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Polizei

Kampfansage an die Zerstörer

Stadt und Polizei wollen Vandalismus stoppen, rufen zur Mithilfe auf. Die Stadt setzt 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus.
Von Christoph Klöckner

Mutwillig zerstört: das Bushäuschen in der Stadtmitte.  Foto: Reinhard Schreiner
Mutwillig zerstört: das Bushäuschen in der Stadtmitte. Foto: Reinhard Schreiner

Roding.Der Schaden allein für die Stadt sei mittlerweile in den fünfstelligen Eurobereich geklettert, schätzt Bürgermeister Franz Reichold und hofft auf ein Ende der Verwüstungen und mutwilligen Zerstörungen, die es in den vergangenen Woche in der Stadt gegeben hat.

Und er hofft, wie auch die Polizei, auf seine Mitbürger, um die zu finden, die das angerichtet haben. Um dem Nachdruck zu verleihen, hat die Stadt jetzt ihre Belohnung für Hinweise, die zur Täterermittlung führen, kurzerhand auf jetzt 1000 Euro verdoppelt.

Ärger

Roding: Vandalismus-Serie reißt nicht ab

Am Wochenende haben Unbekannte in der Stadt gewütet. Die Taten seien weder Scherze noch Kavaliersdelikte, sagt die Polizei.

Die Vandalismus-Fälle starteten kurz vor Weihnachten. Dabei wurden Bushäuschen demoliert, zahlreiche Fahrzeuge der Stadt wie auch private Pkw oder auch die Unterführung in Mitterdorf verunstaltet. „Es gibt eine Vandalismus-Serie im Bereich der Stadt“, beschreibt Bernhard Hager, Leiter der Polizeiinspektion Roding, die Lage.

Mehrere Brennpunkte

Es gebe gleich mehrere Brennpunkte, etwa die Bushäuschen im Zentrum, wo die Glasscheiben mutwillig zertrümmert worden seien, am Esper, wo gleich zweimal 2019 Mülleimer brannten.

Die Zerstörung der Glasscheiben müsse mutwillig gewesen sein, weil jeder heute eine Haftpflichtversicherung habe und sich sonst gemeldet hätte. Ähnlich sei es im Parkdeck-Untergeschoss in der Stadtmitte, wo Fahrzeuge der Stadt zweimal hintereinander beschädigt worden seien. Kennzeichen wurden hier umgebogen, Kratzer und Dellen in die Autos gemacht. Und auch ein Rad wurde zur gleichen Zeit total demoliert.

Bürgermeister Franz Reichold und Josef Köppl von der Stadt (li.) sowie der Leiter der Polizeiinspektion Bernhard Hager appellierten an die Mitbürger, nicht wegzuschauen, sondern sich zu melden, wenn etwas passiert oder auch nur so ausschaut. Foto: Christoph Klöckner
Bürgermeister Franz Reichold und Josef Köppl von der Stadt (li.) sowie der Leiter der Polizeiinspektion Bernhard Hager appellierten an die Mitbürger, nicht wegzuschauen, sondern sich zu melden, wenn etwas passiert oder auch nur so ausschaut. Foto: Christoph Klöckner

Vergangenes Wochenende, so Stadt und Polizei, sei dann ein neuer Höhepunkt erreicht worden. Wie ein roter Faden sei die Tour des Vandalismus durch die Stadt zu verfolgen, so Hager. Der Start sei wohl in Mitterkreith gewesen, wo Fahrzeuge mit gelber Sprühfarbe besprüht wurden, dann seien Verkehrsschilder beschädigt worden und in der Unterführung die Wände besaut wurden. Das Wort „Alman“ sei dort hingeschrieben worden, so Hager. An der Landgerichtsstraße seien dann zwei Fahrzeuge mit grüner Farbe eingesprüht worden und ein Seitenspiegel sei abgetreten worden. Schließlich sei an der Ringstraße ein Verkehrszeichen „verziert“ worden. Unter „Stopp“ des Schilds habe der Täter „die Cops“ geschrieben. Richtung Krankenhaus wurde dann Dekomaterial aus einem Garten entwendet, das später am Kreisverkehr bei der Bundeswehr wieder gefunden wurde.

Motorisiert und jung

„Das wäre vielleicht lustig und erinnert an den 1. Mai“, so Hager, doch gleichzeitig sei auch hier das Auto besprüht worden, laut Zeugenaussage gegen 2.30 Uhr. Man habe die Anwohner an der Ringstraße befragt, doch sei bisher nicht viel dabei herausgekommen. Hager vermutet hinter den Taten junge Erwachsene, die bereits motorisiert seien.

Ermittlung

Polizei schnappt die Kurpark-Vandalen

Vier Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren haben Anfang Januar einen Schaden von 10000 Euro in Bad Kötzting verursacht.

Bürgermeister Reichold sprach von einer „Gang“, die hier in Roding unterwegs sei. Er setzt auch auf die Sicherheitswacht, um Zerstörer künftig abzuschrecken. Die Sicherheitswacht soll demnächst installiert werden und sei am Donnerstag nochmals Thema im Stadtrat, sagte Reichold. Es sei aber nicht möglich, überall Wachleute hinzustellen. Daher der Appell an die Bürger, sensibler zu werden auf Lärm von der Straße oder bei Beobachtungen im Vorbeigehen.

Mehr Bürgersinn gefragt

Es braucht mehr Bürgersinn, um hier künftig Vandalismus zu verhindern – da sind sich Reichold und Hager einig. Man müsse nicht den Märtyrer spielen, so der Inspektionsleiter: „Rufen Sie an! Wir kümmern uns. Dafür sind wir da.“ Ein Anruf auf Verdacht nehme einem keiner übel. Hager sieht auch Möglichkeiten der Einwirkung auf den Nachwuchs bei Elternhaus und Schule, den Vandalismus anzusprechen und vor solchen Ausfällen zu warnen. Die Hemmschwelle für solche Taten sei einfach zu niedrig, sagt Bernhard Hager.

Appell und Belohnung

  • Appell:

    Polizei und Stadt rufen die Rodinger auf, hinzuschauen, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten. Jeder habe ein Handy – ein umgehender Anruf genüge, so Bernhard Hager. Manchmal werde erst Stunden später angerufen – das helfe dann nicht mehr.

  • Belohnung:

    Für die Taten des Wochenendes und der Zeit davor gibt es trotz Befragungen wenig Zeugenhinweise. Um hier der Erinnerung etwas nachzuhelfen, hat die Stadt die erste Belohnung von 500 Euro jetzt auf 1000 Euro verdoppelt, um die Täter zu finden.

Franz Reichold hofft, dass mit der baldigen Neueröffnung des Jugendzentrums unter neuer Leitung von Sozialpädagogen Samu Koch die Vandalismusfälle zurückgehen werden. Dass dies sein könne, habe man in der Vergangenheit beobachtet. Die Jugend brauche Rückzugsräume, damit es ihnen nicht zu langweilig werde.

Einen Dauereinsatz von Kameras an vom Vandalismus betroffenen Orten sieht Bürgermeister Franz Reichold eher skeptisch. Das sei eine Gratwanderung, man müsse genau abwägen zwischen Persönlichkeitsrechten und Straftat. Zumindest wäre es eine Erleichterung, wenn die Vorschriften im Einzelfall Kameras für eine gewisse Zeit erlauben würden.

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