mz_logo

Region Cham
Montag, 25. Juni 2018 21° 6

Jubiläum

Hilfe in und von der Gruppe

Die Selbsthilfegruppe Morbus-Crohn, Colitis-Ulcerosa Waldmünchen besteht seit 25 Jahren – jetzt wurde gefeiert.
Von Ingrid Milutinovic

  • Information außerhalb: Der Darmtag der Sana-Klinken - besonders wilchtig für die Betroffenen. Hier gab es nicht nur wertvolle Informationen für die Mitglieder, sie konnten auch selber ihre Erfahrungen weitergeben.
  • Die Gruppe trifft sich regelmäßig zum Gedankenaustausch.
  • Das ehrenamtliche Engagement wurde durch eine Urkunde gewürdigt; Katrin Dohm überreicht diese an Petra Dietl.
  • Maria Zyaba (re) und Anne Mühlbauer (2.v.re) geben Informationen für Stoma-Patienten – für Petra Dietl ein ganz besonderer Glücksfall. Unterstützt werden sie dabei von Robert Mühlbauer.
  • Renate Weingärtner (r.) und Gabi Loibl (l.) sind Mitglieder der ersten Stunde. Seitdem sind sie der Selbsthilfegruppe treu geblieben und können Erfahrungen weitergeben.

Waldmünchen.„Selbsthilfegruppen sind selbst organisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen beziehungsweise dafür unternehmen möchten“ – so liest sich die Definition bei Wikipedia.

Umgang mit chronischen Krankheiten oder Lebenskrisen – dies sind nur zwei Beispiele aus der großen Palette von Themen. Wie verbreitet die Gruppen inzwischen sind, kann man ebenfalls an dieser Stelle nachlesen: Ungefähr 70  bis 100 000 Gruppen gibt es, geschätzt neun Prozent der erwachsenen Bevölkerung waren bereits Teilnehmer in einer Selbsthilfegruppe.

Viel ehrenamtliches Engagement

Alleine das Wort „selbstorganisiert“ zeigt schon, wie viel ehrenamtliches Engagement in diesen Gruppen verankert ist. Deshalb war das 25-jährige Jubiläum der Selbsthilfegruppe Morbus-Crohn, Colitis Ulcerosa Waldmünchen auch ein Tag, der ganz besonders gefeiert werden sollte.

In der Trattoria Jesolo Waldcafé waren am Samstagabend fast alle Mitglieder – im Moment sind es ungefähr 25 – zusammengekommen. Mit Renate Weingärtner und Gabi Loibl waren auch zwei Gründungsmitglieder anwesend. Mit Anne Mühlbauer und Marianne Zyaba sind auch zwei Betreuer für Stomapatienten Mitglieder. Die Leiterin der Gruppe, Petra Dietl, ist selber Betroffene. Nach ihrer Operation fasste sie den Entschluss, diese Selbsthilfegruppe zu gründen und suchte über Zeitungsanzeigen „Mitstreiter“. 1993 wurde die Arbeit aufgenommen.

Sowohl Morbus-Crohn als auch Colitis Ulcerosa sind entzündliche Darmerkrankungen. Die Ursache für beide ist bisher nicht bekannt. Meist tritt die Krankheit, die jeden Teil des Darms befallen kann, erstmals in jungen Jahren auf. Erste Symptome sind Bauchschmerzen und länger anhaltender Durchfall – also am Anfang eher nicht unbedingt beachtet. Die Symptome variieren und sind nicht bei jedem Patienten gleich.

Gemeinsam sind wir stärker

Die Mitglieder kommen nicht nur aus Waldmünchen, sondern aus den Landkreisen Cham und Schwandorf. Alle Altersklassen sind vertreten, denn die Krankheit kann jeden treffen, ist an kein Alter gebunden. Auch eine Vererbung spielt eine Rolle, so sei, so Dietl, auch ihr jüngerer Sohn Betroffener. Ihr Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ prägt sie, weiß Dietl.

Regelmäßig jeden zweiten Mittwoch im Monat treffen sich die Mitglieder um 19.30 Uhr in der Trattoria Jesolo Waldcafé. Alle Erkrankten, Partner und Freunde sind willkommen. Hier werden regelmäßig über Medikamente, Ärzte, Kliniken und vieles mehr Erfahrungen ausgetauscht. Manch wertvoller Tipp konnte so schon weiter gegeben werden.

Aber auch die Öffentlichkeit soll von den Erfahrungen der Gruppe profitieren. Deshalb sind Mitglieder regelmäßig mit einem Infostand auf dem Herbstfest vertreten, waren auch im September auf den Gesundheitstagen in Bad Kötzting dabei . Auch der Darmtag der Sana-Kliniken in Cham zählte zu den wahrgenommenen Terminen.

Kompliment für Petra Dietl

Die Selbsthilfegruppe in Waldmünchen ist Kooperationspartner der Deutschen Morbus-Crohn / Colitis Ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.). Katrin Dohm, die selber seit 20 Jahren Mitglied in der Gruppe ist, war in Vertretung von Petra Dietl, auf dem Kontaktpersonentreffen in Nürnberg. Die Arbeit, die Dietl in den vergangenen 25 Jahren geleistet hat, wurde auch hier gebührend gewürdigt. Die Anerkennung hierfür in Form einer Urkunde hatte Dohm mitgebracht und überreichte sie. Petra Dietl selber weiß, dass diese Anerkennung nicht nur ihr selber gebührt. Ohne Unterstützung der Mitglieder gehe nichts. Deshalb wollte sie sich auch an diesem „ganz besonderen Tag“ bei ihnen bedanken. Ganz besonders bei ihren beiden „Stoma-Betreuerinnen“ Marianne Zyaba und Anne Mühlbauer, die tatkräftig von Ehemann Robert unterstützt wird, und bei Katrin Dohm, die nicht nur die Kasse betreut, sondern auch ganz einfach „ihre rechte Hand“ und so etwas wie die gute Seele der Gruppe ist. Für alle gab es kleine Geschenke, bevor es zum gemütlichen Teil des Abends ging.

Die Wünsche für die Zukunft? Wir sind eine tolle Truppe, das soll noch lange so bleiben, fasste Dietl dies zusammen. Wir wollen noch vielen helfen mit unseren Erfahrungen. Für Informationen stehen sie jederzeit zur Verfügung: Petra Dietl, Tel. (0 99 72) 90 25 25, Email: petra.dietl@arcor.de, für Stoma-Träger: Anne Mühlbauer, Tel. (0 99 72) 7 52, Email: robert.muehlbauer198reenet.de.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht