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Symposium

Hilfe finden gegen chronische Schmerzen

Viele Menschen sind von Fibromyalgie betroffen, die Dunkelziffer ist aber hoch. Der Fibromyalgieverein Bayern informierte.
Von Andreas May

  • Vorsitzende Claudia Dexl erklärte anschaulich Therapien für an Fibromyalgie Erkrankte. Foto: May
  • Die Schilderungen von Claudia Dexl als selbst Betroffene waren besonders authentisch. Foto: May

Cham.Als Vorsitzende des Fibromyalgievereins Bayern und selbst Betroffene weiß Claudia Dexl, wovon sie spricht. Der Verein hatte am Donnerstag zu einem Symposium in die Chamer Stadthalle geladen. Viele interessierte Personen waren gekommen, um sich ein Bild von der Thematik zu machen. Darüber hinaus gab es weiterführende Informationen.

Dexl startete mit der Herkunft des Namens der Erkrankung: Fibromyalgie komme aus dem Griechischen und könne mit Faser-Muskelschmerzen beschrieben werden. Es handle sich um eine chronische Schmerzerkrankung ohne entzündliche Werte, informierte die Vorsitzende. „Betroffene schildern das Empfinden wie bei einem anhaltenden starken Muskelkater, dem man täglich ausgesetzt ist. Neben den Schmerzen kommen psychische Probleme hinzu, allgemein handelt es sich aber um ein biopsychosoziales Krankheitsbild“, so Dexl.

Die Ursachen für die Erkrankung seien noch nicht genau erkannt, häufig gehe jedoch eine Borrelieninfektion voraus. Eine etwaige genetische Veranlagung oder auch traumatisch Erlebnisse könnten ebenfalls Auslöser sein, hieß es. Im Hinblick auf die Diagnose lasse sich Fibromyalgie als Ausschlussdiagnostik klassifizieren. Hierzu gebe es seit 2007 Leitlinien. Wurde das Schmerzempfinden lange durch das Ermitteln von Druckschmerzpunkten festgestellt, so können Patienten heute fundierte Schmerzskizzen anfertigen: „Hier hat sich einiges getan“, sagte Dexl, die auch auf die Notwendigkeit einer gesunden Schilddrüse verwies.

Als mögliche Therapieansätze wurden medikamentöse, physikalische sowie psychologische Anhaltspunkte genannt. In der Praxis würden häufig Antidepressiva und Opioide als Medizin eingesetzt. Fibromyalgie habe immer den Verlust von Lebensqualität zur Folge. Auf der Suche nach Abhilfe sollten Betroffene im Übrigen aufpassen. Gerade bei der Internetrecherche tauchten immer wieder dubiose Anbieter auf, die für teils überteuerte, aber häufig nutzlose Produkte werben.

Abhilfe könne und solle die Selbsthilfe schaffen. Auch der Hilfe zur Selbsthilfe komme enorme Bedeutung zu. Claudia Dexl selbst schilderte ihre positiven Erfahrungen durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe. Sie würde sich freuen, wenn auch in Cham eine Gruppe zustande käme.

Weitere Informationen zum Thema „Lebensqualität bei Fibromyalgie“ erhielten die Teilnehmer beim anschließenden Vortrag des stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Duschl. Um Arbeitsrecht und Sozialrecht ging es dann im Abschlussvortrag. Den Experten Karl-Heinz Tempel und Peter Wes- termeier oblag es, das Symposium mit der Beleuchtung juristischer Aspekte abzuschließen. Weiterführende Informationen zur Krankheit und zum Verein gibt es im Internet unter www.fibromyalgie-bayern.de.

Fibromyalgie

  • Verein:

    Der Fibromyalgieverein Bayern versteht sich als Anlaufstelle zur Selbsthilfe der kurzen Wege. Alle Veranstaltungen zum Thema finden in Bayern statt, so dass Betroffene und Angehörige vor Ort die Möglichkeit haben, sich zu informieren und zu profitieren.

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