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Region Cham
Donnerstag, 16. August 2018 27° 1

Natur

Holunder: Die Wunderpflanze vorm Haus

Hollerstauden blühen nicht nur schön, ihnen werden Kräfte nachgesagt. Und man kann mit ihnen tolle Gerichte zaubern.

Die Hollerstaudn gehörte früher zum Bauernhaus-Garten. Foto: che
Die Hollerstaudn gehörte früher zum Bauernhaus-Garten. Foto: che

Chamerau.Im Frühjahr bringt er schneeweiße Blüten hervor, im Herbst schwarze, aromatische Beeren. Dieser Strauch der Gegensätze hilft uns, Harmonie sowie ein inneres Gleichgewicht zu finden. Und jetzt blühen sie wieder, die Hollerstauden. Früher durften sie bei keinem Bauernhaus fehlen und den Wirkstoffen in Blüten, Blättern und Wurzeln wurde besondere Heilkraft zugeschrieben. Mit „Hollerkücherl“ ergänzte in dieser Zeit die Bäuerin mehr als einmal den Speisezettel. Holunder war auch so etwas wie ein Naturobstlieferant für Mus, Marmelade und Holunderwein.

Die im Wasser geschwemmten Blüten werden in weichen Backteig getaucht und in Schmalz gebacken, als eine Art Krapfen oder „Keichl“ auf den Tisch gebracht, die nicht nur gut schmecken, sondern auch noch einen Heilerfolg durch verschiedene Wirkstoffe aufzuweisen haben. Letztere befinden sich in dem baum- oder strauchartigen Geißblattgewächs mit grauer, rissiger Rinde, holzigen Zweigen und mit schwammartigem Mark, das im Mai oder Juni blüht und den astronomischen Sommer eröffnet. Die Blüten wie auch die Blätter und Wurzeln, später auch die Früchte enthalten ätherische Öle, Pektin, Cholin, Harz, Zucker, Pflanzenschleime und Gerbstoffe. Die Beeren sind außerdem reich an Vitamin C.

Saft und Tee aus den Beeren: Die Blüten wirken, als Aufguss bereitet, schweißtreibend und krampflösend. Er wird aus frischen, getrockneten Dolden hergestellt und bei Erkältungskrankheiten gereicht, wobei zwei Teelöffel zerkleinerter Blüten auf eine Tasse kommen sollen bei einer Zugzeit von 15 Minuten. Die harntreibenden Kräfte des Holunders können durch Zugabe abgekochter, zerkleinerter Wurzelstöcke (ein Teelöffel auf eine Tasse), verstärkt werden. Diese Mischung regt nicht nur die Nierentätigkeit an, sie ist auch ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma und Gicht.

Der Holunder hilft hartnäckige Verschleimungen und Giftstoffe zu lösen. Zu Heilzwecken werden sowohl die Beeren, meist als Saft, oder Blüten und Blätter, meist als Tee, eingenommen. Bei unseren Vorfahren in der Altsteinzeit wurde auch die Rinde als Entgiftungs- und Reinigungsmittel verwendet. Sie enthält jedoch Blausäure in größeren Mengen, weshalb auf eine Selbstbehandlung verzichtet werden sollte. Stärker abführend und harntreibend wirkt eine Abkochung der grünen Holunderrinde, jener Schicht, die unter der grauen Oberschicht des Stammes und der Zweige liegt; ein Teelöffel auf eine Tasse. Für Schlankheitskuren schwört man auch auf frische Holunderbeeren. Holundersaft und Beerentee stärken Abwehrkräfte, lindern Ischias- sowie Nervenschmerzen, reinigen den Darm und unterstützen den Körper bei viralen Infektionen. Ebenso stärken die Beeren das Herz und können den Blutdruck senken. Holunder gehört zu den anspruchslosen Pflanzen, die selbst in der freien Natur eine Zierde sind, wenn die Sträucher voll mit schwarzen Beerentrauben sind. Eine „Hollerstaudn“ gehörte daher früher fest zum Bauernhaus-Inventar.

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