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Waldgau

„Hoagartn“ einer der schönsten Bräuche

Früher wie heute bezeichnete der „Heimgarten“ gesellige Treffen im bayerischen Raum mit Unterhaltung und Musik.

Die „Geschwister Hammerla“ haben im Jahr 2017 den begehrten Volksmusikpreis für Nachwuchsmusikanten, den Zwieseler Jugendfink, gewonnen. Foto: Regina Pfeffer
Die „Geschwister Hammerla“ haben im Jahr 2017 den begehrten Volksmusikpreis für Nachwuchsmusikanten, den Zwieseler Jugendfink, gewonnen. Foto: Regina Pfeffer

Arrach. Arrach/Spiegelau. „Hoagartn“ ist einer der schönsten Bräuche im bayerischen Raum, der vor allem im Spätherbst und Winter, wenn es nach der Ernte ruhiger wurde auf den Höfen, gepflegt wird. Zwar war das Vieh zu versorgen, im Haus wurde eingeweckt, geräuchert und gesurt (gepökelt) und auf dem Hof die Wagen und Geräte gründlich überholt. Doch früh am Abend war das Tagwerk getan und es blieb Zeit, sich mit den Nachbarn zu treffen.

Übersetzt heißt „Hoagartn“ so viel wie „Heimgarten“, denn damals trafen sich Freunde und Nachbarn zu Hause im Garten, um sich zu unterhalten – wobei nicht selten über die jüngsten Ereignisse im Dorf geratscht wurde –, um Karten zu spielen, Musik zu machen und zu tanzen. Die Frauen nähten, drehten das Spinnrad, häkelten oder strickten oft, während sie sich unterhielten, der Musik lauschten oder sangen. Es waren also einfach gesellige Treffen in heimischen Gärten, aus denen mitunter auch Ehen hervorgingen. An milden Abenden saß man auf der Bank vor dem Haus. Wenn es kälter war, traf man sich in der Stube.

In erster Linie galten die Zusammenkünfte der Pflege der Volksmusik und der alten Tänze. Die dörflichen Musikanten hatten Hochsaison und vor allem die bäuerlichen Tanzformationen, die Zwiefachen, feierten dabei fröhliche Urständ. Beim traditionellen Waldgau-Hoagartn, der am Samstag, 27. Oktober, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Spiegelau Station macht, wird gemeinsam gesungen und musiziert. Dazu erzählt der Sprecher so manche lustige oder auch ernste Begebenheit. Es singen und spielen unter anderem die „Geschwister Hammerla“ und die „Geschwister Döringer“. Beide Gruppen haben bereits den Zwieseler Jugendfink, einen der begehrtesten Preise in der Volksmusik für Nachwuchsmusikanten aus der Region, gewonnen.

Weiter dabei sind „Die Lenzerischen“, die „Duwaggl-Musi“ und die bekannten „Lindberger Woidariensänger“. Außerdem werden sich die Sänger des überall hochgeschätzten Männergesangsvereins Spiegelau auf der Bühne präsentieren. Gespannt sein darf man auf den eigens für diese Veranstaltung ins Leben gerufene „Stoaklamm-Soat’n-Gsang“ vom gastgebenden Verein. Als Sprecher konnte Eberhard Kreuzer, Kulturpreisträger aus Zwiesel, gewonnen werden, der sicher in seiner niederbayerischen Mundart viel Zeitkritisches, Nachdenkliches, Lustiges und manchmal auch recht Hintergründiges zu erzählen hat. (krp)

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