittelbare Bedrohung. Allein im deutschen Wattenmeer sollen etwa 11 000 Brutpaare leben. Der Bestand hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen und bleibt im Moment stabil.

Und warum heißt der Säbelschnäbler so? Wenn der Vogel seinen Schnabel hin- und herbewegt, sieht es so aus, als würde er mit einem Säbel Gras mähen. Tun sich mehrere Vertreter der Spezies zusammen und „mähen“ gemeinsam, ergibt das ein ziemlich lustiges Bild.

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