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Freizeit

Im alten Mädchen-Schulhaus

KAB erlebte „Betriebsbesichtigung“ der ungewöhnlichen Art. Gäste blickten in Stadtbücherei und staunten in der Kostümkammer.
Johann Dendorfer

„So schwer allein ist der Gugel vom Ritter“, erklärte Anita Schwägerl und stieß damit auf große Bewunderung ihrer Zuhörerinnen. Foto: Johann Dendorfer
„So schwer allein ist der Gugel vom Ritter“, erklärte Anita Schwägerl und stieß damit auf große Bewunderung ihrer Zuhörerinnen. Foto: Johann Dendorfer

Furth im Wald.Zu einer besonderen Betriebsbesichtigung hat die KAB Furth im Wald eingeladen, nämlich in das alte Mädchen-Schulhaus auf dem Schlossplatz. Dort ist die Stadtbibliothek sowie die Drachenstich-Kostümkammer untergebracht.

Sachgebietsleiterin Angelika Ochsenmeier empfing die Besucher in der Bibliothek. Sie begann mit einer Entschuldigung, weil die Further Stadtbibliothek nicht barrierefrei ist. Die Leiterin erläuterte, dass es sich um eine kommunale Einrichtung handelt und die Stadt der Träger ist. Angelika Ochsenmeier zeigte auf, dass die Stadtbücherei schon in vielen Gebäuden untergebracht war, bevor sie 1977 beim Umbau für die Volkshochschule in die Räume des jetzigen Standorts ging.

Schwerpunkt der Bücherei ist die Aktion „Lesestart“. Dabei, so Ochsenmeier, arbeite man sehr eng mit den Kindergärten und der Hauptschule zusammen. Dabei erwähnte sie auch das Projekt „Lesepaten“. Das Angebot der Stadtbibliothek ist vielfältig, ausgelegt auf alle Altersgruppen. Neben dem klassischen Buch gibt es Spiele, Hörbücher, Videos und DVDs, aber keine E-Books. Das Angebot gliedert sich in die Bereiche Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher sowie Unterhaltung. Wenn jemand ein besonderes Buch sucht, das es in Furth nicht gibt, dem wird per Fernausleihe über die Universitäts- und Staatsbibliothek geholfen.

Thema Hygiene

Die Bücherei ist laut Angelika Ochsenmeier stets auf aktuellstem Stand. Auch Hygiene spiele eine große Rolle. Alle zurückgekommenen Bücher werden durchgeschaut und die folierten Deckel gereinigt, bevor das Buch wieder in die Ausleihe kommt. Auf die Frage zu Büchern aus Haushaltsauflösungen, wehrte Angelika Ochsenmeier ab; solche Bücher würden nicht angenommen. Waltraud Dendorfer, die Vorsitzende der Further KAB, bedankte sich bei Angelika Ochsenmeier für den interessanten Einblick in die Bücherei.

Dann zogen die zahlreichen Teilnehmer ein Stockwerk höher, wo sie von Anita Schwägerl in Vertretung der erkrankten Leiterin der Drachenstich-Kostümkammer, Betty Fischer, erwartet wurden. Hier sind noch deutlich die früheren Klassenzimmer erkennbar, manche Besucherin erkannte sogar noch ihre eigene Klasse. Hier lagern an die 1500 Kostüme, davon 350 für die Spielschar des Festspiels; der Rest ist für die Teilnehmer am historischen Festzug. Die Arbeit der Damen in der Kostümkammer beginnt um Pfingsten mit der ersten Ausgabe der Kostüme an die Festspieler. Bis Ende September ist alles wieder an Ort und Stelle, gewaschen, gebügelt und geflickt. Nach dem Festzug beginnt das Waschen. Hierfür stehen drei Waschmaschinen zur Verfügung. Was es nicht gibt, ist ein Trockner, „denn wir haben einen großen Trockenboden, im Sommer herrscht da eine entsprechende Temperatur“, so Anita Schwägerl.

Für die Sprechrollen werden die Kostüme ins Erdgeschoss gebracht. Am Festzug-Sonntag ab 7 Uhr ist die Berufsschule offen. Dorthin wurden tags zuvor mehrere Hundert historischen Kostüme für die Musik- und Soldatengruppen gebracht. Ist der Festzug vorbei, werden die Gewänder auf den Schlossplatz in die Kostümkammer zum Waschen gebracht. Für die beim Festspiel geharnischten Reiter und die Standartenreiter werden Kostüme und Zubehör in den Blab-Stodl gebracht.

Zu jedem Kostüm gehören Schuhe – und das ist ein Manko, so Anita Schwägerl: Man habe immer zu wenig davon. Darum wurde eingeführt, dass jeder für ein neues Paar Schuhe unterschreiben muss, damit er es am Ende der Saison wieder abliefert, sonst zahlt er 90 Euro Strafe. Seitdem kämen die Schuhe wieder zurück. Dringend gesucht werden Schuhputzer.

Respekt der Besucherinnen

Beim Rundgang konnten die Teilnehmer viele Kostüme bewundern. Mancher bekam Respekt vor den Spielern, als man erfuhr, wie schwer deren Gewänder sind. Allein das Gewand des Schwarzen Ritters wiegt ohne Gürtel und Schwert 19 Kilo.

Leichte Arbeiten mit einem geregelten Acht-Stunden-Tag gibt es in der Kostümkammer des Drachenstichs nicht. Das konnten die Teilnehmer der Betriebsbesichtigungstour der Further KAB nun nachvollziehen. Und das kam auch bei den Dankesworten der Ortsvorsitzenden an Anita Schwägerl zum Ausdruck.

Ausblick

  • Reservierung:

    Der Leser kann dann daheim am PC sehen, ob beispielsweise ein bestimmtes Buch vorhanden ist, um es dann für sich zu reservieren.

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