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„Hendl hat der SPD den Kampf angesagt“

Die Genossen in Waldmünchen reagieren bestürzt auf ihren 3. Bürgermeister. Josef Aumann springt Wolfgang Kürzinger zur Seite.

Der 3. Bürgermeister Karl-Heinz Hendl hat kurz vor der Stichwahl am Sonntag seine Parteifreunde in Waldmünchen gegen sich aufgebracht. Foto: Archiv/Hladik
Der 3. Bürgermeister Karl-Heinz Hendl hat kurz vor der Stichwahl am Sonntag seine Parteifreunde in Waldmünchen gegen sich aufgebracht. Foto: Archiv/Hladik

Waldmünchen.Die SPD-Vorstandschaft und der im ersten Wahlgang gescheiterte Bürgermeisterkandidat Manfred Ruhland haben sich in einer Stellungnahme „vom Verhalten und der Person von Karl-Heinz Hendl“ distanziert. Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit hätten Genossen die Zeitungsanzeige der CSU am Samstag zur Kenntnis nehmen müssen, schreibt Ruhland in einer Pressemitteilung.

„Nicht weil der offensichtlich finanzstarke CSU-Ortsverband mit teuren Anzeigen Wahlkampf betreibt, nein, sondern weil der auf der SPD-Liste wiedergewählte Stadtrat und 3. Bürgermeister mit seiner Stimme und seinem Bild direkt den CSU-Kandidaten Markus Ackermann unterstützt.“

Aufreger

SPD-Mann Hendl ergreift Partei

Waldmünchens Dritter Bürgermeister taucht in CSU-Anzeige auf. „Ein Freundschaftsdienst“, sagt er. Andere wittern Absprachen.

Widerspruch zu den Grundwerten

Dieses Verhalten, meint Ruhland, widerspreche einem Grundwert der Sozialdemokratie, nämlich der Solidarität. Er schreibt: „Herr Hendl hat, wie er jetzt selbst einräumt, bereits im November 2019 zugesagt, den CSU-Kandidaten und damit auch die CSU zu unterstützen. Er hat somit den eigenen Kandidaten hintergangen und auch die Wählerinnen und Wähler getäuscht.“ Hendl habe darüber hinaus nicht nur interne Absprachen („zum Beispiel keine direkte Wahlempfehlung“) und andere Vorstandsbeschlüsse missachtet, er habe der SPD in Waldmünchen offen den Kampf angesagt.

Bei der Podiumsdiskussion unseres Medienhauses vor wenigen Wochen hatte es keine Anzeichen dafür gegeben, dass die Wogen in Waldmünchen im Wahlkampf noch so hochschlagen könnten. Foto: Archiv/Tschannerl
Bei der Podiumsdiskussion unseres Medienhauses vor wenigen Wochen hatte es keine Anzeichen dafür gegeben, dass die Wogen in Waldmünchen im Wahlkampf noch so hochschlagen könnten. Foto: Archiv/Tschannerl

Der gesamte SPD-Vorstand und auch Ruhland distanzierten sich scharf von Hendl und „bitten die Bürgerinnen und Bürger, sein Verhalten nicht der SPD als Ganzes anzulasten, denn das ist offensichtlich genau das, was Herr Hendl mit seiner Aktion erreichen will“. Mit welchen Versprechen die CSU-Wahlkämpfer Hendl auf ihre Seite gezogen hätten, darüber könne man nur spekulieren. Dass der über weite Strecken fair und sachlich geführte Wahlkampf nun durch derartiges Handeln einen bitteren Nachgeschmack bekomme, sei schade.

„Als Stadtrat der PWL, der nicht mehr für den neuen Stadtrat kandidiert hat, kann ich die derzeitigen Presseartikel nicht mehr kommentarlos stehen lassen.“

Stadtrat Josef Aumann

Unter anderem als Reaktion auf die Unterstützer-Anzeige für Bürgermeister Markus Ackermann ist am Wochenende Josef Aumann dem Bewerber der Freien Wähler, Wolfgang Kürzinger, zur Seite gesprungen. „Als Stadtrat der PWL, der nicht mehr für den neuen Stadtrat kandidiert hat, kann ich die derzeitigen Presseartikel nicht mehr kommentarlos stehen lassen“, befindet der Zillendorfer. Persönlich habe er sich aus den Wahldebatten vollkommen herausgehalten, erklärt Aumann.

„Sie arbeiten sich ab an ihm“

„Nun aber lese und höre ich, dass einige meiner amtierenden, scheidenden sowie abgewählten Stadtratskollegen sich zum Teil recht drastisch am Bürgermeisterkandidaten Kürzinger abarbeiten.“ Er habe die Ehre gehabt, sechs Jahre lang neben ihm zu sitzen und könne Kürzingers fachliche und menschliche Art nur bewundern. Aumann: „Er hat meiner Meinung nach als Stimmenkönig einen Anspruch darauf, an vorderster Front im Stadtrat tätig zu sein.“ Wenn er sich jedoch den Bericht im Bayerwald-Echo vom 22. März ansehe, sei er sich sicher, dass wie schon vor sechs Jahren versucht werde, „ihn zum Schaden für Waldmünchen zu verhindern“. Der Zillendorfer appelliert am Ende seiner Stellungnahme an die Bürger, Kürzinger zu wählen, „der bestimmt nicht nach dem Parteibuch seine Empfehlungen für die Wahl seiner Stellvertreter vergibt“.

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