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Tradition

Heinz Schötz ist Pfingstbräutigam

Der Pfingstbräutigam ist gefunden: Am Donnerstag gab der junge Bad Kötztinger dem Bürgermeister und dem Pfarrer die Zusage.
Von Stefan Weber

  • Zu den ersten Gratulanten des neuen Pfingstbräutigams Heinz Schötz (4.v.r.) gehörten Bürgermeister Markus Hofmann (3.v.r.) und Stadtpfarrer Herbert Mader (3.v.l.) sowie Burschenvorstand Gerhard Kelnhofer (2.v.l.), Dr. Guido Weixel als Pfingstreferent des Stadtrates und Sepp Barth als Pfingstsachbearbeiter der Stadt. Die Eltern des Brauterers, Margot und Heinz Schötz (4.v.l.) freuten sich ebenso wo Schwester Teresa (2.v.r.). Foto: S. Weber
  • Heinz Schötz jun. (l.) hat schon 19 Mal am Pfingstritt teilgenommen. Hier ist er im Jahr 2016 mit Vater Heinz Schötz (r.) und dessen Pfingstbräutigam (1976) Hans Auzinger (M.) auf dem Weg nach Steinbühl. Foto: Archiv/kbd

Bad Kötzting. Bad Kötzting. Große Freude in der Marktstraße 8: Am Donnerstagabend gab Heinz Schötz, Sohn von Margot und Heinz Schötz, im Haus seiner Eltern die Zusage, das Amt des diesjährigen Pfingstbräutigams übernehmen zu wollen. Wie er Bürgermeister Markus Hofmann und Stadtpfarrer Herbert Mader sagte, übernehme er die Aufgabe „mit großer Freude“, als sie zur offiziellen Anfrage kamen.

„Ich nehme mit großer Freude an.“

Heinz Schötz

Bürgermeister Markus Hofmann gratulierte dem 26-Jährigen zum ehrenvollen Amt und freute sich, dass es dieses Jahr „sehr schnell gegangen“ sei. Denn eigentlich wäre Heinz Schötz schon im vergangenen Jahr an der Reihe gewesen. Doch damals befand er sich noch mitten im Studium als Brauingenieur in Weihenstephan – „das wäre einfach nicht gegangen“, sagte er, und ließ sich zurückstellen.

Es war die zweite Anfrage

So klingelte des Telefon dieses Jahr zum zweiten Mal, Bürgermeister Markus Hofmann stellte dieselbe Frage noch einmal und bekam dieses Mal nach nur sehr kurzer Bedenkzeit eine positive Antwort. Das Studium hat der „Brauterer“ Ende vergangenen Jahres abgeschlossen, nun sei die Zeit perfekt gewesen für die ehrenvolle Aufgabe, wie er selbst erklärte.

Ebenfalls zu den ersten Gratulanten zählte Burschenvorstand Gerhard Kelnhofer, der auch gleich bemerkte, dass Heinz Schötz noch nicht Mitglied im Burschenverein ist – die Aufnahme soll bei der Generalversammlung des Vereins Ende März aber nachgeholt werden. Stolz waren an diesem Abend auch die Eltern des Pfingstbräutigams, Margot und Heinz Schötz. Die Einzelhandelskauffrau und der Fahrlehrer freuten sich sichtlich darüber, dass ihr Sohn eine über 100-jährige Familien-Tradition fortsetzen will (siehe Info) – und die 25-jährige Schwester Teresa, Kauffrau im Einzelhandel im Kaufhaus Frey in Cham, sowieso.

Die Pfingst-Tradition

  • Vater Heinz Schötz:

    Brautführer 1976

  • Großvater Heinz Schötz:

    Er war Pfingstbräutigam 1942 (wegen des Zweiten Weltkrieges gab es in diesem Jahr keine Pfingsthochzeit). Außerdem stand er als Brautführer 1950 noch einmal im Mittelpunkt.

  • Schwester Traudl Schötz:

    Sie war Pfingstbraut 1945 (wegen der Kapitulation des Deutschen Reiches gab es damals keine Pfingsthochzeit)

  • Urgroßvater Josef Schötz:

    Pfingstbräutigam 1908, Brautführer 1910

Im Erker des Esszimmers der Familie hängen zahlreiche Bilder von Vorfahren und Verwandten, die Pfingstbräutigame, Brautführer und Pfingstbräute gewesen sind. Auch zwei Pfingstkranzl haben ihren Platz in einer kunstvoll gearbeiteten Vitrine hier gefunden. Die enge Verbundenheit der Familie mit dem Pfingstbrauchtum in der Stadt über viele Generationen hinweg sei ihm schließlich die größte Motivation gewesen, das Amt anzutreten, erklärte der neue Pfingstbräutigam. Dem Pfingstritt ist Heinz Schötz schon seit seinem siebten Lebensjahr verbunden. „Der war ihm immer sehr wichtig“, weiß seine Mutter. Dafür hat es vor dem ersten Ritt 1999 auch Reitstunden gegeben. Ganz neu wird ihm der Ritt an der Spitze der Reiterprozession aber nicht sein, wie er erzählte. Schon 2011 hatte er die Ehre, sogar noch vor dem Pfingstbräutigam zu reiten – auf dem Begleitpferd für Pfarrer Markus Ertl. Eine Erfahrung, auf die auch nicht jeder „Brauterer“ verweisen kann.

Pfingstbrautpaare der Vorjahre

Die Vorarbeiten als einer der Hauptakteure des großen Festes der Bad Kötztinger laufen bereits. Die wichtigste Unterstützung, seine Pfingstbraut, hat er schon. Wer das sein wird, das verriet Heinz Schötz nicht. Das wird erst am Palmsonntag beim Gottesdienst bekannt gegeben, wenn auch die beiden Brautführer vorgestellt werden. Nur so viel wollte er sagen: „Unglaublich weit müssen wir nicht laufen, aber schon ein wenig bergauf ...“

Bewirtung am neuen Rathaus

Da das Elternhaus in der dicht bebauten Marktstraße steht, ist mit der Stadt auch schon abgeklärt, wo die beiden Burschenbewirtungen am Pfingstmontag und am Dienstag mit jeweils rund 300 Gästen abgehalten werden: Wie schon bei Vorgänger Christian Meidinger vor zehn Jahren wird die Stadt den Parkplatz hinter dem neuen Rathaus dafür zur Verfügung stellen. Helfer für die Bewirtung wird Heinz Schötz bei der 1. Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft finden, wo er Sportleiter ist. Um dem Pfingstbräutigam 2018 bei seiner Aufgabe unterstützen zu können, wurde sogar der Dienstag nach dem Pfingstmontag als Wettbewerbstag beim traditionellen Pfingstschießen des Vereins dieses Jahr abgesagt.

Gut über seine Aufgaben austauschen, die nun vor ihm und seiner Pfingstbraut sowie den Begleitern liegen, kann sich Heinz Schötz mit seinem Vorgänger aus dem vergangenen Jahr: Karl-Josef Weber ist ein alter Freund seit Kindergartentagen. Er wird als Vorjahres-Pfingstbräutigam also bei vielen Veranstaltungen ohnehin mit dabei sein.

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