MyMz
Anzeige

Digitales

Jugend nimmt Senioren mit ins Internet

Am Freitag startet „Senioren digital“ im Mehrgenerationenhaus Waldmünchen, das Wissen vermitteln und Ängste nehmen soll.
Von Petra Schoplocher

Smartphone, Tablet, Laptop: Heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Damit auch Senioren einen (leichteren) Zugang finden, startet das Mehrgenerationenhaus ein neues Angebot. MGH-Mitarbeiterin Kristina Schlaegel (rechts) und Marcel Gringel stellten es vor. Die beiden Ehrenamtler Annika Vogl und Christina Liegl (von links) werden den Referenten unterstützen. Foto: Schoplocher
Smartphone, Tablet, Laptop: Heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Damit auch Senioren einen (leichteren) Zugang finden, startet das Mehrgenerationenhaus ein neues Angebot. MGH-Mitarbeiterin Kristina Schlaegel (rechts) und Marcel Gringel stellten es vor. Die beiden Ehrenamtler Annika Vogl und Christina Liegl (von links) werden den Referenten unterstützen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.So sperrig der Name, so einfach die Idee: „Schulungsangebot für ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien“ heißt das, was sich ab Freitag Nachmittag im Waldmünchener Mehrgenerationenhaus (MGH) abspielen soll. Oder schlicht: „Senioren digital“, wie Kristina Schlaegel das jüngste Projekt kurzer- und einfacherweise betitelt. Sie ist überzeugt von dem Konzept und sicher, dass der Bedarf da ist. Scheu jedenfalls brauche keiner haben, unterstreicht sie.

Mit Marcel Gringel kann die MGH-Mitarbeiterin auch gleich die Idealbesetzung eines Referenten vorstellen. Der 20-Jährige, der derzeit Bundesfreiwilligendienst an der Jugendbildungsstätte leistet, ist nicht nur technisch fit, sondern kann auch ganz spezielle Erfahrung aufweisen. „Ich hab’ mit meinen Großeltern schon viel in dieser Richtung gemacht“, erzählt der junge Mann augenzwinkernd. Im Grunde versorgt und berät er seine ganze Familie in Computer- und IT-Fragen.

Zwei neue Ehrenamtlerinnen im MGH

Groß breitschlagen musste MGH-Leiterin Susanne Nock Marcel Gringel nicht. Das soziale Jahr hat er sich ganz bewusst ausgesucht, weil er „etwas für die Gesellschaft tun möchte“. Zu dieser Einstellung passt es dann nur zu gut, sein Wissen im Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. weiterzugeben. „Ich glaube außerdem, dass ich das ganz gut rüberbringen könnte“, sagt der 20-Jährige vorsichtig optimistisch.

Zwar hat er sich schon ein paar Themen überlegt, die er den „Ü 60ern“ nahebringen will, vor allem aber möchte er sich an den Wünschen der Teilnehmer orientieren. Los gehen soll es mit Grundlagen wie den unterschiedlichen Betriebssystemen und erste Wege ins Internet. „Der Fokus liegt ganz klar auf dem alltäglichen Umgang“, betont Gringel. Deswegen werden auch die Programme Word und Excel geschult, ergänzt Kristina Schlaegel.

Ein großes Thema wird die Sicherheit spielen, stellt Marcel Grindel in Aussicht. Und zwar beim E-Mailen ebenso wie bei der Vergabe von Passwörtern oder dem Online-Einkauf. „Man muss schon sehr aufpassen“, betont der junge Mann.

Nach dem Rahmenthema soll Zeit für die Beantwortung individueller Fragen sein. Die dann gerne auch konkret gelöst werden. Etwa, wie man seinen E-Mail-Account auf’s Handy bekommt. Deswegen ist es natürlich sinnvoll, sein eigenes Gerät mitzubringen: Smartphone, Tablet, Notebook.

Marcel Gringel zeigt schon mal exemplarisch, was er vorhat: Am Computer Schritt für Schritt die neue Materie erklären. Foto: ps
Marcel Gringel zeigt schon mal exemplarisch, was er vorhat: Am Computer Schritt für Schritt die neue Materie erklären. Foto: ps

Doch auch, wer „ohne“ ist, kann teilnehmen: Nicht zuletzt dank der Förderung durch den Freistaat konnte der Gerätepool des MGH aufgestockt werden, berichtet Schlaegel, die ausdrücklich zum Ausprobieren einlädt. „Aufgestockt“ hat das MGH auch noch in einem anderen Sinne. Mit Christina Liegl und Annika Vogl stehen seit Schuljahresbeginn zwei junge Helferinnen zur Verfügung. Das Projekt „Ehrenamt macht Schule“ hat die beiden 13-Jährigen ins Team von Susanne Nock und Kristina Schlaegel gespült. Die ist froh über die Unterstützung und das Engagement der Schülerinnen, die schon beim Herbstfest oder anderen Aktionen mit Eifer bei der Sache waren.

Status gepostet

Auch bei „Senioren digital“ werden die Freundinnen eingespannt. Vor allem bei den Workshops werden sie eine große Hilfe sein, sind sich Marcel Gringel und Kristina Schlaegel sicher. Dass sie fit am Smartphone sind, können sie an Ort und Stelle beweisen und posten schnell das Plakat, das auf das Angebot hinweist.

Annika Vogl war schon „als kleines Kind im MGH dabei“, erzählt sie. Als ein Lehrer an ihrer Further Realschule die Initiative „Ehrenamt macht Schule“ vorgestellt hat, konnte sie sich das sofort vorstellen und „stiftete“ Christina Liegl kurzerhand an. Die wiederum wollte sich die „Arbeit“ erst einmal anschauen, war aber sofort begeistert und beschloss, mitzumachen.

80 Stunden Minimum

Wer es auf 80 Stunden im Schuljahr bringt, erhält ein entsprechendes Zertifikat. Nach oben ist dem Engagement keine Grenze gesetzt und schon jetzt ist – weil es die Mädchen so wollen – klar: „Das werden wohl eher mehr Stunden“, meint Kristina Schlaegel lächelnd. Die Achtklässlerinnen jedenfalls finden, dass „bisher alles Spaß gemacht hat.“Knapp die Hälfte ihrer Klassenkameraden würde an „Ehrenamt macht Schule“ teilnehmen, berichten die beiden.

Wenn es nach Kristina Schlaegel geht, dürfen es in Zukunft auch bei ihr ein paar mehr sein. Es habe zwar schon einmal eine Hoch-Zeit für diese Art Ehrenamtler gegeben, in den vergangenen Jahren sei diese aber abgeflacht. Drei bis fünf Schüler könnte das MGH schon vertragen, meint sie und ermutigt zu Bewerbungen. Annika und Christina können dem nur zustimmen: Schließlich stehen

spannende Aktionen an – vom Kinderbasteln bis Senioren-Surfen, für alle Altersklassen oder: mehr Generationen.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht