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Infoabend

Katastrophenübung in Chamerau

In der Gemeinde findet im Juni die Übung „Unternehmen Roter Eber“ statt. 1500 Einsatzkräfte werden erwartet.
Von Martin Schönhuber

Der Einsatz eines Helikopters zum „Löschen aus der Luft“, wie er bei der Katastrophenschutzübung im Juni vorgesehen ist, wurde schon einmal 2003 im KBI-Bereich Bad Kötzting geübt, genauer gesagt im Bereich Blaibach.Foto: Fred Wutz
Der Einsatz eines Helikopters zum „Löschen aus der Luft“, wie er bei der Katastrophenschutzübung im Juni vorgesehen ist, wurde schon einmal 2003 im KBI-Bereich Bad Kötzting geübt, genauer gesagt im Bereich Blaibach.Foto: Fred Wutz

Landkreis.Das „Unternehmen Roter Eber“ ist eine Katastrophenschutz-Übung des Landkreises und keine Kommandoaktion des Militärs, wie Bürgermeister Stefan Baumgartner am Freitagabend im Haus des Gastes eingangs klarstellte. Diese Katastrophenschutz-Übung wird Anfang Juni im Gemeindebereich Chamerau stattfinden.

Die Bezeichnung „Roter Eber“ ist angelehnt an das Chamerauer Wappen, so Baumgartner. Der Landkreis müsse in regelmäßigen Abständen solche Übungen abhalten, die letzte sei ca. zehn Jahre her. Die Übungen, bei denen Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei und Technisches Hilfswerk aus dem Bereich Niederbayern, Oberpfalz und aus Tschechien zusammenarbeiten würden, seien nötig, um für den tatsächlichen Katastrophenfall gerüstet zu sein.

1500 Einsatzkräfte

Die Übung beginnt laut Baumgartner am 8. Juni und erstreckt sich in den darauffolgenden Tag hinein. Ein kleiner Vorfall weite sich allmählich zur Katastrophe mit Bränden, Waldbrand und einem Verkehrsunfall mit vielen Verletzten aus. Es würden letztlich bis zu 1500 Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen erwartet, wobei besonders am Samstag mit dem größten Fahrzeugaufkommen zu rechnen sei. Chamerau sei wegen seiner zentralen Lage im Landkreis ausgewählt worden; sollte nämlich während der Übung ein echter Ernstfall auftreten, so hätten die Einsatzkräfte von Chamerau aus kürzere Anfahrtswege, als etwa aus dem Lamer Winkel, erläuterte Hans Robl, seines Zeichens 3. Bürgermeister und Vorsitzender der FFW Chamerau. Weil etwa 170 Grundstückseigentümer bzw. Pächter und Straßenanlieger aus Chamerau betroffen seien, habe man sich entschlossen, nicht bis zur offiziellen Information durch das Landratsamt zu warten, sondern diese Bürger schon vorab zu informieren. Eine offizielle Information in den Medien, eine eigene Homepage und spezielle Flyer würden noch folgen.

Zahlreiche Bürger nahmen an der Info-Veranstaltung zur Katastrophenschutz-Übung im Bürgerhaus teil.Foto: kmi
Zahlreiche Bürger nahmen an der Info-Veranstaltung zur Katastrophenschutz-Übung im Bürgerhaus teil.Foto: kmi

Bürgermeister Baumgartner freute sich sehr, dass ca. 75 Personen der Einladung gefolgt waren. Er betonte mehrmals, dass keine vollständigen Straßensperrungen erfolgen werden, und dass Chamerau überall befahr- und begehbar sowie von überall her zugänglich bleiben werde. Jeder könne seine notwendigen Verrichtungen ausführen bzw. seinen Verpflichtungen nachkommen. Allerdings sei mit verstärktem Fahrzeugaufkommen von Feuerwehren, Rettungsdiensten Polizei und THW zu rechnen. Es würden über diverse Straßen und über Grundstücke Schlauchleitungen verlegt. Wo es nötig sei, werde das THW Schlauchbrücken errichten, überall würden THW und Feuerwehr auf einen möglichst reibungslosen Ablauf achten.

Dennoch empfahl der Rathaus-Chef: „Wer nichts Wichtiges zu erledigen hat, bleibt am besten daheim.“ Bei den Übungen seien allerdings Zuschauer ausdrücklich erwünscht. Um diese zu den einzelnen „Brennpunkten“ zu bringen, würden alle 30 Minuten Shuttle-Busse eingesetzt.

Wasserförderung und Helikopter

Hans Robl und Bernhard Hatzinger (Fachberater Gefahrgut und Sonderaufgaben) erläuterten die Einsatzschwerpunkte am Roßberg, an der Regenbrücke und an der Forststraße oberhalb von Roßbach. Die Wasserversorgungen gehen demnach vom Regen aus, der Feuerlöschweiher auf dem Roßberg wird einbezogen. Getestet werden sollten vor allem spezielle Geräte zur Wasserförderung und dabei das Pumpen von großen Löschwassermengen über 200 Höhenmeter. Es soll auch Wasserabwürfe vom Hubschrauber aus geben; dieser soll auf der Regeninsel betankt werden.

Katastrophenschutz in Bayern

  • Bayern:

    Katastrophenschutzeinheiten oder -einsatzkräfte in festen Strukturen gibt es Bayern nicht. Per Gesetz abgesichert greifen die Behörden flexibel auf das Potenzial dieser Stellen und Organisationen zu: Behörden und Dienststellen des Freistaates, Gemeinden, Landkreise und Bezirke, Feuerwehren, freiwillige Hilfsorganisationen, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, gegebenenfalls auch Technisches Hilfswerk, Bundespolizei sowie Bundeswehr.

  • Schutz:

    Katastrophenschutz ist eine staatliche Aufgabe in der Zuständigkeit der Länder, die in Bayern von den Landratsämtern und kreisfreien Städten, den Bezirksregierungen und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern wahrgenommen wird. Katastrophenschutz beinhaltet, auch vorbereitende Übungen durchzuführen.

  • Fälle:

    Privatpersonen werden in bestimmten Fällen in die Katastrophenabwehr einbezogen.

Robl betonte, man bemühe sich und hoffe, dass es nirgends zu irgendwelchen Schäden komme. Sollte es dennoch Probleme geben, solle man sich melden. Selbstverständlich würden alle Schäden reguliert.

Zum Schluss bedankte sich Stefan Baumgartner für das große Verständnis und die große Bereitschaft, Grundstücke zur Verfügung zu stellen, was er bei den bisherigen Gesprächen erfahren habe. Trotz der unstrittigen Beeinträchtigungen während der zwei Tage sei alles nicht nur extrem wichtig, falls tatsächlich eine Katastrophe eintrete, sondern auch eine gute Werbung für Chamerau. Laut Baumgartner kommen ca. 60 Ehrengäste inklusive Innenminister. Auch gebe es eine Abschlussveranstaltung am Samstag um 15 Uhr in der Turnhalle, zu der 600 Teilnehmer erwartet werden.

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