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Bildung

Judith erlebte Amerika anders

Judith Penzkofer war im Zuge des parlamentarischen Patenschaftsprogramms elf Monate in Pennsylvania. Sie erzählt davon.
Von Claudia Peinelt

  • In Saxton (v. l.): Gastschwester Carleight, Gastmutter Charlene, Gastschwester Caitlin, Judith Penzkofer und Gastvater Robert Foto: Penzkofer
  • Judith Penzkofer wurde von Bundestagsabgeordnetem Karl Holmeier wieder in der Heimat begrüßt. Foto: Claudia Peinelt

Cham.Es ist Montagvormittag, und Judith Penzkofer sitzt im Büro des CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier. Gerade mal drei Wochen ist sie wieder in ihrer Heimat Cham. Die 17-Jährige war elf Monate in dem kleinen Ort Saxton, welcher zu Pennsylvania (USA) gehört. Den Aufenthalt hat ihr das parlamentarische Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages ermöglicht, für das in diesem Fall Karl Holmeier die Patenschaft übernommen hatte. Dieser begrüßte Judith in seinem Büro. Er wollte einiges von ihrem Aufenthalt in den USA wissen. Ganz besonders interessierte den Abgeordneten, wie die Bevölkerung auf den Präsidenten Donald Trump reagiere.

In den ländlichen Gegenden der USA sei die Bevölkerung zum größten Teil ein Anhänger von Trump, so Judith Penzkofer. In ihrer Gastfamilie zeigten sich die Interessen für den Präsidenten eher gespalten, berichtete sie. „Meine Gastmutter ist Demokratin und mehr gegen Trump eingestellt. Mein Gastvater war, wie sehr viele in Pennsylvania, Republikaner“, erzählte Penzkofer. Warum das so ist, kann sich Judith nur so erklären, dass die Menschen dort sehr von ihrem Land überzeugt sind und die doch sehr markanten Sprüche des Präsidenten dort sehr gut ankommen.

Überrascht war die Schülerin, dass die Amerikaner nicht besonders viel über Deutschland wissen. „Dass Dich jemand fragt, ob Hitler noch lebt und dass die Menschen dort gar nicht wissen, dass wir eine Kanzlerin haben, das brachte mich dann schon zum Überlegen“, sagte sie. Überrascht sei sie auch von den Sicherheitsvorkehrungen an den Schulen: „In das Schulgebäude gelangen die Schüler nur über eine Sicherheitsschleuse, die zwei bewaffnete Sicherheitsbeamte bewachen. Wer von einem Klassenzimmer in das andere wollte, konnte dies nur mit der Unterschrift des Lehrers.“ Und auch die Kameras überall in den Gängen seien am Anfang ihres Schulbesuches doch sehr gewöhnungsbedürftig gewesen. Judith durfte während des Schultages auch keine Taschen bei sich tragen. Dafür gebe es einen Spind. „Um dahin zu kommen und seine Sachen rauszuholen, hatten wir während der Stunden exakt drei Minuten Zeit“, schilderte sie. Als die Schülerin ihren Mitschülern erzählte, dass es so etwas, ganz besonders das Tragen von Waffen, in Deutschland nicht geben würde, waren diese mehr als überrascht. Ansonsten war der Stundenplan „jeden Tag der gleiche, und es gab sehr viel Sport.“ Judith erlebte Volleyball, eine Theatergruppe und war in der Leichtathletikgruppe vertreten.

In den vergangenen Monaten hat Judith „viel über die amerikanische Geschichte dazugelernt“, versichert sie. Sie war u.a auch in Washington D.C. Fazit: „Es war manchmal anstrengend, aber ich habe viele Eindrücke mit nach Hause genommen. Ich habe viele Freunde dazugewonnen, doch ich bin froh, wieder daheim zu sein.“

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