MyMz
Anzeige

Gefahr

Immer wieder sterben Otter in Cham

Die Zahl der toten Tiere auf den Straßen im Landkreis steigt stark. Naturschützer machen fehlendes Management verantwortlich.

Förster und Naturschützer Markus Reger bei der Bergung des toten Fischotters. Foto: cvc
Förster und Naturschützer Markus Reger bei der Bergung des toten Fischotters. Foto: cvc

Cham.Am Wochenende wurde an der Südumgehung Furth im Wald ein Fischotter Opfer des Straßenverkehrs. Leider kein Einzelfall, wie Markus Reger vom BUND Naturschutz berichtet. So sind in den vergangenen zwei Jahren allein im Landkreis Cham 28 Fischotter im Straßenverkehr umgekommen. Ein trauriger Spitzenplatz im bayernweiten Vergleich, so der Naturschützer. Ursache sei die unzureichende Umsetzung des Fischotter-Managementplanes im Landkreis Cham.

Der Fischotter sei wie kaum ein anderes Tier ein Sympathieträger und Botschafter für intakte Natur und gesunde Gewässer, so Reger. Die bayerisch-böhmische Grenzregion war dabei noch vor wenigen Jahren, das letzte Rückzugsgebiet für den Fischotter (Lutra lutra) in Bayern. Durch intensive Schutzmaßnahmen und zunehmend bessere Wasserqualität konnten sich die Otterbestände langsam wieder erholen. In Bayern sind jedoch noch immer mehr als zweidrittel seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes unbesiedelt. In der „Rote Liste Bayern“ wird der Fischotter deshalb als gefährdet eingestuft.

Fischotter häufig Verkehrsopfer

Waren noch vor einigen Jahren die verschmutzten und begradigten Gewässer der Hauptgrund für die geringen Bestandszahlen, so ist es heute vor allem die Zerschneidung der Lebensräume durch Verkehrswege. Die Otter können bei ihren Wanderungen bis zu 20 Stundenkilometer pro Nacht zurücklegen. Entsprechend groß sind die einzelnen Reviere. Bei ihren Streifzügen wird dem Fischotter häufig eine besondere Eigenheit zum Verhängnis. Er schwimmt nicht – wie eigentlich naheliegend – unter einer Brücke hindurch, sondern verlässt den schützenden Gewässerbereich um unter den Brücken Reviermarkierungen zu setzen oder die darüberlegende Straße zu überqueren. Allein im Raum Furth im Wald kamen so schon mehrere Fischotter (u.a. Danglesbach, Stauseedamm) zu Tode.

Gericht

Luchs-Prozess: Das Urteil steht noch aus

Auch am zweiten Verhandlungstag fiel kein Urteil. Allerdings wackelt das Argument, Luchse seien mit Fallen nicht zu fangen.

Der Freistaat Bayern hat im Rahmen des Fischotter-Managementplans Leitlinien erarbeitet um durch geeignete Sicherungsmaßnahmen (etwa Steinschüttung am Brückenfundament, Errichtung von Abwehr-/Leitzäunen) die Fallzahlen im Straßenverkehr zu reduzieren. „Leider werden im Landkreis Cham die neuralgischen Punkte – an denen Fischotter verunglücken – bisher nicht systematisch erfasst und entschärft. Im Gegensatz zu Amphibien-Leitzäunen oder der Sicherung von Strommasten nach einem Vogelschlag ist beim Fischottermanagement im Landkreis Cham noch immer ein erheblicher Handlungsbedarf“, so Markus Reger.

So wurden in den Jahren 2017 und 2018 allein im Landkreis Cham 28 tote Fischotter registriert. Die meisten davon Opfer des Straßenverkehrs. Die hohen Fallzahlen stellen dabei einen empfindlichen Eingriff in die Population der streng geschützten Wassermarder dar, so Markus Reger.

Fehlender Wildschutzzaun

Der aktuelle Todfund im Bereich der B20-Brücke über den Rappendorfer Bach habe seine Ursache im fehlenden Wildschutzzaun. Dabei zeige sich sehr deutlich, dass zur Vernetzung der Wildlebensräume nicht nur ein ausreichender Durchlass beziehungsweise Querungshilfen, sondern auch Abwehr- und Leiteinrichtungen in Form von Wildschutzzäunen erforderlich seien, um die Tötungsrisiken für Mensch und Tier zu minimieren.

Nach Auskunft des örtlichen Jagdpächters, kommt es im Bereich der Südumgehung immer wieder zu Wildunfällen. Die zuständigen Jäger können dabei das Fallwild oftmals kaum bergen, ohne auf der vielbefahrenen Bundesstraße das eigene Leben zu riskieren. „Um im Bereich der Südumgehung Furth im Wald die Wildunfälle zu reduzieren und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen ist ein Wildschutzzaun zu empfehlen, so die Forderung von Markus Regervom vom BUND Naturschutz. (cvc)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht