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Heuer wird kein Maibaum aufgestellt

Die Knöblinger müssen auf das Symbol der Dorfgemeinschaft verzichten. Normalerweise packen sie vieles gemeinsam an.

Nur mit Heißluftballon wollen die Knöblinger hoch hinaus, ansonsten lieben sie die Bodenständigkeit und sind traditionsbewusst. Ein Maibaumaufstellen wird es dieses Mal aber nicht geben.  Foto: cls
Nur mit Heißluftballon wollen die Knöblinger hoch hinaus, ansonsten lieben sie die Bodenständigkeit und sind traditionsbewusst. Ein Maibaumaufstellen wird es dieses Mal aber nicht geben. Foto: cls

Schorndorf.Viele kleine Ortschaften machen im Landkreis Cham immer wieder durch ihren besonderen Zusammenhalt von sich reden. Mit ganz vorne zu nennen sind hier zweifelsfrei die Knöblinger, die sich 1993 sogar zur erneuten Gründung einer Dorfgemeinschaft entschlossen haben und damit an eine alte Tradition ihrer Vorväter anknüpften. Auf den Maibaum als hölzernes Symbol der Gemeinschaft müssen sie dieses Mal aber verzichten.

Die Bürger von Knöbling, Schwaighof und Sandberg sind von jeher für ihren besonderen Gemeinschaftssinn bekannt. Einen eigenen Verein gab es allerdings lange Zeit nicht. Sowohl bei der Feuerwehr als auch beim Wanderverein und bei den Stockschützen war man an die benachbarte Ortschaft Thierling angeschlossen. Deshalb entschieden sich die Knöblinger im Dezember 1993 zur Wiedergründung einer Dorfgemeinschaft, die es früher schon einmal gegeben hatte. Zum Dorfvorstand wurde Gemeinderat Xaver Pommer vom Schwaighof berufen, zu seinem Stellvertreter Karl Simml aus Knöbling. Xaver Pommer war bis zu seinem Tod im Jahr 2015 im Amt, nun steht Karl Simml an der Spitze. Dessen Stellvertreter sind aktuell Thomas Bauer als 2. Vorstand und Florian Bauer als 3. Vorsitzender.

Während andere oft schnell nach der Gemeinde rufen, packen die Knöblinger viele Sachen noch selber an. So konnte 1996 nach toller Eigenleistung die renovierte Dorfkapelle eingeweiht werden. Ein Jahr vorher, beim 10. Dorffest, wurde der neu gestaltete Dorfplatz mit renoviertem Feldkreuz und neu geschaffenen Totenbrettern gesegnet. Und auch 2001 und 2002 machten sich die Knöblinger wieder an die Arbeit, um ihren Ort zu verschönern. Ein Pavillon von der Direktion für Ländliche Entwicklung Regensburg, der bei der Gartenschau am Regenbogen in Cham für Blickfang sorgte, steht seitdem am Knöblinger Dorfplatz. Gleich im Frühjahr lautet das Motto jedes Jahr „Rama dama“ und der Ort wird wieder auf Vordermann gebracht.

Die Dorfgemeinschaft hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, das ganze Jahr über für die Pflege und den Blumenschmuck in der Dorfkapelle zu sorgen, daneben werden auch Kreuzwege (Fastenzeit), Maiandachten und Rosenkränze (Oktober) gebetet. Bei längeren Krankenhausaufenthalten stattet man den Mitgliedern einen Besuch am Krankenbett ab. Auf alle diese sozialen und freundschaftlichen Kontakte muss leider in den aktuellen Corona-Zeiten verzichtet werden, so auch heuer mit dem traditionellen Maibaumaufstellen. Zusammen mit den Schorndorfer Burschen wird sonst jedes Jahr am 30. April ein stattlicher Baumstamm in die Höhe gehievt. Genauso so schön ist natürlich immer hinterher das Hineinfeiern in die Walpurgisnacht. (cls)

Das Dorffest

  • Ausblick:

    Heuer würde am 21. August das inzwischen 34. Dorffest anstehen. Doch daran ist wohl in diesem Sommer ebenfalls nicht zu denken. (cls)

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