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Wahlen

Hohenbogenliste ist gegen Prügel-Werfen

Franz Löffler weist Behauptungen zurück, wonach er ein „Teilzeit-Landrat“ sei. Die Gegner hätten von Politik keine Ahnung.
von Helga Brandl

Landrat Franz Löffler und Neukirchens Bürgermeister Markus Müller  Foto: Helga Brandl
Landrat Franz Löffler und Neukirchens Bürgermeister Markus Müller Foto: Helga Brandl

Neukirchen beim Heiligen Blut.„Gemeinsam für die Zukunft im Hohenbogenwinkel“ stehen die Kandidaten der Hohenbogenliste als Interessenvertretung im Chamer Kreistag, von denen 20 aus der Marktgemeinde Neukirchen kommen. Als Spitzenkandidat wirbt Markus Müller für die Vernetzung mit dem Landkreis Cham, die seiner Meinung nach sehr wichtig sei. . Vizebürgermeister Hans Kerscher schwor darauf ein, angesichts des sich verschärfenden Wahlkampfes künftig weiter auf Einigkeit und Zusammenarbeit in der Gemeinde zu setzen. „Prügel zwischen die Beine zu werfen, ist kontraproduktiv“.

Parallelen in den Angriffen sieht Markus Müller auch bei Landrat Franz Löffler: „Es ist geradezu grotesk, wenn man aus dem Kreis der sechs Gegenkandidaten, von denen bislang keiner im Kreistag vertreten war, von einem ‚Teilzeit-Landrat‘ lesen muss.“ Landrat Franz Löffler richtete dann den Fokus auf die Kommunal- und Landkreispolitik. „Wir machen nicht alles richtig; trotzdem hat sich in der kommunalen Familie der Wohlstand gut entwickelt. Das wollen wir auch sichern”, sagte Löffler.

„Es ist durchaus eine Bereicherung, wenn ein Bürgermeister zugleich stellvertretender Landrat ist. Wer das negativ sieht, hat von Kommunalpolitik wenig Ahnung“, sagte Franz Löffler. Er sagte, er sei dankbar, dass Markus Müller Landratsstellvertreter und einer der hervorragendsten Bürgermeister sei, der über den Tellerrand hinausschaue und die Region im Blick habe, ohne die eigene Gemeinde aus den Augen zu verlieren. Der Landkreis Cham habe sich in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt: früher höchste Winterarbeitslosigkeit, heute Arbeitskräftemangel.

Senioren-Anlage

  • Fragebogen:

    Nach einer Bedarfsermittlung, Kostenschätzung und Betriebswirtschaftlichkeitsprüfung über die nächsten 20 Jahre könnten weitere Schritte in die Wege geleitet werden. Ob überhaupt Interesse daran bestünde, wird ihm Rahmen des in Kürze ausgegebenen ISEK-Fragebogens abgefragt.

  • Themen:

    Weiterer Schwerpunkt war die Borkenkäfer-Problematik, zu der der Landrat Stellung bezog.

Architekt Ludwig Pongratz regte als Kandidat der Hohenbogenliste an, die Energieversorgung mit einem Hackschnitzel-Heizkraftwerk als Zukunftsprojekt für Neukirchen b. Hl. Blut ins Auge zu fassen. Mit Zahlen untermauerte er die neuen Voraussetzungen: „Wir verbrauchen hier sechs Millionen Liter Heizöl im Jahr, während auf 2910 Hektar Waldfläche zehn- bis zwölftausend Raummeter Brennholz nachwachsen. Umgerechnet auf Erdöl entspräche dies zwei Millionen Litern, die man nachhaltig durch heimisches Brennholz ersetzen könnte.“

So blieben rund 1,4 Millionen Euro in der Marktgemeinde, die jetzt aus dem Hohenbogenwinkel abfließen. Pongratz ist sich der nicht einfachen Aufgabe bewusst und erinnert an die Situation der ersten Senioren-Wohngemeinschaft.

CSU kontert Flyer

Zielorientiert mit einem Ausblick auf die nächsten Jahre mit persönlicher Vorstellung der Listenkandidaten sowie einer Diskussionsrunde – so verliefen nach Meinung von Beobachtern die drei Wahlversammlungen der Christlich Sozialen Union mit Bürgermeister Markus Müller. Beim politischen Frühschoppen der CSU mit Landrat Franz Löffler im vollbesetzten Gasthaus „zum Schwoazn“ sah sich Bürgermeister Markus Müller gezwungen, Position zu beziehen zu einem – wie er es nannte – „Angriffs-Flyer mit unhaltbaren Anschuldigungen“, der seit Samstagabend im Internet kursiert und offensichtlich als Frontalangriff des Gegenkandidaten zu werten sei. „Die Sache ist leider kein Faschingsscherz, sondern wirklich ernst“, sagte Müller.

Im Marktrat herrsche grundsätzlich Harmonie und gelebte Demokratie. Diese gute Zusammenarbeit habe laut Müller der Gegenkandidat noch in seiner Nominierungsversammlung propagiert. Aktuell erinnere der plötzliche Sinneswandel an die schlimmen Verhältnisse in Furth vor zehn Jahren. „Die Behauptungen sind bodenlos, boshaft und an Dreistigkeit nicht zu überbieten; das hat mit einem fairen Wahlkampf absolut nichts zu tun“, kritisierte der Bürgermeister. Vielmehr sei dieses Verhalten eine Beleidigung aller Ehrenamtlichen und der Marktratskollegen, die sich auf Sitzungen vorbereiten und Ortstermine wahrgenommen haben, bei öffentlichen Veranstaltungen präsent und initiativ mitgearbeitet haben, sagt er weiter.

Die medizinische Versorgung der knapp 4000-Einwohner-Gemeinde sei zweifellos die größte Herausforderung. Die Zukunft sind Gemeinschaftspraxen oder medizinische Versorgungszentren, wofür sich beispielsweise der „alte Pfarrhof“ sinnvoll nutzen ließe. Weil der Staat den Versorgungsauftrag mit niedergelassenen Doktoren den Ärzten selbst – in Form der Kassenärztlichen Vereinigung – übertragen hat, sind vor allem den politisch Verantwortlichen vor Ort die Hände gebunden. „Wenn die Inhaber der Arztsitze nicht mitmachen, geht es nicht. Bevor in anderen Wahlversammlungen der Bürgermeister verantwortlich gemacht wird, sollte ehrlicherweise berichtet werden, dass vorherige Zusagen wieder zurückgezogen wurden”.

Weiter erinnerte Markus Müller, dass in der Geschäftsordnung, die vom Marktrat zu Beginn der Legislatur einstimmig beschlossen wurde, bis zu einer gewissen Gehaltsstufe ausschließlich der Bürgermeister für die Einstellung im Rathaus und im Bauhof zuständig sei. „Mir hier einen unerlaubten Alleingang vorzuwerfen, ist der nächste Unsinn”.

In Bezug auf das Gewerbegebiet gehe es nicht nur um Grundstückserwerbe, sondern um umfangreiche planerische Maßnahmen. Hier erläuterte Markus Müller ausführlich die Debatte um die Investition der Firma Zollner, die nicht nur beim Bürgermeister, sondern beim Marktrat absolute Priorität habe. „Netto und anderen Gewerbebetrieben waren bereits ihre Grundstücke zugesagt. Nach der Ankündigung der Zollner-Investition wurde sofort alles umgeplant”, wies er die Anschuldigungen des Gegenkandidaten zurück. Dass Grundstücksangelegenheiten nicht öffentlich diskutiert würden, liege in der Natur der Sache.

Selbstverständlich haben die örtlichen Unternehmer und ausdrücklich auch die Zollner AG die volle Unterstützung. Die Gemeinde habe zudem große Beiträge zur Ausstattung der Feuerwehren und Unterstützung der Vereine geleistet. Das Naturbad ist eine Bereicherung für Einheimische und Gäste bei freiem Eintritt. „Dies geht vor allem auch deshalb, weil ich als Bürgermeister die volle Verantwortung übernehme”, verwies der Redner auf andere Kommunen, in denen solche Einrichtungen inzwischen geschlossen wurden.

Markus Müller setzt nach eigenem Bekunden nach wie vor auf ein gedeihliches Miteinander in der Gemeinde und eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Die persönliche Vorstellung der CSU-Listenkandidaten war geprägt von Bekundungen, sich zum Wohle für die Heimatgemeinde einzusetzen. „Die Marktratsarbeit soll keine Momentaufnahme sein“, machte ein Listenbewerber seinen Unmut über das Pamphlet des Bürgermeisterkandidaten der anderen Gruppierung Luft. Die CSU-Liste unterstützt unisono ihren Bürgermeisterkandidaten Markus Müller, „der in den letzten Jahren seine Arbeit bestens sowohl als Bürgermeister als auch als stellvertretender Landrat für ein zukunftsfähiges Neukirchen b. Hl. Blut gemacht hat“, sagten die Mitglieder der Liste. (kbr)

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