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Bildung

Julian Seitz - der Freund und Helfer

Bis zur Polizeiausbildung ein Freiwilliges Soziales Jahr: Im BSG und beim TV ist der 18-Jährige vom Start weg unersetzlich.
Von Roman Hiendlmaier

Wohlfühlatmosphäre: Über ihren Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs, Julian Seitz (3.v.l.), freuen sich die
Wohlfühlatmosphäre: Über ihren Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs, Julian Seitz (3.v.l.), freuen sich die "Arbeitgeber"von TV und BSG im Aufenthaltsraum der OGS. Foto: Roman Hiendlmaier

Bad Kötzting.Es kommt nicht oft vor, dass die Verantwortlichen eines Pilot-Projekts Feuer und Flamme sind, noch seltener bereits kurz nach dessen Start. Aber Julian Seitz müssen am Mittwochnachmittag die Ohren geklungen haben, als die BSG-Schulleiterinnen Birgit Maier und Regina Leitner mit TV-Chefin Carola Höcherl-Neubauer sein Engagement in den höchsten Tönen lobten.

Der 18-Jährige ist die personifizierte Premiere, die das Benedikt-Stattler-Gymnasium und der Sportverein seit Schuljahresbeginn feiern: Der erste gemeinsame „FSJler“, also Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahrs.

Konkret wird Julian Seitz im Gymnasium wie im TV als Betreuer, Aufsicht und Helfer eingesetzt - „unsere Allzweckwaffe“, wie Carola Höcherl-Neubauer seine Stellenbeschreibung anerkennend formulierte.

Hahn im Korb der OGS-Betreuerinnen: Julian Seitz mit Beate Stoiber (v.l.), Anita Geiger und Susanne Wellenbrink Foto: Roman Hiendlmaier
Hahn im Korb der OGS-Betreuerinnen: Julian Seitz mit Beate Stoiber (v.l.), Anita Geiger und Susanne Wellenbrink Foto: Roman Hiendlmaier

In beiden Institutionen ist der 18-jährige Bad Kötztinger kein Unbekannter: Beim TV ist er seit Jahren als Aktiver und Jugendtrainer im Einsatz, im BSG baute er im Mai Mai sein Abitur.

Als ihm danach die Anstellung zum Polizeidienst ab Herbst 2020 gelang, suchte Julian Seitz bis dahin eine sinnvolle Beschäftigung. „Arbeit haben wir genug“, dachten sich Maier und Höcherl-Neubauer und schufen zusammen mit dem Förderverein des BSG eine bisher einmalige Position.

Er pendelt hin und her

An vier Tagen die Woche pendelt er nun zwischen dem TV-Büro oberhalb des Schulsportplatzes und dem BSG hin und her, wo ihn Regina Leitner in der Nachmittagsbetreuung der OGS verplant: „Für uns ist Julian ein optimales Bindeglied zwischen den Schülern, denen er vom Alter her ziemlich nahe ist, und den Lehrern, die er von seiner Schulzeit am BSG ja alle kennt.“

FSJ macht Highlights möglich: Monatlich werden an der Schule ungewöhnliche Sportarten präsentiert, wie etwa Judo. Foto: Roman Hiendlmaier
FSJ macht Highlights möglich: Monatlich werden an der Schule ungewöhnliche Sportarten präsentiert, wie etwa Judo. Foto: Roman Hiendlmaier

Auch mit den weiteren OGS-Betreuerinnen Beate Stoiber, Anita Geiger und Susanne Wellenbrink komme er bestens klar, berichtet Regina Leitner von deren Feedback. Charmantes Extra: Julian Seitz ist in der frauenlastigen Schülerbetreuung ein entsprechend wohlbehütetes, männliches Pendant.

„Anfangs war’s schon etwas ungewöhnlich“, beschreibt er seine Erfahrungen. „Aber schon nach ein paar Wochen spielte sich das alles ein.“ Ihm gefalle seine Rolle als Bindeglied, wobei ihm auffalle, dass es gar nicht so einfach sei, beispielsweise bei einer Herde Schüler der Unter- oder Mittelstufe den Überblick und die Führung zu behalten, wenn man für sie verantwortlich ist.

An Arbeit mangelts nicht

Und wie von den Projektverantwortlichen schon angesprochen, könne er sich über Einsatzzeiten nicht beklagen: Zweimal die Woche vormittags TV-Büroarbeit, außerdem an der Schule Aufsichtshilfe für die Lehrer etwa beim Schwimmunterricht, nachmittags von 13 Uhr bis 17 Uhr OGS. Und abends geht‘s weiter bei den regulären Trainingstunden wie dem Handballtraining für E- und F-Jugend.

Freiwilligendienst

  • FSJler:

    Das FSJ (Abkürzung für Freiwilliges Soziales Jahr) ist ein Freiwilligendienst in sozialen Bereichen. Er wird in Deutschland für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten, die die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt und noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet haben.

  • Bufti:

    Neben dem FSJ gibt es auf Bundesebende den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Er wurde als Ersatz für den ausgelaufenen Zivildienst geschaffen und ist auch älteren Menschen zugänglich.

Eine zuverlässige Hilfe wie Julian Seitz ist darüber hinaus auch eine Basis, um Projekte und Aktionen anzustoßen, die ansonsten nicht oder nur schwer möglich sind: 14-tägig gibt es am BSG das Angebot „Lernsport“, wo die Verbindung von geistigem Lernen mit körperlichen Übungen zu einer Verbsserung des Gedächtnisses und der Konzertration führen soll. Oder er bereitet mit Fachlehrern einen „Forschertag“ am BSG vor.

Aus Betreuer-Perspektive: „Kids relaxed“ mit Susanne Wellenbrink Foto: Roman Hiendlmaier
Aus Betreuer-Perspektive: „Kids relaxed“ mit Susanne Wellenbrink Foto: Roman Hiendlmaier

„Wenn ich das so höre, komm‘ ich zu dem Schluss, dass die Stelle und die Besetzung durch Julian ein wahrer Glücksfall ist“, freute sich auch Wilfried Oexler als Vertreter des Fördervereins, der zusammen mit dem TV als „Arbeitgeber“ dafür sorgt, dass der fleißige FSJler für seinen Einsatz auch mit einer dreistelligen Aufwandsentschädigung belohnt wird.

Fortsetzung soll folgen

Da der Freiwilligendienst in BSG und TV nicht mehr wegzudenken ist, werde der Förderverein dafür sorgen, dass das Projekt keine einmalige Sache sei: Schon ab Mitte Januar beginnt die Suche nach einem Nachfolger, wenn Julian Seitz im Sommer Bad Kötzting verlassen wird - im Gepäck eine Menge Erfahrung als Freund und Helfer, schon bevor er überhaupt mit der Ausbildung zum Polizeibeamten begonnen hat.

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