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Furth im Wald

Historischer Verein eröffnet Vortragsreihe

Dr. Tobias Appl sprach über „Heinrich der Natternberger – der Herzog, der Furth im Wald das Stadtrecht verlieh“.

Dr. Thomas Appl sprach über „Heinrich den Natternberger“.Foto: Wild
Dr. Thomas Appl sprach über „Heinrich den Natternberger“.Foto: Wild

Furth im Wald.Auf Anregung von Prof. Dr. Hans-Michael Körner ist am Montagabend vor vielen Zuhörern im Großen Sitzungssaal der „Historische Herbst“ mit einem Vortrag „Heinrich der Natternberger – der Herzog, der Furth im Wald das Stadtrecht verlieh“ gestartet. Dr. Tobias Appl von der Universität Regensburg schilderte in seinem Referat das Land Bayern des ausgehenden 13. und im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts als geteiltes Land mit kriegerischen Konflikten, aber auch mit geplanten Hochzeiten der Dynastenfamilien, um die Landespolitik maßgeblich zu beeinflussen.

Thematisch zentrale Figur war ein in der Landesgeschichte nicht sehr bekannter Herzog aus der Reihe der Regenten aus dem Hause Wittelsbach, der als Heinrich XV. die Beinamen „der Junge“ oder „der Natternberger“ erhielt. Er war es, der den entscheidenden Anstoß gab, dass Furth zu einer Stadt erhoben wurde. Zum Schluss wurde ausreichend diskutiert, vor allem über das Datum der Stadterhebung.

Ausführlich schilderte Dr. Appl die politischen Gegebenheiten und Umstände, in die Heinrich XV. im August des Jahres 1312 hineingeboren wurde, etwa 13 Tage vor dem Tod seines Vaters, Herzog Otto III. von Bayern-Niederbayern. Die Herzoginwitwe Agnes von Schlesien-Glogau zog Heinrich vorwiegend auf Burg Natternberg nahe Deggendorf auf. Bis 1319 befanden sich er sowie seine Cousins unter der Vormundschaft ihres Verwandten Ludwig des Bayern, des späteren Kaisers.

Im Laufe der Zeit kam es zwischen ihm und seinen Vettern Heinrich dem Älteren und Otto IV. zu langwierigen Streitigkeiten um den Besitz Niederbayerns, die immer wieder durch Schiedsgerichte geschlichtet wurden. Die Landstände brachten im Juli 1329 die drei Herzöge zu der Verpflichtung, das Herzogtum Niederbayern nicht weiter aufzuteilen. Dennoch verbanden sich im Jahr 1330 Heinrich und Otto und sie erreichten mit Hilfe des Kaisers Ludwigs des Bayern im Vertrag vom 6. August 1331 die Teilung des Bayernlandes. Dabei erhielt Herzog Heinrich XV. zahlreiche Städte und Gerichte, darunter den Gerichtsbezirk Eschlkam, wozu damals die Dorfsiedlung Furth gehörte.

1332 kam es zur gemeinsamen Regierung mit seinem Cousin Heinrich „dem Älteren“. In Niederbayern kehrte für einige Zeit Ruhe ein, was auch daran lag, dass Heinrich XV. am 6. November 1332 auf Empfehlung des Kaisers seinen Landesteil seinem Cousin Heinrich XIV. freiwillig unterstellte. Nur ein halbes Jahr später verstarb Herzog Heinrich XV. am 18. Juni 1333 mit knapp 20 Jahren. Seine Grablege fand er im Kloster Seligenthal in Landshut.

Eingehend sprach Dr. Appl als ein Problem die gegebene Vordatierung der Further Stadtrechtsurkunde vom 25. November 1332 an, in der Heinrich XV. als Gründer der Stadt genannt, aber zugleich auch mit dem Hinweis „dem Gott genad“ als verstorben erwähnt ist, obwohl der Further Stadtgründer erst im Juni 1333 starb.

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