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Tatort

Kameras im Kampf gegen Vandalismus?

Der Anstieg der Sachbeschädigungen in Roding macht Stadt und Polizei Kopfzerbrechen. Die Mithilfe der Bürger ist gefragt.
Von Bastian Schreiner

Blinde Zerstörungswut: Im September beschädigte eine Gruppe jugendlicher Vandalen ein Partyzelt am Esper in Roding.Foto: Schreiner

Roding.34 Autos zerkratzt, Partyzelt zerschnitten, WC-Anlage beschmiert, Hotelschranke beschädigt: Der Anstieg der Sachbeschädigungen in den vergangenen Monaten bereitet Stadt und Polizei Kopfzerbrechen. „Wir haben in letzter Zeit eine Tendenz nach oben“, sagt Dienststellenleiter Arthur Stelzer. Das belegen auch die Zahlen der jüngst vorgestellten Kriminalitätsstatistik. Während es 2016 noch 91 Fälle waren, registrierte die Rodinger Polizei 2017 insgesamt 146 Delikte – eine Steigerung um 60 Prozent.

„Im Gegensatz zu anderen Orten hält sich der Vandalismus im Stadtgebiet noch in Grenzen“, meint Franz Reichold. Dennoch missfallen auch dem Bürgermeister die Aktionen der Randalierer rund um das Freizeitgelände am Rodinger Esper. Kürzlich war Reichold selbst betroffen. Unbekannte hatten womöglich die Radmuttern am Dienstwagen des Bürgermeisters gelockert. Ähnlich war es beim Dienstauto des Bauamts. Daraufhin hat die Stadt Anzeige bei der Polizei erstattet. Beide Fahrzeuge standen am Parkdeck bei der Sparkasse.

2017 haben Jugendliche über 30 Autos zerkratzt. Foto: Kai Remmers/dpa

„Man macht sich schon seine Gedanken“, gibt Reichold im Gespräch zu. „Wenn man auf der Bundesstraße oder Autobahn unterwegs ist und einem der Reifen davonfliegt ... – da kann einiges passieren.“ Doch einschüchtern lassen will er sich davon nicht. Mutwillige Tat oder technische Panne? Diese Frage stellt sich die Polizei, die die Ermittlungen aufgenommen hat. Sollte sich jemand an den Fahrzeugen zu schaffen gemacht haben, könne man sogar vom gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sprechen, so Stelzer. „Ohne Reifen-Experten zu sein, gehen wir aktuell davon aus, dass die gelockerten Radmuttern wohl mit dem Winterreifenwechsel zusammenhängen“, sagt er.

Zerstörungstour durch die Stadt

Zurück zum Vandalismus: Mitte September 2017 hatte eine Gruppe am Esper ein Zelt großflächig aufgeschlitzt und Müll verstreut. Danach zogen die Randalierer weiter in Richtung Innenstadt und beschädigten mehrere Autos mit Kratzern. Auf einem Parkplatz für Hotelgäste wurden abgestellte Fahrzeuge verkratzt und Scheibenwischer zerstört. Auch eine Zufahrtsschranke wurde demoliert. Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf rund 40 000 Euro. Inspektionsleiter Arthur Stelzer sprach von einer „hirnlosen Tat“. „Fremdes Eigentum zerstört man nicht, das gehört zum Grundanstand“, betonte Reichold.

Doch nach wenigen Tagen konnte die Polizei einen Ermittlungserfolg verbuchen: Mehrere namentlich bekannte Jugendliche, die bereits öfters aufgefallen waren, standen in dringendem Tatverdacht. Eine gerichtliche Aufarbeitung der Straftaten stehe in Kürze an. Hinter den Vandalen stecken oftmals Jugendliche, weiß Stelzer. Über die Motivation kann er nur spekulieren. „Manchmal sind es Mutproben, um sich vor anderen zu beweisen.“ Auch der Spaßfaktor spiele eine wichtige Rolle. Konkrete Motive gibt es seiner Erfahrung nach in den seltensten Fällen.

Überwachung hat Grenzen

In Mitleidenschaft gezogen werden immer wieder die öffentlichen WC-Anlagen der Stadt. Während im Herbst Toilettenpapier verbrannt worden ist, haben Unbekannte im März die Räume am Esper mit Graffiti beschmiert. „Der Esper ist kein verrufener Ort wie zum Beispiel der Regensburger Hauptbahnhof“, stellt Stelzer klar. Dennoch werde die Polizei verstärkt kontrollieren – sowohl uniformiert als auch in Zivil. Dutzende Kameras in der Rodinger Innenstadt kann sich Stelzer nicht vorstellen.

Am Esper sowie an anderen Orten könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Überwachungskameras installieren, in WC-Anlagen ohnehin nicht, so Reichold. Das Gelände am Rodinger Bahnhof ist hingegen teils durch Videokameras abgedeckt. Der Bürgermeister hofft vielmehr, dass Hinweise aus der Bevölkerung kommen. Auch die Polizei bittet um die Mithilfe der Bürger.

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