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Im Gedenken an den Mut von Pater Henkes

Das Pallottifest mit feierlichem Gottesdienst stand heuer im Zeichen der Auflösung der Konzentrationslager in Deutschland.

Den Festgottesdienst am Sonntag hielt der Rektor des Hauses, Pater Norbert Lauinger. Foto: Margit Scharl
Den Festgottesdienst am Sonntag hielt der Rektor des Hauses, Pater Norbert Lauinger. Foto: Margit Scharl

Falkenstein.Das Pallottifest, das die Pallottiner von Hofstetten alljährlich am Sonntag vor oder nach dem 22. Januar feiern, hatte heuer einen besonderen Akzent, der zum Gedenkjahr „75 Jahre nach der Auflösung der Konzen-trationslager in Deutschland durch die Alliierten Staaten Europas“, passte.

Am 15. September 2019 wurde nämlich im Dom zu Limburg durch Kardinal Kurt Koch im Auftrag von Papst Franziskus der Pallottinerpater Richard Henkes seliggesprochen. Pater Henkes war ein geborener Westerwälder und lebte von 1900 bis 1945. Sein vorbildliches Leben bestand darin, dass er in der Seelsorge den Mut hatte, dem Nationalsozialismus die Stirn zu bieten und für die Würde des Menschen einzutreten. Er gehörte zu denjenigen, die im Dritten Reich den Mund aufmachten und sich gegen die menschenverachtende Politik Hitlers einsetzten.

Henkes wusste um die Konsequenz seines Verhaltens und wurde auch infolge einer Predigt 1943 in der Pfarrkirche Branitz verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Unter den Häftlingen waren auch Tschechen. Zu ihnen ein gutes Verhältnis aufzubauen, war Henkes wichtig, denn er wusste um die Spannungen, die es zwischen den Deutschen und den Tschechen gab.

Wie schon zuvor als Pfarrer in Strandorf (heute Tschechien) war er auch im KZ Brückenbauer zwischen Deutschen und Tschechen. Als 1945 im KZ Dachau die Typhuskrankheit ausbrach, hat sich Henkes freiwillig mit den isolierten Erkrankten einschließen lassen und sie geistlich betreut. Binnen kurzer Zeit wurde auch er von der Krankheit angesteckt und starb am 22. Februar 1945 im KZ Dachau als Märtyrer der Nächstenliebe.

Den Festgottesdienst am vergangenen Sonntag in Hofstetten eröffnete der Rektor des Hauses, Pater Norbert Lauinger, mit den Worten, dass die Pallottiner zwar am 22. Januar das Fest ihres Gründers Vinzenz Pallotti feiern, dass dieser Heilige aber nicht in seiner Ehre beschnitten würde, wenn auch einer seiner geistlichen Söhne, eben Pater Richard Henkes gefeiert werde, den die Kirche zur Ehre der Altäre erhob.

Entsprechend ermutigte Lauinger alle Schwestern und Brüder der pallottinischen Gemeinschaft (UNIO), ihre Berufung zur Heiligkeit in den Blick zu nehmen und sie durch ein Leben der Liebe zu Gott und den Menschen nach dem Vorbild Jesu zur Entfaltung zu bringen. Heiligkeit sie nicht nur die Berufung einiger weniger in der Kirche, sondern die Berufung aller Christen.

Der Gottesdienst wurde für die Mitfeiernden zu einem ergreifenden Erlebnis, der in vielen der Gläubigen wieder Freude am Christsein und an der Zugehörigkeit zur pallottinischen Familie aufleben ließ.

Nach dem Gottesdienst lud Pater Lauinger zu einem Umtrunk ein, dem ein Vortrag von Pater Peter Hillen über die Mission in Afrika folgte.

Ein festliches gemeinsames Mittagsmahl bildete den Abschluss des feierlichen Tages.

Pater Henkes

  • Seligsprechung:

    Der Pallottinerpater Richard Henkes wurde am 15. September 2019 durch Kardinal Kurt Koch in Limburg seliggesprochen.

  • Wirken:

    Pater Henkes vorbildliches Leben bestand darin, dass er dem Nationalsozialismus mutig die Stirn bot und für die Würde eines jeden Menschen eintrat. Er setzte sich gegen die menschenverachtende Politik Hitlers ein.

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