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Ist Komaglotzen eigentlich gefährlich?

In Corona-Zeiten ist bei vielen Jugendlichen „Binge Watching“ angesagt. Gerade deshalb braucht es unbedingt klare Regeln.
Von Birgit Zwicknagel

Serien am Stück durchschauen, das nennt man „Binge Watching“. Dieses Verhalten hat aber auch teils problematische Konsequenzen. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Serien am Stück durchschauen, das nennt man „Binge Watching“. Dieses Verhalten hat aber auch teils problematische Konsequenzen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Cham.Schon mal den Begriff „Binge Watching“ gehört? Laut Wikipedia wird das „als das Anschauen von mehreren Fernsehserien am Stück“ erklärt – auch „Komaglotzen“ genannt. Kennt bestimmt jeder, der gern Serien ansieht: Man schaut seine Lieblingsfolge und im spannendsten Moment ist Schluss.

Früher musste man einen Tag oder eine ganze Woche warten, bis der nächste Teil kam. Heute bin ich in Zeiten von Youtube, Netflix und Co. an solche Wartezeiten nicht mehr gebunden. Ich kann sofort den nächsten Teil ansehen, und den nächsten, und den nächsten … Und schon sind wir beim Begriff „Binge Watching“. Gerade für Jugendliche ist das ganz normal geworden, vor allem am Wochenende, in den Ferien oder wie jetzt, in Corona-Zeiten. Die einen sehen das als harmlosen Zeitvertreib an, die anderen schlagen entsetzt die Hände über den Kopf. Doch wie gefährlich ist dieses Komaglotzen wirklich?

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Langzeit-Schauen schadet Gedächtnis

Medienexpertin Birgit Zwicknagel berät Eltern, die mit der Mediennutzung ihrer Kinder überfragt sind – und das sind nicht wenige. Foto: Hladik
Medienexpertin Birgit Zwicknagel berät Eltern, die mit der Mediennutzung ihrer Kinder überfragt sind – und das sind nicht wenige. Foto: Hladik

Wer bis in die Nacht hinein schaut, bekommt wenig Schlaf. Das liegt übrigens nicht nur daran, dass zwischen Schlafengehen und Aufstehen die Zeit verkürzt ist, sondern auch daran, dass man schlecht schläft, da man gedanklich noch lange in seiner Serie festhängt und dadurch ein erholsamer Schlaf nicht möglich ist. Die Folgen liegen auf der Hand: frühmorgens übermüdet, im Unterricht unkonzentriert und nur wenig aufnahmefähig.

Interessant ist, dass Forscher nun auch herausgefunden haben, dass dieses Langzeit-Schauen dem Gedächtnis schadet. Das merkt man schon während des Schauens. Oft kann man sich nach drei oder vier Serien am Stück schon nicht mehr daran erinnern, was am Anfang passiert ist. Das, verbunden mit zu wenig Schlaf, kann aber auch die generelle Leistungsfähigkeit des Merkens beeinflussen.

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Gerade wer noch zur Schule geht, könnte in den schulischen Leistungen beeinträchtigt werden. Schlechte Noten sind die Folge – oft verbunden mit dem Satz „ich hab doch aber gelernt“. Ein Bericht aus Österreich hat noch weitere negative Punkte erklärt. Unter anderem sollen Depressionen gefördert werden bei Menschen, die hier bereits vorbelastet sind. Auch werden soziale Kontakte vernachlässigt oder sogar ganz eingestellt. Und ein Problem kennen wir alle: Man vergeudet kostbare Zeit, die man vielleicht für etwas anderes nutzen wollte.

Regeln konsequent umsetzen

Binge Watching beobachte ich sehr häufig bei Jugendlichen. Gerade bei Kindern sollte man hier gut hingucken und strenge Zeiten festlegen – Langeweile wegen Corona hin oder her. Wussten Sie, dass die Medienzeiten eine ganz einfache Rechenformel haben? Lebensjahre = Stunden pro Woche.

Ein 13-Jähriger könnte demnach 13 Stunden pro Woche an den digitalen Medien verbringen – aber Achtung: Darin sind ALLE Medien enthalten, also auch PC-Gaming, WhatsApp und so weiter. Setzen Sie feste Regeln und bleiben Sie konsequent in der Umsetzung – dann steht einem entspannten Serienvergnügen auch nichts im Weg!

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