MyMz
Anzeige

Technik

Jung, innovativ und mutig

3D-Metalldruck ist ihr Steckenpferd: Theresa und Jens Stangl haben sich im IGZ Roding mit Trovus Tech selbstständig gemacht.
Von Thomas Mühlbauer

  • Bürgermeister Franz Reichold (r.) besuchte am Dienstag Jens und Theresa Stangl, die sich mit Trovus Tech selbstständig gemacht haben. Foto: rtn
  • Das Unternehmen produziert für unterschiedliche Branchen. Foto: Trovus Tech

Roding.Zwei junge Menschen haben am Anfang des Jahres unternehmerischen Mut bewiesen. Die 22-jährige Theresa Stangl und ihr 26-jähriger Ehemann Jens Stangl haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Roding haben sie ihre Firma Trovus Tech gegründet, die sich auf selektives Laserschmelzen Metall spezialisiert hat.

Doch die Gründung war mit viel Mut verbunden, nicht nur, weil beide noch sehr jung sind, sondern die Anschaffungskosten der Maschine bei einem hohen sechsstelligen Betrag liegen. Dabei ist schon der Firmenname „Trovus Tech“ innovativ. „Wir wollten etwas Außergewöhnliches“, erzählt Theresa Stangl. Der Begriff sei aus dem Lateinischen abgewandelt: „tri und novus – drei und neu“.

Anfrage aus Amerika

Im Gespräch mit unserem Medienhaus geben die beiden Unternehmer einen Einblick in die Gründung: „Wir haben uns privat schon länger mit diesem Thema beschäftigt und die Chance gesehen, eine neue Technologie in unserer Gegend weiterzuentwickeln, die es bislang so noch nicht gibt.“ Offiziell gegründet wurde das Unternehmen im Januar 2017. Mit dem IGZ waren auch schnell die passenden Räume für Büro und Werkhalle gefunden. Das Hauptaugenmerk legt das Unternehmen auf den 3D-Druck für Metall mit selektivem Metallschmelzen.

Die Kunden kommen vorwiegend aus der Region, aber auch überregional ist man auf die beiden Nachwuchsunternehmer schon aufmerksam geworden. Besonders freuen sich die beiden Gründer über eine Anfrage aus den USA. „Wir waren am Anfang überwältigt, denn man muss bedenken, dass wir noch mitten in der Anfangsphase stecken“, meint Theresa Stangl dazu.

Die Auftragslage entwickle sich gut, sei derzeit aber noch sehr unbeständig, wie die Unternehmer wissen ließen: „Es gibt Wochen, da sind wir bis zu 100 Stunden in der Firma, es gibt allerdings auch Wochen, da sind es nur 40 Stunden.“

Die ersten Aufträge haben Jens und Theresa mittlerweile schon abgewickelt – beispielsweise lieferte man Bauteile für eine deutsche Motorwagenserie. Noch bewegt man sich bei den kleinen Serien im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Bauteilen.

Und wie lautet die Vision für die Zukunft der beiden? „Unser Ziel ist es, in der nächsten Zeit eine Struktur hineinzubringen und unsere Projekte weiter voranzubringen und zu entwickeln. Außerdem ist unser Ziel, einen stabilen Anfragemarkt zu schaffen, so dass wir kontinuierlich durcharbeiten können.“ Denn jetzt sei es noch so, dass manchmal die „Hölle“ los ist, wo die Gründer nicht wissen, was sie zuerst machen sollen. In der nächsten Woche sei dann wieder weniger los.

Zweite Maschine als Ziel

„Wenn sich alles weiter so gut entwickelt und wir uns erfolgreich am Markt etablieren können, dann möchten wir die Anschaffung einer weiteren Maschine bald ins Auge fassen“, haben Theresa und Jens Stangl schon weitere Visionen für die Zukunft im Kopf.

Doch die Anfangszeit sei die schwierigste. Daraus machen Theresa und Jens Stangl keinen Hehl: „Die ersten Monate waren schon ungewohnt für uns, denn bislang war es jeder gewohnt, dass man am Monatsende sein festes Gehalt auf das Konto bekommen hat. Jetzt schaut das Konto plötzlich ganz anders aus. Man hat Fixkosten, mit Strom, Personal und man muss erst schauen, dass durch die Aufträge wieder Geld hereinkommt.“

Doch dem Paar ist vor der Zukunft nicht bange. „Mich würde es in ein paar Jahren womöglich mehr ärgern, wenn wir es nicht probiert hätten und den unternehmerischen Mut – auch wenn wir noch sehr jung sind – nicht bewiesen hätten. Man muss einfach auch bereit sein, seine Ideen umzusetzen und zu verwirklichen. Doch dazu gehört auch, dass man die nötige Geduld mit aufbringt,“ sagt Theresa Stangl.

Und so ist das Ehepaar Stangl weiterhin bestrebt, schnell zu den „Global Playern“ aufzuschließen. Um dort hinzukommen, sei es aber auch notwendig, sich die nötigen Netzwerke und Partner aufzubauen. Dabei kommt Theresa Stangl aber eins zu Gute: „Durch meine Tätigkeit in der Vorstandschaft der Wirtschaftsjunioren Cham kenne ich viele Firmen und ich weiß auch, was unser Landkreis im Stande ist zu leisten.“

Bürgermeister gratuliert zum Start

Am Dienstagvormittag hat Bürgermeister Franz Reichold die beiden Gründer in Altenkreith besucht. Bei der Besichtigung der Werkhalle zeigte sich, dass Reichold vom unternehmerischen Geist des Ehepaares angetan ist: „Ich finde diesen Mut bewundernswert, sich mit eigenen Ideen in diesem Bereich einzubringen. Ich freue mich, dass der Start so gut geklappt habt“, so Reichold. Theresa Stangl sagte: „Die Unterstützung durch die Stadt und das IGZ des Landkreises ist gegeben. Die Räume hier sind perfekt für uns.“

„Es ist auch für uns als Stadt wichtig, dass Nachwuchs bei den Unternehmen nachkommt. Wir sind immer bestrebt, Strukturen zu schaffen, damit es Gründer einfacher haben,“ betonte der Bürgermeister. Die Industriegebiete seien voll, deshalb versuche man, wo es geht, zu erweitern. „Ich kann Euch beiden zu diesem großen Mut nur gratulieren und euch für die Zukunft alles Gute wünschen“, so Reichold abschließend.

Daten und Fakten zu Trovus Tech

  • Branchen:

  • Automotive, Aerospace, Zerspanung, Werkzeug- und Formenbau, Sondermaschinenbau, Medizintechnik und Schmuck

  • Vorzüge:

  • neue Bauteilgeometrien, umweltfreundliches Verfahren, höhere Stabilität der Bauteile, schnelle Umsetzung für Prototypen sowie werkzeuglose Fertigung (rtn)

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht