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Mittwoch, 22. August 2018 30° 2

Internet

Ihre Botschaft: „Hass ist keine Meinung“

Wenn Menschen mit Worten niedergemetzelt werden oder ihnen Gewalt angedroht wird, ist die Courage anderer Nutzer gefragt.
Von Birgit Zwicknagel

Einen klaren Blick behalten in den sozialen Netzwerken und Hasskommentare melden – so lautet ein Appell unserer Autorin. Foto: dpa
Einen klaren Blick behalten in den sozialen Netzwerken und Hasskommentare melden – so lautet ein Appell unserer Autorin. Foto: dpa
Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik
Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik

Cham.Oft lese ich in Facebook einen Beitrag einer Zeitung und bin völlig vor den Kopf gestoßen, welche Kommentare sich unter diesem Bericht finden. Da werden ohne Hintergrundwissen andere Menschen beleidigt, es werden Morddrohungen ausgestoßen und sogar die Redaktionen selbst werden oft auf das Übelste beschimpft. Schon das Lesen mancher Kommentare löst bei mir tiefste Betroffenheit aus: So lese ich zum Beispiel kürzlich von einem fürchterlichen Unfall, bei dem eine ganze Schausteller-Familie ausgelöscht wurde, und neben Kommentaren der Anteilnahme lese ich doch tatsächlich auch Dinge wie „Geschieht denen recht“ oder „Wer Tiere quält, sollte auch qualvoll sterben“… Da fühle ich nur noch Fassungslosigkeit und die Frage macht sich breit: Wohin steuern wir eigentlich, wenn sich niemand mehr gegenseitig mit Respekt begegnet? Wenn niemand mehr im Netz eine eigene Meinung äußern darf, ohne Angst vor den Reaktionen haben zu müssen?

„Hass ist keine Meinung“ – so lautet ein Ausspruch der Initiative no-hate-speech, welche auch viele Tipps parat hält, wie man gegenhalten kann! „Hate Speech“, übersetzt „Hassrede“, begegnet uns tatsächlich täglich im Netz, wenn Menschen angegriffen, beleidigt oder aufgehetzt werden. Man wird oftmals regelrecht niedergemetzelt mit Worten und nicht selten sind sogar konkrete Androhungen von Gewalt dabei. Und alles nur, weil man eine eigene (andere!) Meinung geäußert hat, die dem Denken des Gegenübers nicht entspricht. Viele dieser „Hater“ bleiben anonym, verstecken ihre Identität hinter einem Pseudonym. Es ist ja so leicht, als Namenloser andere zu beleidigen.

Wir begegnen dieser Respektlosigkeit im Netz immer mehr. Und inzwischen hat man selbst kaum noch Lust, sich mit eigener Meinung zu beteiligen, da man auf jeden Fall damit rechnen muss, am Ende das Opfer zu sein.

Doch das Netz ist kein rechtsfreier Raum für Respektlosigkeit, und so sollte man reagieren, wenn die Würde eines anderen Menschen angegriffen wird! Hater bei den Social-Media-Plattformen zu melden, ist kinderleicht. Das kann jeder. Werden Sie aktiv! Kontern Sie, aber nicht mit gleicher Münze. Bringen Sie auch Ihren Kindern frühzeitig bei, dass man eine Meinung immer respektvoll äußert und Hate-Speech im Netz nichts verloren hat.

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