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Trauer

Katharina Artmann beerdigt

Im Alter von 95 Jahren war sie gestorben. Nun fand die Frau, die aus dem Böhmerwald stammte, ihre letzte Ruhe.
Von Hans Fischer

Katharina Artmann Foto: Fischer
Katharina Artmann Foto: Fischer

BAD KÖTZTING.„Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken“. Mit diesem Lied begann am Samstag um 10.30 Uhr der Trauergottesdienst für die im Alter von fast 96 Jahren verstorbene Katharina Artmann. Sie wurde von Dekan und Stadtpfarrer Herbert Mader zelebriert und vom Männerchor unter der Leitung von Wolfgang Riegraf gesanglich mitgestaltet. Die Fahne des Katholischen Frauenbundes war im Presbyterium aufgestellt, die Mitglieder hatten im Chorgestühl Platz genommen, Vorsitzende Anni Deml trug die Lesung vor.

Der Geistliche ging darauf ein, dass Katharina Artmann in St. Katharina bei Neuern im Böhmerwald geboren wurde und daher ihr Leben auch von Vertreibung und Wiederaufbau geprägt war. Zunächst kam sie nach Steinbühl, dann nach Kötzting. Am 27.Mai 1952 heiratete sie den Bauhelfer und Witwer Raymund Artmann aus Steinbühl, der drei Kinder mit in die Ehe brachte. Ihnen war sie eine ebenso liebe- und verständnisvolle Mutter wie den eigenen fünf Kindern.

Immer positive Einstellung

Mit viel Lebensmut begann sie jeden neuen Tag, obwohl dieser viel Arbeit für sie brachte. Noch mehr wurde sie gefordert, nachdem ihr Ehemann am 24. September 1987 mit 67 Jahren verstarb. Ihre positive Lebenseinstellung habe dazu beigetragen, dass sie auch danach schwierige Situationen meistern konnte. In ihrem späteren Arbeitsleben erhielt sie noch eine Anstellung als Küchenhilfe am damaligen Kreiskrankenhaus in Kötzting. Zuletzt war sie im BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim in der Pfingstrittstadt in guter Betreuung. Das Requiem endete mit dem gemeinsam gesungenen „Segne du Maria“.

Abschied auf dem Friedhof

Auf dem Friedhof begleitete eine ansehnliche Trauergemeinde, darunter auch Mitglieder des KDFB Bad Kötzting, die Verstorbene auf ihrem letzten Weg. Nachdem Stadtpfarrer Herbert Mader die Gebete am Grabe gesprochen hatte, führte Schriftführerin Ottilie Altmann aus, dass Katharina Artmann ein treues Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bad Kötzting/Miltach gewesen ist, die heute an ihrem 96. Geburtstag beerdigt werde. Geboren wurde sie in St. Katharina im Böhmerwald, das vormals zum Kreis Eisenstein in Böhmen gehörte. Nach der Vertreibung sei sie ihrer alten Heimat, von der sie zeitlebens immer gerne erzählte, im Herzen verbunden geblieben.

31 Jahre gehörte sie der Sudetendeutschen Landsmannschaft an. Als fröhlicher und humorvoller Mensch kam sie immer wieder gerne zu den verschiedenen Veranstaltungen. „Möge Katharina Artmann immerwährende Freude beschieden sein in der ewigen Heimat, aus der es keine Vertreibung gibt“, so der Wunsch der Sprecherin. Diese stellte als Zeichen des Gedenkens und des Dankes eine Blumenschale am Grab ab.

Die Trauergemeinde war sichtlich gerührt, als aus Trompeten das Lied „Tief drin im Böhmerwald, da liegt mein Heimatort“ erschallte. Es folgte noch eine Melodie, ehe zuletzt die Weise „‘s is Feieromd“ erklang. Danach nahmen die Trauergäste letztmals Abschied von einer ehemaligen Böhmerwäldlerin, die nach ihrer Vertreibung sich sehr gut in die hier heimische Bevölkerung integrierte.

Herkunft: Geboren und aufgewachsen ist die Verstorbene in St. Katharina, das heute in der Tschechischen Republik liegt.

Dank: Vor einem Jahr ließ sie es sich trotz ihrer 95 Jahre nicht nehmen, an der Jahresversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft teilzunehmen. Mit großer Freude nahm sie im Kreis der Landsleute Urkunde und Abzeichen anlässlich der 30-jährigen Mitgliedschaft entgegen. (ksm)

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