mz_logo

Region Cham
Sonntag, 24. Juni 2018 20° 4

Ferienprogramm

Hier wird der Karneval der Tiere getanzt

Im Waldmünchner Megenerationenhaus wird für eine besondere Ballett-Veranstaltung am Donnerstag geprobt.
Von Ingrid Milutinovic

Geprobt wurde mit viel Begeisterung. Johanne Timm war mitten drin und zeigte geduldig verschiedene Varianten. Fotos: Milutinovic
Geprobt wurde mit viel Begeisterung. Johanne Timm war mitten drin und zeigte geduldig verschiedene Varianten. Fotos: Milutinovic

Waldmünchen.Ferienzeit heißt Langeweile? Nein – jedenfalls nicht in Waldmünchen. Das Ferienprogramm hat immer wieder etwas Neues zu bieten. In diesen Faschingsferien ist sogar etwas ganz Besonderes. Passend zur Jahreszeit heißt es „Karneval der Tiere“.

Die Idee hatte Johanne Timm. Inzwischen ist sie keine Unbekannte mehr. Als Choreographin, Bühnentänzerin und Tanzpädagogin unterrichtet sie im Landkreis Kinder und Erwachsene in Ballett, modernem und kreativem Tanz. In ihren Kursen in Geigant wurde sie angesprochen, ob das nicht einmal etwas für das Ferienprogramm wäre. In dem Stück „Karneval der Tiere“ für Kammermusik des französischen Komponisten Camille Saint-Saens, von ihm selber ursprünglich eher zur Seite geschoben, werden Löwen, Elefanten, Schildkröten oder auch Vögel mit ihren Eigenheiten lebendig. Humorvoll geht es in dem Stück zu - jedes Tier zeigt seine ganz speziellen Verhaltensweisen.

Lieblingstiere aussuchen

Die Schildkröte: Sie bewegt sich nur gaaanz langsam und hat einen riesigen, runden Panzer. Da ist es gut, wenn man gemeinsam ausprobiert, wie das am besten geht.
Die Schildkröte: Sie bewegt sich nur gaaanz langsam und hat einen riesigen, runden Panzer. Da ist es gut, wenn man gemeinsam ausprobiert, wie das am besten geht.

Dieses Stück will Johanne Timm mit den Kindern einstudieren. Spaß ist ihr dabei wichtig. Aber auch die Ideen der Kinder. Jeder soll sich sein eigenes Lieblingstier aussuchen können. Allein das Überlegen, wie bewegt sich das Tier, soll schon Spaß machen, sagt Timm. Bei so viel Vorfreude war es kein Wunder, dass die Mädchen – Tanzen und Jungs geht in dem Alter anscheinend nicht so recht zusammen – im Alter von ungefähr sechs bis acht Jahren schon richtig zappelig auf den Anfang warteten. Einige waren als zukünftige kleine Ballerinas bereits im Tutu, andere in smarten Gymnastikhosen. Dass dies jeweils genau die Hälfte war – Zufall sagt Timm. Vorgabe sei es jedenfalls nicht gewesen. Am Samstagnachmittag ging es dann endlich los.

Die Masken: Sie entstanden im Nebenzimmer. Große und kleine Pappteller, Stoffreste, buntes Papier und Stifte bildeten die Grundlage und die Kinder zeigten viel Fantasie.
Die Masken: Sie entstanden im Nebenzimmer. Große und kleine Pappteller, Stoffreste, buntes Papier und Stifte bildeten die Grundlage und die Kinder zeigten viel Fantasie.

Ein Aufwärmprogramm – auch um sich richtig kennenzulernen und die Namen zu lernen – machte schon einmal Lust auf mehr. Johanne Timm war immer mittendrin und gab „Regieanweisungen“: Mal ganz langsam, mal schnell, dreht euch mal, Boden. Luft oder auch mal durch ein Tor gehen.“ Und alles wurde sofort umgesetzt. Dann begann der eigentliche „Karneval“. Das große Zaubertuch kam zum Einsatz. „Wir sind jetzt in der Savanne, das Tuch ist der Staub und ihr seid die Löwen, die ganz langsam darunter hervorkommen“ – das sollte umgesetzt werden. Und die Mädchen schlichen und sprangen – wie die Löwen eben. In ganz gefährlichen Positionen versuchten sie sich, immer passend zur Musik.

Die Vögel: Ganz leicht – wie durch die Luft – flatterten sie durch den Raum. Mal kamen sie zusammen, mal flogen sie wieder auseinander. Immer neue Figuren entstanden.
Die Vögel: Ganz leicht – wie durch die Luft – flatterten sie durch den Raum. Mal kamen sie zusammen, mal flogen sie wieder auseinander. Immer neue Figuren entstanden.

Das Gegenstück waren dann die Vögel – auch sie sollen am großen Karneval mitmachen. „Wie bewegen sich die Vögel“ fragte Timm und prompt flatterten alle durch die Gegend. Es wurde sich im Kreis gedreht, die Arme dienten als Flügel, mal eher alleine und dann auch wieder zusammen. Ganz rote Backen hatten alle, als sie sich zum Ausruhen – aber nur ganz kurz! – hinsetzten und schauten, wie Johanne Timm als Vogel durch die Gegend flatterte.

Jeden Tag wurden zwei Tiere geprobt. Schildkröten und Elefanten waren am zweiten Tag dran. Und auch hier hatten die Kinder wieder viel Fantasie. Dass die Schildkröte zum Beispiel sich nur „gaaanz langsam“ auf dem Boden fortbewegt und einen riesigen runden Buckel hat… besonders der Buckel animierte dazu, mal verschiedenes auszuprobieren.

Masken zur Vollendung

Fertig und bereit: Sehr kreativ waren die kleinen Künstler, wenn es um die Herstellung „ihrer“ Maske ging. Was fertig war, wartete schon auf der Fensterbank auf den Einsatz.
Fertig und bereit: Sehr kreativ waren die kleinen Künstler, wenn es um die Herstellung „ihrer“ Maske ging. Was fertig war, wartete schon auf der Fensterbank auf den Einsatz.

Und natürlich muss dann auch eine entsprechende Maske her. Ein Vogel ohne großen Schnabel geht nun mal gar nicht. Deshalb wurden immer wieder mal Bastelpausen eingelegt. Aus großen und kleinen Papptellern, Stoffresten, buntem Papier und den verschiedensten Stiften entstanden wahre Kunstwerke. Mal zu 100 Prozent konzentriert, mal in hitziger Diskussion mit dem Tischnachbarn zu Größe oder Farbe – die Zeit verging wie im Flug. Bis zur großen Premiere am Donnerstag wird dann jedes Kind zwei Masken haben – passend zu den jeweiligen Lieblingstieren, die es dann tanzen darf. Wer so viel tanzt, wird natürlich auch hungrig und durstig. Deshalb wurden auch immer wieder einmal kurze Trinkpausen eingelegt. Auch für das Mittagessen war gesorgt. Am Montag schwang Kristina Schlaegel kurzerhand den Kochlöffel.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht