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Herbert Breu demonstrierte mit DGB-Banner

Der 1. Mai ist ein symbolträchtiger Tag, an dem die Menschen schon seit 130 Jahren weltweit für faire Arbeitsbedingungen demonstrieren.

Dem Coronavirus geschuldet hielt der Vorsitzende des Ortskartells Herbert Breu am 1. Mai allein das DGB-Banner hoch.  Foto: Johann Gruber
Dem Coronavirus geschuldet hielt der Vorsitzende des Ortskartells Herbert Breu am 1. Mai allein das DGB-Banner hoch. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Auch in Furth im Wald fanden seit vielen Jahren am Vortag zum „Tag der Arbeit“ Maikundgebungen statt, organisiert vom Ortskartell Furth im Wald - Hohenbogenwinkel des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Coronavirusbedingt fanden heuer erstmals seit der Gründung des DGB im Jahr 1949 keine öffentlichen Maikundgebungen statt, weder in Sälen noch auf zentralen Plätzen. „Schweren Herzens mussten wir die am Donnerstagabend im Café Mühlberger geplante Mai-Kundgebung absagen, denn Solidarität heißt auch: Niemand soll bei den DGB-Kundgebungen angesteckt werden oder das Virus übertragen können“, bedauert der DGB-Ortsvorsitzende Herbert Breu. Er hielt an diesem Tag ganz alleine das Banner der Gewerkschaft am Stadtplatz zumindest symbolisch hoch.

Es wurde heuer eine andere, eine – hoffentlich einmalige – digitale Maikundgebung, die am „Tag der Arbeit“ als dreistündiger Livestream aus der DGB-Zentrale in Berlin gesendet wurde. Das Motto zum 1. Mai 2020 „Solidarisch ist man nicht alleine“ findet der Further DGB-Vorsitzende gut gewählt, wenn auch anders als geplant: „Solidarität heißt in diesen Tagen auch: mit Anstand Abstand halten.“

Die Corona-Pandemie hat nicht nur alle Pläne durchkreuzt, sondern auch massive Auswirkungen auf Beschäftigte und deren Gewerkschaften. Mit der Absage der öffentlichen Kundgebungen sind die Forderungen der Gewerkschaften zum 1. Mai deshalb nicht weg. Im Gegenteil: Im Windschatten der Corona-Pandemie würden soziale Errungenschaften angegriffen, warnt Breu. Deshalb müsse man alles dafür tun, die soziale Schieflage bei der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Entwicklung nicht zu beschleunigen.

Die Gewerkschaften und die SPD machten sich erfolgreich stark für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, die verhindert, dass Beschäftigte in ein materielles Loch fallen. Die Gewerkschaften machen sich stark für geregelte Arbeitszeiten und den Erhalt der Arbeitszeitordnung. Gerade jetzt brauchen die am meisten belasteten Berufsgruppen keine Verlängerung der Arbeitszeiten, keine verkaufsoffenen Sonntage, sondern Entlastung. Viele Tarifverträge regeln die Arbeitszeit und haben Vorrang vor gesetzlichen Verschlechterungen. Auch das zeige: Tarifverträge schützen. Die Gewerkschaften machen sich stark für höhere Verdienste in Berufen der Pflege, der Reinigung oder im Handel. (fer)

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