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Konzert

Herzbuben und Weisheiten

Der Männerchor hatte sich für sein 13. Schlosshofsingen wieder unterhaltsame Gäste eingeladen. Realschüler gaben Debüt.
Von Elisabeth Ruhland

Die Gastgeber vom Männerchor Waldmünchen starteten schwungvoll in das Programm und einen unterhaltsamen Abend. Fotos: Ruhland
Die Gastgeber vom Männerchor Waldmünchen starteten schwungvoll in das Programm und einen unterhaltsamen Abend. Fotos: Ruhland

Waldmünchen.Der Männerchor Waldmünchen hatte zu seinem 13. Schlosshofsingen in den romantischen Innenhof des Pflegerschlosses eingeladen, wo es sich in lauen Sommernächten bestens singen lässt. Diesmal aber wollte das Wetter gar nicht mitspielen und so wurde die Veranstaltung ins „Gaubaldhaus“ verlegt. Dort hatten die Sänger und ihre Frauen den Saal bestens für die vielen Mitwirkenden und Besucher vorbereitet und ihm mit Blumenschmuck und Kerzen ein schönes Ambiente gegeben.

Das Wichtigste und zugleich Erfreulichste aber war die Botschaft, die zugleich mit Manfred Groß‘ Begrüßung übersprang: Musik und Singen verbindet und stiftet Freundschaft unter den Menschen, auch über Grenzen hinweg, sagte er. Gleiches betonte Bürgermeister Markus Ackermann, der dem Männerchor für die wiederholte Ausrichtung des Konzerts dankte. Könnte man das Singen gesetzlich verordnen, dann gäbe es wohl nur noch Harmonie, so Ackermann. Er freue sich auf den unterhaltsamen Abend, dem auch die etwas nüchterne Atmosphäre im Saal nichts anhaben könne.

Freude über singende Jugend

Premiere: Der neu formierte Realschulchor unter Leitung von Barbara Zwicknagl interpretierte schon ganz schön routiniert „Immer ich“, „Shalala“, „Springt der Hirsch über’n Bach“ sowie „Nessaja“ und den Aufruf „Make love not war“. Viel Beifall war ihm sicher. Fotos: Ruhland
Premiere: Der neu formierte Realschulchor unter Leitung von Barbara Zwicknagl interpretierte schon ganz schön routiniert „Immer ich“, „Shalala“, „Springt der Hirsch über’n Bach“ sowie „Nessaja“ und den Aufruf „Make love not war“. Viel Beifall war ihm sicher. Fotos: Ruhland

Er freute sich, dass so viele Chöre, unter ihnen die Freunde aus der Partnergemeinde Klentsch, wieder mit von der Partie sind. Besonders hob Ackermann hervor, dass mit dem neu entstandenen „Realschulchor“ der Beweis angetreten werde, dass sich junge Menschen für das Singen im Chor begeistern lassen. Mit „Hojo, d’Musikanten san do“ starteten die Gastgeber unter der Leitung ihres langjährigen Dirigenten Josef Schuh schwungvoll das musikalische Programm. Der Musikverein Willmering unter der Leitung von Hubert Bauer kam mit den Liedern „Manchmal braucht es keine Worte“, „Papierflieger“ und „Gern hab’n tuat guat“ als erster Gastchor eher romantisch daher. Fazit: Manchmal sollte man über seine Empfindungen weniger Worte verlieren, sondern sie einfach in Lieder verpackt dem Partner antragen.

Der Hohenbogenchor aus Neukirchen b. Hl. Blut präsentierte aus seinem großen Repertoire „Seid gegrüßt, ihr lieben Freunde“, das lustige „Klein, klein darf sie nicht sein“ und „Mittendrin im Bayerwald bin ich geboren“. Der Landfrauenchor sang „Jetzt kommen die lustigen Tage“, „Sprung auf und in das Leben“ und „Viele verachten die edle Musik“.

Ersatz: Margarete Hetzelein leitete ersatzweise den Waldmünchener Landfrauenchor. Die Frauen sangen an diesem Abend besonders auch für ihre langjährige Dirigentin Rosi Müller, die trotz Krankenstand unter den Zuhörern weilte. Vier Lieder gaben die Sängerinnen zum Besten. Fotos: Ruhland
Ersatz: Margarete Hetzelein leitete ersatzweise den Waldmünchener Landfrauenchor. Die Frauen sangen an diesem Abend besonders auch für ihre langjährige Dirigentin Rosi Müller, die trotz Krankenstand unter den Zuhörern weilte. Vier Lieder gaben die Sängerinnen zum Besten. Fotos: Ruhland

Im Anschluss stellte das Publikum unter Beweis, dass es gesanglich sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen braucht. Mit Begeisterung taten sich alle zusammen bei den Volksliedern „Kein schöner Land“, „Wenn alle Brünnlein fließen“ und „Fein sein, beinander bleiben“, was Moderatorin Petra Ackermann veranlasste, Werbung für das Singen in den Chören zu machen. Der Männerchor Klentsch – Petra Ackermann nannte seine Sänger der schönen chodischen Tracht wegen ihre „Herzbuben“ – hatte Volkslieder von Jindrich Jindricha im Gepäck.

Dann durften endlich die jungen Sänger des Realschulchores Waldmünchen unter der Leitung von Barbara Zwicknagl auf die Bühne. „Für Euer Verhalten allein bekommt Ihr schon die Note eins“, lobte Petra Ackermann. Während die Jugendlichen den Beifall genossen, wird wohl bei manchem Dirigenten der Wunsch aufgekommen sein, dass die jungen Sängerinnen und Sänger später mal bei ihnen die Chöre verstärken.

Stammgäste: Der Hohenbogenchor aus Neukirchen b. Hl. Blut war schon wiederholt Gast beim Schlosshofsingen und präsentierte unter anderem das berührende „Mittendrin im Bayerwald bin ich geboren“ nach einem Satz von Chorleiter Thomas Schmatz. Fotos: Ruhland
Stammgäste: Der Hohenbogenchor aus Neukirchen b. Hl. Blut war schon wiederholt Gast beim Schlosshofsingen und präsentierte unter anderem das berührende „Mittendrin im Bayerwald bin ich geboren“ nach einem Satz von Chorleiter Thomas Schmatz. Fotos: Ruhland

In der Pause nutzten die Besucher die Möglichkeit, das umfangreiche Kuchenbüffet der Sängerfrauen zu „plündern“ oder gaben dem Duft der frischgebackenen Apfelküchln nach, Würstl und verschiedene Brote standen für deftigere Wünsche bereit. Danach sangen alle Chöre noch einmal, der Musikverein Willmering lud ein mit „Komm wir segeln übers Meer“, der Landfrauenchor animierte bei „Vive l’amour“ zum Mitsingen und der Hohenbogenchor sorgte für Schmunzeln mit „Der Bauer und sei Hund“.

„Hochzeitslied“ aus Böhmen

Bereicherung: Die „Wagnhofmusi“ bereicherte den Abend und streute in der Besetzung Anja Schönsteiner (Zither), Julia Horn (Hackbrett), die für den erkrankten Franz Lintl eingesprungen war, und Edi Reitmeier (Kontrabass) Walzer, Boarische und Volksweisen dazwischen. Fotos: Ruhland
Bereicherung: Die „Wagnhofmusi“ bereicherte den Abend und streute in der Besetzung Anja Schönsteiner (Zither), Julia Horn (Hackbrett), die für den erkrankten Franz Lintl eingesprungen war, und Edi Reitmeier (Kontrabass) Walzer, Boarische und Volksweisen dazwischen. Fotos: Ruhland

Mit einem böhmischen „Hochzeitslied“ bewiesen die Sänger aus Neukirchen zusammen mit dem Männerchor aus Klentsch, dass es gleiche Lieder beiderseits der Grenze gibt. Der Männerchor schließlich ließ dann noch zwei Weinlieder erklingen und überraschte mit einem Geburtstagsständchen Mitglied Karlheinz Schröpfer, der vor kurzem 70 Jahre alt wurde. Das Konzert wurde stimmungsvoll bereichert von der „Wagnhofmusi“. Herzlicher Applaus begleitete die Dankesworte von Männerchor-Vorsitzendem Manfred Groß an die Mitwirkenden. Sänger und Besucher sangen zum Abschluss das „Böhmerwaldlied“ und, wie es beim Schlosshofsingen üblich ist, fanden sich noch Gruppen zusammen, um miteinander Liedgut zu interpretieren.

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