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Jahr der Brände auf 60 Seiten

Feuerwehr-Führung übergab ihren Jahresbericht an Bürgermeister Ackermann. Dieser lobte die FFW-Arbeit auf allen Ebenen.
Von Benny Schlegl

  • Der Brand des ehemaligen „Trüffelkontors“ war einer der größten Einsätze 2019. Der Großbrand in der Innenstadt bleibt vielen in Erinnerung. Fotos: Schlegl
  • Mindestens einmal pro Jahr trifft sich die FFW Waldmünchen mittlerweile mit der Berufsfeuerwehr Domažlice, um gemeinsam zu üben.

Waldmünchen.Er dokumentiert den „alltäglichen Wahnsinn“ einer Stützpunktfeuerwehr im positiven Sinn – so bezeichnete Vorsitzender Benjamin Schlegl den Jahresbericht der FFW Waldmünchen, als er diesen zusammen mit Kommandant Stefan Nachtmann an Bürgermeister Markus Ackermann übergab. Dieser sparte nicht mit Lob und war begeistert von der Vielfalt, welche seine aktive Feuerwehr ausmacht.

Eigentlich sollte der Termin der Übergabe des 60 Seiten starken Jahresberichts schon vor gut vier Wochen stattfinden, aber da gab es noch strengere Beschränkungen und viele Unsicherheiten. So wurde die Übergabe des Jahresberichts der FFW Waldmünchen nun im kleinen Kreis mit entsprechenden Abständen im Sitzungssaal des Rathauses vollzogen.

Auflage: 70 Exemplare

Stellvertretender Vorsitzender und Unternehmer Eduard Deml verteilte seinen produzierten Mundschutz mit bayerischen Rauten an alle Anwesenden. Die Feuerwehrführung und Jugendwart Georg Kussinger übergaben den Bericht an das Stadtoberhaupt. Für den Druck zeichnete sich die Druckerei Fuß verantwortlich. Eine Auflage von 70 Exemplaren komplett in Farbe war nur deshalb möglich, weil die Firma EHB-Elektrotechnik mit Hans-Jürgen Bauer eine großzügige Geldspende zusicherte. Für die Zusammenstellung der Berichte und das Setzen der Seiten opferte das Feuerwehrmitglied Matthias Heimann viele ehrenamtliche Stunden. „Es ist ein wirklich toller Bericht, der zeigt, wie stark ihr gefordert seid“, so fasste Bürgermeister Markus Ackermann seine Lektüre des Jahresberichts von 2019 zusammen. Er dankte der Wehr für eine tolle Jugendarbeit und für ihr großes Verantwortungsbewusstsein. Und er lobte die vielen gesellschaftlichen Aktivitäten. Die Feuerwehr Waldmünchen bringe sich, so Ackermann, in bester Weise in das Stadtleben ein. Und natürlich ging er auch auf das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres ein: „Das vielfach genannte Jahr der Brände wird hier für die Nachwelt dokumentiert. Mit 120 Einsätzen mit großem Spektrum, davon mehrere große Einsätze, war es kein leichtes Jahr. Und das Ganze ist tatsächlich auch nicht ohne, was das Risiko in Einzelfällen angeht.“ Aufgrund der umfangreichen Ausbildungsmaßnahmen seien die Aktiven aber bestens auf die vielfältigen Einsatzszenarien vorbereitet. So sind dem Jahresbericht zahlreiche Lehrgänge und größere Übungen zu entnehmen. Es besuchten 56 Mitglieder Lehrgänge unterschiedlichster Art, darunter auch viele junge Feuerwehrmänner und -frauen.

Für Kommandant Stefan Nachtmann war besonders wichtig, hervorzuheben, dass die Zusammenarbeit mit tschechischen Wehren tolle Früchte trägt. Es seien tolle Freundschaften entstanden und diverse eindrucksvolle Übungen absolviert worden, so Nachtmann. „Wir sind hier im Landkreis Cham ganz vorne mit dabei“, so sein Eindruck, und er bedauerte, dass die Infektionslage aktuell keine Zusammenkünfte ermögliche.

Vorsitzender Benjamin Schlegl ergänzte, dass es vergangenes Jahr mehrere erfolgreiche Einsätze der Wehren beider Länder auf beiden Seite der Grenze gegeben habe. Und er zählte fünf gemeinsame Übungen, darunter auch ein Übungstag mit der Berufsfeuerwehr Domažlice, sowie sieben weitere gesellschaftliche Veranstaltungen auf.

In Erinnerung blieb das große Hallenfest mit der Einweihung des neuen Wechselladers und der neuen Einsatzkleidung. Außerdem ein Maibaum, der erst im dritten Anlauf aufgestellt werden konnte, nachdem er von den Schäfereien geraubt worden war.

Dank an alle Unterstützer

Für die Jugendarbeit ergriff Jugendwart Georg Kussinger das Wort. Er berichtete von 25 bis 30 Jugendlichen, die regelmäßig die Übungsabende besuchten. Man habe an sämtlichen Ausbildungstätigkeiten und Tests teilgenommen. Gleichzeitig wurde im vergangenen Jahr der langjährige Jugendwart Stefan Schlotterbeck offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Kussinger hofft, dass nach der Corona-Zwangspause die Jugendlichen wieder vielzählig zu den Übungsabenden kommen.

Am Ende der Vorstellung wollten es Stefan Nachtmann und Benjamin Schlegl nicht versäumen, allen Partnern und der Landkreis-Feuerwehrführung für die Unterstützung zu danken. Ebenso sprachen sie von einer guten Zusammenarbeit mit Bürgermeister Markus Ackermann und der Stadtverwaltung.

„2019 sind viele Weichen gestellt worden, die erst in diesem Jahr zu sehen sein werden.“ So werden die beiden in Auftrag gegebenen Abrollbehälter im Herbst ausgeliefert werden, die entsprechenden Baubesprechungen fanden bereits statt. Das Stadtoberhaupt sprach schließlich noch aktuelle Entwicklungen wie die Verbesserung der Löschwasserversorgung in Herzogau an und freute sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Aus dem Jahresbericht der FFW Waldmünchen

  • Einsätze:

    120 Einsätze (darunter 31 Brandeinsätze und 67 Technische Hilfeleistungen), ein ABC-Gefahrstoffeinsatz, 32 große Alarmierungen, 27 kleine Alarmierungen, 57 telefonische Übermittlungen, etc.

  • Zeit:

    17 846 gefahrene Kilometer mit Einsatzfahrzeugen; 3446 Übungsstunden; 2793 Einsatzstunden

  • Ausbildungsstand:

    unter anderem 44 Atemschutzgeräteträger, 14 Chemieschutzanzugträger, 46 Maschinisten, 15 Drehleitermaschinisten, zehn Ausbilder in der Feuerwehr, 25 Personen für Absturzsicherung, fünf Notfall-/Rettungssanitäter, zwei Rettungsdiensthelfer, 32 Bediener für das Wasserfördersystem (Katastrophenschutz) (wby)

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