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Region Cham
Montag, 20. August 2018 27° 2

Kirche

Hirschauer feiern Wiedersehen

Die früheren Bewohner der Gemeinde und deren Nachfahren feierten Kirchweih in dem Ort, der heute in Tschechien liegt.

Viele Menschen aus drei Ländern und die Armen Schulschwestern aus Königgräz waren zum „Kirchweihfest“ ins Gotteshaus gekommen. Fotos: kbi
Viele Menschen aus drei Ländern und die Armen Schulschwestern aus Königgräz waren zum „Kirchweihfest“ ins Gotteshaus gekommen. Fotos: kbi

Eschlkam.Vergangenes Wochenende kamen die Heimatvertriebenen aus der ehemaligen Böhmerwaldpfarrei Hirschau zusammen, um mit früheren Landsleuten Wiedersehen und mit vielen Einheimischen den Gottesdienst zu feiern. Sie können das Wunder immer noch nicht fassen, dass sie seit 1990 jeder Zeit der alten Heimat einen Besuch abstatten können.

Die Hirschauer Pfarrkinder trafen sich am Samstag beim Friedhofskreuz beim Warzenrieder Friedhof, wo sie für alle verstorbenen Angehörigen und Landsleute beteten. Ein freudiges Wiedersehen feierten sie alle im Gasthaus Altmann, viel wurde dabei erzählt, gelacht und zusammen gesungen, so war es ein recht unterhaltsamer Abend.

Josef Hiebl und Anna Fischer hatten mit ihrem Helferkreis wieder alles bestens organisiert, die Kirche für den großen Tag geputzt und mit Blumen wunderschön geschmückt, wofür sich Josef Hiebl bei allen bedankte.

Am Sonntagmorgen fanden sich dann die Böhmerwäldler zum Kirchweihfest in ihrer Heimatkirche zum Gottesdienst zusammen. Die Hirschauer hatten nach der Grenzöffnung selbst die Initiative der Renovierung der Kirche in Angriff genommen, die tschechische Diözese um Unterstützung für die Renovierung gebeten. Doch Josef Hiebl stieß auf taube Ohren.

Die Wende vor der Renovierung

Da trafen er und seine Frau Bischof Manfred Müller auf dem Osser und die Hiebls erzählten ihm von der geplanten Renovierung, und fanden großartige Unterstützung durch die Diözese Regensburg. Auch die Außenrenovierung haben die Hirschauer in Gang gebracht.

Nachdem die Armen Schulschwestern aus Königgräz vor ein paar Jahren die Gesamt-Innenrenovierung der Kirche vor einigen Jahren übernommen haben, erstrahlt sie nun im neuem Glanz. Josef Hiebl freute sich über das volle Gotteshaus und hieß alle deutschen, österreichischen und tschechischen Mitchristen, Pfarrer Premyslaw Ciupak aus Mrakov und Diakon Alois Hiebl aus Cham willkommen. Besonders willkommen hieß Hiebl die Armen Schulschwestern aus Königgräz, die den weiten Weg nicht scheuen, jedes Jahr zu kommen.

Pfarrer Premyslaw Ciupak aus Mrakov zelebrierte die Messe mit Diakon Alois Hiebl.
Pfarrer Premyslaw Ciupak aus Mrakov zelebrierte die Messe mit Diakon Alois Hiebl.

Diakon Alois Hiebl, der selbst ein Böhmerwälder und zugleich Kreisvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Cham ist, erzählte einleitend, dass er zur Vorbereitung folgende Notiz gefunden habe: „Nur wenige Kilometer jenseits der Bayerischen Grenze befand sich eine der kleinsten Pfarrgemeinden der Diözese Budweis in Hirschau. 1945 traf das Los der Vertreibung alle Deutschen, auch die Ordensleute im Hirschauer Kloster, wozu die drei Hiebl-Schulschwestern Benonnia, Leopoldine und Ansgara, gehörten. Das waren die Tanten von Alois Hiebl, sie fanden schließlich in Auerbach (Bamberg) ein neues zu Hause.

Alle zwei Wochen Gottesdienst

Organistin Kathrin Zierhut aus Großaign spielte die Orgel, und nach dem Segen stimmten alle in das Schicksalslied der Böhmerwäldler, „Tief drin im Böhmerwald ...“ ein. Sprecher Josef Hiebl wünschte allen anwesenden noch ein schönes Kirtatreffen, sagte allen „Pfüad Gott“ und verabschiedete sich mit einen „Auf Wiedersehen“ bis zum nächsten Jahr.

Ansonsten ist voraussichtlich bis Dezember im Zwei-Wochen-Turnus alle vierzehn Tage am Sonntag um 11 Uhr ein Gottesdienst in der Kirche in Hirschau. Im Anschluss trafen sich die Böhmerwäldler noch im Gasthaus Altmann zum Mittagessen.

Verstorbene

Andenken: Für die Verstorbenen des vergangenen Jahres legte Josef Hiebl in der Kirche auch noch ein Gebetsgedenken ein – dabei wurde auch der Verstorbenen gesondert gedacht.

Gestorben sind: Georg Brandl, Schwarzsau im Alter von 91 Jahren; Maria Hauber geb. Meier, 79 Jahre; Maria Götz, geb. Hiebl, Lehrerin, 88Jahre. Franz Simmet aus Friedrichsthal, 88 Jahren; Franziska Brandl starb mit 79 Jahren. (kbi)

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