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Keine ambulante Operationen mehr in Kreiskrankenhäusern?

Nach dem zuletzt öffentlich gemachten Defizit von 5,2 Millionen Euro für 2008 ist neben der Politik auch die Geschäftsführung der Kliniken nun auf der Suche nach Sparmöglichkeiten. Und hat nun ein Ziel gefunden. Nach Informationen des Bayerwald-Echos ist eine Firma beauftragt worden, die prüfen soll, ob der Bereich rund ums ambulante Operieren ausgelagert und in andere Hände abgegeben werden kann. Damit soll ein Defizitbringer aus den Büchern der Häuser verschwinden.

Das bedeutet im Klartext, dass ambulante Operationen der Belegärzte wie Urologen, HNO oder auch Eingriffe durch Ärzte des Chirurgisch-orthopädischen Zentrums künftig nicht mehr wie bisher unter dem Dach der Kliniken stattfinden sollen, sondern woanders.

Wer soll das übernehmen?

Ein Weg, der legitim, doch so einfach nicht zu beschreiten sei und auch den Belegärzten natürlich nicht entgegenkomme, wie Ärztesprecher und als Chirurg des Orthopädisch-Chirurgischen Zentrums selbst Betroffener, Hans Ertl, auf Nachfrage bestätigt. Schließlich sei ein möglichst wohnortnaher OP-Platz für die Patienten und die Belegärzte wichtig. Die Planungen seien derzeit im Gange, erste Gespräche bereits geführt oder vereinbart. Unklar ist für ihn, wer solche ambulanten Operationen übernehmen will, wenn sie unterm Strich keinen Gewinn für den Erwerber bedeuten. Ein solches Unternehmen zu finden sei die Aufgabe der beauftragten Firma.

Wieder die Eggenfeldener ...

Was viele betroffene Ärzte verwundert, ist die Vergabe des Auftrags der Prüfung an die Firma PrograMed durch die Geschäftsführung der Kliniken. Sie ist in Eggenfelden ansässig und gehört zur Firmengruppe von Peter Christa. Christa und seine Firmen haben seit der Übernahme der Chamer Klinken-Geschäftsführung durch die Nürnberger B.T.ProHospital die Bauleitplanung an den Krankenhäusern übernommen, mittlerweile ein Parkdeck und das neue Bad Kötztinger Krankenhaus gebaut.

Nun wird auch diese Planung wieder in die Hände eines Firmen-Ablegers von Peter Christa geschoben, der schauen soll, wer die ambulanten Operationen der Belegärzte haben möchte und wo sie künftig stattfinden sollen. Konterkariert wird damit die von Landrat Theo Zellner wie den Krankenhaus-Aufsichtsrats- und Kreistagsmitgliedern immer kritisierte fehlende, optimale Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und den Kliniken. Denn ein Sparschritt der Geschäftsleitung zuungunsten der Belegärzte dürfte das Verhältnis nicht bessern.

HNO-Entscheidung im Mai

Dazu steht eine weitere Entscheidung im Mai an. Denn noch immer ist die Frage ungeklärt, wo der HNO-Arzt Dr. Hubert Klima künftig operiert. Für Roding hatte er keine Zulassung erhalten, da er für Notfälle zu weit weg wohnt. Die bereits in Roding operierenden HNO-Ärzte Dr. Hartl und Dr. Laufer hatten zwar angeboten, die Patienten von Dr. Klima mit zu versorgen, der hatte jedoch abgelehnt und auf die eigene Verantwortung für seine Patienten verwiesen.

Landrat Theo Zellner sagt zu dem HNO-Problem wenig: „Zuständig für die Entscheidung über die Einrichtung einer Belegabteilung Dr. Klima/HNO ist das Ministerium beziehungsweise der Krankenhausplanungsausschuss. Eine Entscheidung soll im Frühsommer 2009 getroffen werden.“ Um dann in einem Satz anzufügen, dass ihm auch Cham als Operationsort für Dr. Klima zusagen würde – entgegen der bisherigen politischen Haltung, keine Doppelangebote in den Kliniken zu installieren – da sein Schwerpunkt woanders liegt: „Ich bin aber auch der Meinung, dass Maßnahmen zu rechtfertigen sind, die HNO-Patienten im Landkreis Cham halten.“

Doppelangebot oder nicht?

Eine Sprecherin des Gesundheitsministers Söder machte klar, dass es dem Ministerium am liebsten wäre, wenn es eine zentrale HNO-Belegabteilung in Cham gebe – also auch die derzeit in Roding operierenden HNO-Ärzte in die Kreisstadt wechseln. Doch entschieden sei hier noch nichts. Ein Doppelangebot gibt es bereits an den Krankenhäusern. In Roding bietet zum einen das Krankenhaus selbst Operationen an der Wirbelsäule an, dazu operiert hier auch ein neu gekommener Arzt des Chirurgisch-Orthopädischen Zentrums Cham. „Nach meiner Meinung handelt es sich hier um keine ’Konkurrenz zur Belebung des Geschäftes‘, sondern um eine Zusammenarbeit im Sinne einer gemeinsamen Versorgung der Patienten aus den Landkreisen Regensburg und Cham. Dabei hervorzuheben ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Chirurgie Dr. Pamler und der Belegabteilung des Orthopädisch-Chirurgischen Zentrums am Krankenhaus Roding“, sagt Landrat Zellner dazu.

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