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Spektakel

Hexen treiben ihr Unwesen in Furth

220 Besucher kamen an Halloween zur Hexennacht in die Further Felsengänge – und begaben sich auf eine gruselige Reise.
Von Monika Kammermeier

Dieser Schädel wurde mit einem gemeinsamen Zauberspruch lebendig. Foto: Monika Kammermeier
Dieser Schädel wurde mit einem gemeinsamen Zauberspruch lebendig. Foto: Monika Kammermeier

Furth im Wald.Die Hexennacht an Halloween in den unterirdischen Felsgängen bleibt eine besondere Attraktion. Draußen war um 18 Uhr schon dunkle Nacht, frostig die Temperaturen, und die Mondsichel leuchtete vom Himmel. An der Feuerschale trafen sich die Kinder und Erwachsenen in der Kramergasse. Finstere Gestalten – die Initiatoren und Organisatoren Uli Stöckerl und Rolf Schüler sowie eine bleiche Hexe – begrüßten die Gäste.

23 Helfer und Darsteller waren am Werk, um den etwa 220 Leuten etwas zu bieten, das sie unvergesslich mit Furth verbinden können. Die Hexennacht gibt es schon seit 18 Jahren und sie ist zum Saisonende der Höhepunkt in den Felsenkellern. Alle zehn Minuten wurde eine 20-Personen-Gruppe in insgesamt zwölf Führungen zu den sieben Hexenstationen gebracht und zuletzt zu Luzifer höchstpersönlich.

Das Tor in die Unterwelt

Zauberhafte Musik Foto: Monika Kammermeier
Zauberhafte Musik Foto: Monika Kammermeier

Da öffnete sich schon das Tor in die Unterwelt. Unebene Stufen führten von Kerzen und Laternen beleuchtet mindestens zwei Stockwerke nach unten. Die Kinder wurden stiller, die Erwachsenen auch. Warm und feucht war es dort, lehmig der unebene Boden. Der Wechsel von erleuchteten Abschnitten und dunklen war inspirierend. Das ganze Jahr hat es die gleiche Temperatur dort unten, erklärte Stöckerl. Durch schmale und niedere Fluchten schlängelte sich der Weg, bevor man ihr begegnete: der Hexe ohne Namen. Fantastisch in der Maske, fantastisch ihre Umgebung in einem gewölbten Felskeller mit all ihren Fläschchen, Töpfen und Utensilien. Sie bereitete die Gruppen darauf vor, was sie erwartet. Acht Stationen werden sie erleben mit verschiedenen Hexen und ihren Eigenschaften. Da wäre zum Beispiel die Wetterhexe oder die, die einen Totenschädel lebendig machen konnte und zuletzt Luzifer selbst, der einem jeden ein Hexendiplom verleihen werde und einen Zauberedelstein. Die Hexe eingangs, die ohne Namen, gab erstmal einen kleinen Talisman mit auf den unterirdischen Weg, eine schwarze Spinne oder ein Gebiss.

Eine kleine Hexe war es, die sich traute und als Erste ihr Hexendiplom von Luzifer abholte. Foto: Monika Kammermeier
Eine kleine Hexe war es, die sich traute und als Erste ihr Hexendiplom von Luzifer abholte. Foto: Monika Kammermeier

Die vielen Kerzen, der Geruch, das Feuchtwarme, die felsigen leicht feuchten Wände aus dem viele Jahre alten Gneis und Granit – das alles schuf eine beeindruckende, echte, uralte Örtlichkeit und eine tolle Stimmung. Schon begegnete man der Hexe Energetia, die magische Blitze mit ihrer Zauberkugel erzeugen konnte. Jeder durfte und musste die Kugel mal berühren und tatsächlich, die Lichtsäulen in ihr ließen sich manipulieren, und es krachte. Bei der Wetterhexe durften die Kinder und auch die Großen mit speziellen Instrumenten Regen imitieren, Eis, den Wind oder den Donner.

Spannend war es beim Neffen von Doktor Viktor Frankenstein, der das alte Labor seines Onkels in den Felsgängen wiederfand. Er schuf vor den erstaunten Augen eine grässlich schwarze Kreatur – denn es klappte nicht so mit den Tränen einer Jungfrau aus den Reihen des Publikums.

Der Reiter ohne Kopf

In zwölf Gruppen wurden die Besucher durch die Felsengänge geführt. Foto: Monika Kammermeier
In zwölf Gruppen wurden die Besucher durch die Felsengänge geführt. Foto: Monika Kammermeier

Bei Thomaczek erfuhr man Geschichte und Mystik um ihn und den weißen Schimmel. Er ist der Reiter ohne Kopf. Immer tiefer hinein ging es in die unterirdischen Felsengänge, mal schiefe Stufen hinauf, mal hinunter zur wilden und bösen Hexe Anna. Sie zauberte kleine, seltene Tiere herbei und hatte ein Drachenei. Doch es war schon aufgebrochen, und der kleine (fast) lebendige Drache musste von allen Kindern gestreichelt werden, bevor die Reise weiterging.

Hexe Agatha zeigte ihre Zutaten, um einen Totenschädel zum Leben erwachen zu lassen: das Feuer des Lebens, den Hauch des Todes und die Fingernägel ihrer verstorbenen Großmutter. Und ja, der Schädel war lebendig – mit Hörnern. Die Leute waren beeindruckt und still geworden.

Die Hexe Energetia zeigte, wie es um die Energie und der Lichtkugel steht. Foto: Monika Kammermeier
Die Hexe Energetia zeigte, wie es um die Energie und der Lichtkugel steht. Foto: Monika Kammermeier

Endlich erreichte man Luzifers Höhle persönlich. Oben auf einem mit vielen Kerzen beleuchteten Treppenabsatz stand er rot-schwarz, beängstigend scheußlich und mit langen schwarzen Fingernägeln. Er beorderte die Hexen- und Zauberlehrlinge barsch einzeln nach oben. Die kleine Antonia traute sich als allererste und bekam wie alle anderen auch ihr Hexendiplom und einen Zauberedelstein.

Dieses fantastische Spektakel sei für die Helfer und Darsteller mit „gigantisch“ viel Arbeit verbunden, sagte Schüler, doch es mache jede Menge Spaß. Nach den Führungen gab es für sie eine Nachfeier im Flederwisch mit Hexengulasch und Absinth.

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